Abgebrochenes Spiel in Wethmar hat Konsequenzen

C-Jugendfußball

Zwei Spieler der C-Jugendfußballer des VfB Börnig aus Herne haben am Samstag beim Aufstiegsspiel in Lünen-Wethmar komplett die Nerven verloren. Das Spiel wurde beim Stand von 1:1 in der Nachspielzeit abgebrochen. Das Spiel wird auch weitere Konsequenzen haben.

LÜNEN

, 26.06.2017, 13:17 Uhr / Lesedauer: 2 min
Tumulte nach Spielschluss: Ordner, Betreuer und Mitspieler versuchten, die Gästespieler zu stoppen.

Tumulte nach Spielschluss: Ordner, Betreuer und Mitspieler versuchten, die Gästespieler zu stoppen.

Der Wethmarer Spieler Luca Grimm zog sich eine Oberschenkelprellung und Hämatome zu, ein Ordner des Vereins wurde per Kung-Fu-Tritt durch einen 13-jährigen Gästespieler niedergestreckt. Dem Ordner wurde das Jochbein gebrochen, zudem erlitt er eine Gehirnerschütterung. „Ein schwarzer Tag“, sagte Wethmars Jugendleiter Bernd Völkering. Die Polizei wurde gerufen. Sie bestätigte am Montag, dass ihr Anzeigen wegen gefährlicher Körperverletzungen vorliegen.

Gästespieler Onur Caliskan beging in der Nachspielzeit ein zunächst gewöhnliches Foul. Caliskan setzte aber nach, schlug und trat den Wethmarer Grimm mehrmals, jagte ihn über den Platz, bis Grimm an der Bande liegen blieb. Caliskan sah die Rote Karte. Im anschließenden Tumult auf dem Kunstrasen trat Börnigs Hassan Mussa den Ordner, der am Montagmorgen erneut untersucht wurde, nieder. Öffentlich möchte der Ordner nicht über Vorfall sprechen. 

Spieler aus dem Verein geworfen

Die beiden Spieler sind laut dem VfB-Vorsitzenden Hans-Jürgen Reitzig „aus dem Verein geschmissen“ worden. „Sie werden definitiv kein Spiel mehr für uns machen“, so Reitzig, der selbst am Samstag nicht in Wethmar am Platz war. Börnigs Jugendleiter Karsten Maraun sagte am Montag, der Verein werde sich „zusammensetzen und schauen, wie es weitergeht“. Laut Reitzig, dessen Sohn Marcus Coach der C-Junioren ist, werde dieses Treffen am Mittwoch stattfinden.

Mit Wethmar hat der VfB Börnig, ein Klub aus Herne, bislang keinen Kontakt gehabt. So haben die Lüner bislang auch keine Entschuldigung erhalten. „So benehmen wir uns normalerweise nicht. Ich bin seit 40 Jahren im Verein, das habe ich noch nie erlebt. Ich hasse so etwas wie die Pest“, sagte Reitzig am Montag. „Wir werden uns jetzt erkundigen, was genau passiert ist. Und dann auch Kontakt nach Wethmar aufnehmen. Mehr können wir im Moment nicht machen.“

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Bei der Spruchkammersitzung am Donnerstag, 30. Juni (18 Uhr in Recklinghausen), rechne er mit Strafen, „natürlich auch gegen den Verein“. Der Sonderbericht des Schiedsrichters Pasqual Schmidt wird als Entscheidungsgrundlage dienen. War der VfB Börnig auch aus Schmidts Sicht der schuldige Verein, wird das Spiel mit 3:0 für Wethmar gewertet. Kann kein verantwortlicher Verein ermittelt werden, ist auch eine Neuansetzung des Spiels möglich.

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