"Alle Vereine können die Mittel beanspruchen" - Rainer Schmeltzer im Interview

Sportpauschale

LÜNEN Heiß diskutiert wird in Lünen die Sportpauschale des Landes Nordrhein-Westfalen. Mit einem Fachmann in dieser Sache, dem Lüner SPD-Landtagsabgeordneten Rainer Schmeltzer sprach Sportredakteur Bernd Janning im RN-Interview.

von Von Bernd Janning

, 16.10.2009, 10:21 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schmeltzer ist auch ehrenamtlich als zweiter Vorsitzender des Fußball-Westfalenligisten BV Brambauer 13/45 aktiv.Herr Schmeltzer, wann und warum wurde überhaupt die Sportpauschale eingerichtet?Schmeltzer: Vor 2004 galt, dass für sinnvolle Projekte Einzelanträge gestellt werden mussten. Die Förderung konnte je nach Priorität sehr lange dauern. Die Rot/Grüne Landesregierung hat auf die Sportpauschale umgestellt, um mit den Kommunen zur Verfügung gestellten Mitteln die Möglichkeit der individuellen - und auch schnelleren - Förderung zu ermöglichen. Als Mitglied im Sportausschuss war ich damals direkt an der Einführung der Sportpauschale beteiligt. Deshalb liegt mir gerade in meiner Heimatstadt an einer guten Umsetzung. Wofür kann denn die Sportpauschale in den Städten eingesetzt werden? Schmeltzer: Die Sportpauschale kann für den Neu-, Um- und Erweiterungsbau von Sportstätten sowie für deren Modernisierung, Sanierung und auch für den Erwerb von Sportstätten eingesetzt werden. Dazu gehören neben den kommunalen Sportstätten auch die von den Vereinen getragenen. Die Sportpauschale kann auch über mehrere Jahre angespart werden, um dann ein größeres Projekt finanzieren zu können.So wie bei der Sporthalle in Altlünen?Schmeltzer: Ja, genau so. Wobei die meines Erachtens bereits vor zehn Jahren in die alte Förderung hätte einfließen können. Die damalige politische Konstellation in Lünen hat dies allerdings unmöglich gemacht.Im Lüner Sportentwicklungs-Konzept ist von der Umsetzung "größerer Bau-, bzw. Sanierungsmaßnahmen" die Rede. Schließt dies somit kleinere aus?Schmeltzer: Ausdrücklich nein. Der Landesgesetzgeber hat hierzu bewusst keine Mindest- oder Maximalvorgaben gemacht. Also sind alle Maßnahmen gemeint."Eine Million Euro für Lünen"In der Fußball-Fachschaftssitzung des Stadtsportverbandes deutete sich an, dass die bereits geflossenen Gelder an die Stadt Lünen wegen der schlechten Haushaltslage nicht verfügbar seien. Ist das möglich?Schmeltzer: Nein. Das habe ich bereits in der Sitzung deutlich gemacht. Diese Mittel sind der allgemeinen Rücklage zuzuführen. Sie behalten dort ihre gesetzliche Zweckbindung und sind nur dafür einsetzbar.Über wie viel Geld sprechen wir eigentlich?Schmeltzer: Dem Sportentwicklungskonzept können wir entnehmen, dass im August 2008 rund 726.000 Euro im Topf waren. In 2009 sind rund 240.000 geflossen. Diese Summe ist auch für 2010 vorgesehen. Berücksichtigen wir, dass jährlich 100.000 Euro für die Sporthalle Altlünen fließen sollen, reden wir von rund 1 Million Euro derzeit in Lünen.Wie können diese Mittel den Lüner Sportvereinen zu Gute kommen?Schmeltzer: Ich glaube, dass nicht alle Vereine von den Voraussetzungen genügend Kenntnis haben. Die Vorgaben seitens des Landes sind öffentlich. Gerne bin ich auch persönlich bereit, entsprechende Fragen zu beantworten. Die Mittel können alle Vereine beanspruchen, so sie die Anforderungen erfüllen. Ich denke, dass sie aber gerade dort eingesetzt werden sollten, wo es um die Weiterführung des Sports derzeit schlecht gestellt ist. Wie zum Beispiel beim BV Lünen 05, der mit einem fast unbespielbaren Fußballplatz zu kämpfen hat. Aber auch kleinere Modernisierungen und Sanierungen können mit der Sportpauschale sicher hilfreich sein. Im Übrigen nicht immer nur beim Fußball.

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