Ist nicht länger Spielertrainer beim HSC: Marcel Greig (M.), der am Dienstag beurlaubt wurde. Jetzt äußert er sich zu seinem Rauswurf. © Schürmann
Fußball

Marcel Greig enttäuscht über seine Freistellung: „Die Mannschaft stand komplett hinter mir“

Das war‘s: Nach etwas mehr drei Jahren endet das Engagement von Marcel Greig beim Holzwickeder SC. Über seine Freistellung zeigt sich der Übungsleiter überrascht und enttäuscht zugleich.

Seit Dienstagvormittag steht fest: Marcel Greig ist nicht länger Trainer der U23-Fußballmannschaft des Holzwickeder SC ist. Jetzt äußert sich auch der Coach zu seiner Freistellung, von der er am Vorabend erfahren habe.

Am Montag hatte er mit der Sportlichen Leitung des Holzwickeder SC um Tim Harbott zusammengesessen. In diesem Gespräch zog der HSC die Reißleine und beurlaubte Greig von seinem Traineramt. „Da war ich erst einmal überrascht“, stellt Greig sofort klar. „Die Mannschaft stand komplett hinter mir. Wir hatten wirklich ein Top-Verhältnis. Jeder einzelne Spieler hat sich bereits bei mir gemeldet. Die Entscheidung ist in der Mannschaft auch auf Unverständnis gestoßen.“

Marcel Greig: „Der Schwächste fliegt, das muss ich akzeptieren“

Greig glaubt fest daran, dass er und sein Team das Ruder noch gemeinsam hätten rumreißen können. „Wir sind ja noch in Schlagdistanz zu den Nichtabstiegsplätzen. Aber am Ende ist Fußball nun mal ein Ergebnis-Sport und der Schwächste fliegt. Das muss ich leider akzeptieren. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass wir zurzeit einfach zu viele Baustellen und zu viele Verletzte haben.“

Der HSC hat in dieser Saison mit großem Verletzungspech zu kämpfen: Marcel Greig (r.) brachen wichtige Stammspieler weg – wie hier Kevin Schröder (M.) im Derby gegen die SG Massen. © Schürmann © Schürmann

Bestes Beispiel dafür ist Andreas Heiß: Der Stürmer, der kurz vor dem Saisonstart verpflichtet wurde, musste in seinem ersten Spiel sogleich verletzt ausgewechselt werden und fehlte bis zum 9. Spieltag. Auch die Ausfälle von Jan Gajewski und Kevin Schröder tun dem HSC immer noch sehr weh. „Die konnten wir nicht ersetzen. Da bist du dann als Trainer aufgeschmissen, wenn dir solche Spieler wegbrechen“, so Greig.

Dem Trainer waren durch Verletzungssorgen die Hände gebunden

Generell sei das Verhältnis zwischen Greig und den HSC-Verantwortlichen seit seiner Einstellung vor drei Jahren durchweg vertrauensvoll gewesen: „Wenn der HSC jetzt sagt, dass sie jemanden haben, von dem sie glauben, dass er es besser kann als ich, dann ist das kein Problem für mich. Ich hatte zu allen im Verein immer einen guten Draht und hätte mir gewünscht, dass man dem Projekt HSC U23 mit mir noch ein bisschen mehr Zeit gegeben hätte.“

Das Problem, vor das Greig beim HSC gestellt wurde: Er sollte mit einer komplett neu formierten Mannschaft durchstarten. 13 Neuzugänge verpflichtete der HSC für die U23-Mannschaft im Sommer. „Wegen Corona konnte man sich die Spieler im Vorfeld noch nicht einmal angucken, so war es natürlich nicht einfach. Doch der neue Trainer wird sicherlich etwas aus den Jungs rauskitzeln, sodass das Team den Klassenerhalt noch schaffen wird“, ist sich Greig sicher.

Anfragen von einigen Klubs: Greig erteilt Absagen – bis Juni 2022

In einigen Spielen in dieser Saison stand der Spielertrainer sogar selbst mit auf dem Platz. Das werde er durch seine Beurlaubung fortan nicht mehr tun. Bis zum 30. Juni 2022 sei er zwar noch an den HSC gebunden, „aber spielen werde ich nicht mehr“, sagt er. Übrigens bis dahin auch nicht für andere Klubs: „Mein Telefon stand am Dienstag nicht still. Mich haben schon viele Vereine kontaktiert, die mich als Spieler verpflichten wollten, aber dem habe ich erstmal einen Riegel vorgeschoben. Bis zum 30. Juni bin ich raus.“

Marcel Greig war vor seiner Zeit in Holzwickede, in der er auch als Co-Trainer bei der ersten Mannschaft unter Axel Schmeing im Einsatz war, ein Jahr bei Westfalia Huckarde aktiv. Davor war er Spieler des VfR Sölde und zeitgleich Jugendtrainer beim FC Brünninghausen. Den HSC werde er trotz seiner Beurlaubung weiter verfolgen. „Ich wünsche dem Verein alles Gute. Es ist ein Super-Verein, auch wenn es ergebnistechnisch zurzeit hakt. Ich bin sicher, dass es bald in eine andere Richtung läuft.“

Über den Autor
Volontär
Jahrgang 1992. Geboren und aufgewachsen in Unna. Kennt den Kreis Unna wie seine Westentasche, hat in seinem Leben aber noch nie eine Weste getragen. Wollte schon als Kind Sportreporter werden und schreibt seit 2019 für Lensing Media über lokale Themen - auch über die Kreisgrenzen hinaus.
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Marcel Schürmann