Kaiseraus Kapitän Marc Stender (r.) ging gegen Buers Kadir Mutluer am Verlierer vom Platz. Mit 1:3 unterlag Kaiserau am Sonntag gegen den SSV Buer. © Sebastian Reith
Fußball

Schusters Elfmeter-Geistesblitz kommt zu spät – Lehrstunde für Kaiseraus Abwehr

Der SSV Buer hatte einen Akteur auf dem Feld, der den SuS Kaiserau gleich dreimal alt aussehen ließ. Das reichte nicht für etwas Zählbares in der Landesliga-Partie.

Fußball-Landesligist SuS Kaiserau hat trotz einer Reaktion nach hohem Rückstand gegen den SSV Buer am Sonntag verdient mit 1:3 verloren. Die Kaiserauer um Trainer Jörg Lange mussten dabei einen Doppelschlag nach der Pause hinnehmen.

Landesliga 3

SuS Kaiserau – SSV Buer 1:3 (0:1)

Sie saßen nur kurz am Boden. Dann standen die Kaiserauer Spieler auf und klatschten sich trotz der enttäuschenden 1:3-Niederlage gegen die Gelsenkirchener ab. Viel geändert hatte sich für die Kaiserauer tabellarisch ohnehin nicht. Der SuS bleibt Achter. Die Abstiegsplätze: nicht mehr fünf, sondern nur noch vier Zähler weg, aber weiterhin fünf Mannschaften dazwischen als Polster.

„Der Gegner war deutlich effektiver. Wir hatten nicht weniger Chancen“, sagte Kaiseraus Trainer Jörg Lange nach Schlusspfiff. Den Unterschied machte am Buers Kadir Mutluer mit seiner ganzen Erfahrung. Der vor einer Woche 42 Jahre alt gewordene Angreifer, der über 250 Spiele westfalenligaaufwärts in den Knochen hat, war so alt wie Kaiseraus gesamte Innenverteidigung aus dem A-Jugendlichen Benjamin Abdou und Niklas Wagner, der nach einer halben Stunde schon mit einer Muskelverletzung runter musste.

Kadir Mutluer macht den Unterschied

Nachdem Wagner ausgeschieden war, tankte sich Mutluer zur Grundlinie, schaute, ließ sich Zeit, schaute nochmal und bediente dann den einlaufenden Koray Basar. Die Führung ging in Ordnung, weil die Gäste zu diesem Zeitpunkt besser wurden. Kaiserau hatte dafür die erste Großchance des Spiels, als Lukas Manka schnell umschaltete und in der Mitte Marvin Schuster am Ball vorbeirutschte.

Langes Matchplan war zehn Minuten nach dem Seitenwechsel zunichte gemacht: Fast als Kopie des 0:1 stand wieder Mutluer auf der Grundlinie, Yves Bienks Schuss wurde noch abgeblockt, aber im Nachschuss traf Can Keles (53.) zum 2:0 für Buer. Nur zwei Minuten später krönte Mutluer mit einem Rechtsschuss zum 3:0 seine Leistung. Alle drei Gegentore waren über Kaiseraus rechte Seite gefallen – eine Lehrstunde für die blutjunge Kaiserauer Hintermannschaft.

Marvin Schuster verwandelt Strafstoß sicher

Kaiserau war danach ein paar Minuten wie tot. Ein paar Minuten ging gar nichts, doch dann fingen sich die Platzherren und spielten eine mutige letzte halbe Stunde. „Das ist für mich nichts Neues. Wir haben auch Spiele schon gedreht“, sagte Lange. Weil Schuster clever einen Strafstoß rausholte und ihn selbst verwandelte (70.), witterte der SuS Morgenluft.

Marvin Schuster holte einen Elfmeter heraus und traf zum 1:3. © Sebastian Reith © Sebastian Reith

Kaiserau rannte an, schürte Buer phasenweise hinten sogar ein. „Beim 2:3 wäre es hinten raus noch einmal richtig spannend geworden“, so Lange. Kaiseraus Torhüter Lukas Beßmann sorgte mit einer Parade dafür, dass das Unmögliche noch möglich blieb, doch Kaiserau fehlten schließlich gute Chancen zum 2:3.

SuS: Beßmann – Schulz (86. L. Schuster), Abdou, Wagner (33. Pfahl), Stöwe, Stender, Schriefer (61. Barry), Manka, Friede (61. Kowalski), Seifert, M. Schuster

Tore: 0:1 Basar (38.), 0:2 Keles (53.), 0:3 Mutluer (55.)

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Redakteur
Sportler durch und durch, der auch für alle Sportarten außerhalb des Fußballs viel übrig hat. Von Hause aus Leichtathlet, mit einer Faszination für Extremsportarten, die er nie ausprobieren würde. Gebürtig aus Schwerte, hat volontiert in Werne, Selm, Münster und Dortmund.
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Sebastian Reith