Arne Neuhäuser ist von seiner Reise zurück - in Australien hat er eine schlimme Erfahrung gemacht

rnWestfalia Wethmar

Arne Neuhäuser ist wieder da. Der Fußballer ist nach seinem Reisetrip wieder in Deutschland und hat am Sonntag für Westfalia Wethmar direkt 90 Minuten gespielt. Ein Erlebnis in Australien hat ihn geprägt.

Wethmar, Lünen

, 03.03.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Arne Neuhäuser lacht - auf jedem Foto. Kein Wunder, hinter dem Fußballer des Bezirksligisten TuS Westfalia Wethmar liegt eine aufregende, zum Großteil positive Zeit. Die dokumentiert Neuhäuser vor allem auf seinem Instagram-Account. Türkises Wasser, malerische Sonnenuntergänge, Fotos mit Schlangen und an Wasserfällen: Neuhäuser hat in den vergangenen gut fünf Monaten eine Menge gesehen und erlebt. Dabei hat der 19-Jährige aber auch Erfahrungen gemacht, die für ihn einmalig bleiben sollen. Aber der Reihe nach.

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Mitte September hatte sich Neuhäuser vom TuS Westfalia Wethmar für die nächsten Monate verabschiedet. Ein Reisetrip über mehrere Monate stand an - erst ging es nach Australien, später nach Thailand. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Neuhäuser, der im Sommer von Wethmars A-Junioren in die erste Mannschaft stieß, eine gute Saison gespielt. Damals ärgerte er sich noch, dass er ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt die Reise antrete. Bereut habe er die vergangenen Monate aber nicht.

Mit den Kumpels entlang der Ostküste

In Australien weilte Neuhäuser gemeinsam mit seinen Kumpels Maximilian Schroeder und Steven Potthoff an der Ostküste, reiste von Caims bis Melbourne. „Wir haben in einem Camper-Van geschlafen, manchmal auch in Airbnb-Wohnungen“, sagt Neuhäuser, der in Australien nicht nur Urlaub gemacht hat. „Ich habe in Sydney als Möbelpacker gearbeitet und habe Container ausgeladen“, sagt er. „Das war sehr anstrengend und hat mich auch gefordert. So habe ich mich aber auch fithalten können“, so Neuhäuser.

Arne Neuhäuser ließ es sich in Australien auch gut gehen: Hier zum Beispiels auf Fraer Island am Lake MCKenzie Ende November.

Arne Neuhäuser ließ es sich in Australien auch gut gehen: Hier zum Beispiels auf Fraer Island am Lake MCKenzie Ende November. © Arne Neuhäuser

Während seiner Zeit in Australien habe der 19-Jährige allerdings auch eine Erfahrung gemacht, die er sich gerne erspart hätte. Bereits seit Ende des vergangenen Jahres wüten in Australien nämlich große Waldbrände, die mehreren Menschen und Millionen von Tieren das Leben kostete. Auch Neuhäuser selbst hat die verheerenden Auswirkungen der Brände, die immer noch toben, in Sydney erlebt.

„Es war sehr schlimm“

„Es war sehr schlimm. Die Luft und die Sonne waren gefühlt orange. Der Qualm von den Buschfeuern ist in die Stadt rübergezogen“, erinnert sich der Wethmarer. Wenn es dann sonniger wurde, dann sei es mit dem Rauch in der Stadt immer schlimmer geworden. „Man konnte dann gar nicht aus der Wohnung raus. Man hätte seine Lunge dermaßen geschädigt. Das war erschreckend. So etwas habe ich noch nie erlebt“, sagt Neuhäuser, der froh war, dass sich die Lage gegen Anfang Januar mit den vielen Regenfällen besserte.

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Wobei der Begriff „besser“ auch dehnbar sei, da die Regenfällen zu vielen Überschwemmungen geführt haben. „Letztendlich war es eine Erfahrung, die ich nicht noch einmal erleben möchte“, sagt Neuhäuser deutlich, der von einer angespannten Stimmung der australischen Bevölkerung vor Ort berichtet.

Entspanntere Zeit in Thailand

Deutlich entspannter verliefen dann die nächsten Wochen für Neuhäuser. Zum Abschluss seiner Reise ließ es sich der Wethmarer nämlich noch einmal in Thailand gutgehen. Auch dort absolvierte der 19-Jährige eine Rundtour, besuchte Bangkok, Phuket und viele Inseln. „Dort waren wir auch noch einmal, um zu entspannen und um Sonne zu tanken“, sagt Neuhäuser - oder auch, um einfach mal Urlaub zu machen - bei feurigen 35 Grad.

Seit Ende Februar wieder in Deutschland

Doch irgendwann hat jede schöne Reise ein Ende und so weilt Neuhäuser seit dem 25. Februar wieder in Deutschland. Auch wenn ihm die Reise Spaß gemacht hat, Neuhäuser ist froh, wieder deutschen Boden unter seinen Füßen zu haben.

„Es ist schön, wieder hier zu sein, meine Freunde und die Familie wiederzusehen. Die haben sich auch alle mega gefreut“, berichtet der Wethmarer, der in Deutschland allerdings noch Anpassungsprobleme hat - und zwar mit dem Wetter. „Hier ist es einfach arschkalt“, sagt Neuhäuser und lacht.

In Bangkok besuchte Arne Neuhäuser auch Tempel.

In Bangkok besuchte Arne Neuhäuser auch Tempel. © Arne Neuhäuser

Einer der ersten Wege, die Neuhäuser am Dienstag (25. Februar) machte, war jener zum Fußballplatz des TuS Westfalia Wethmar. „Es ist schön, die Jungs wiederzusehen und die Murmel am Fuß zu haben“, sagt Neuhäuser, der sofort wieder am Trainingsbetrieb der Grün-Weißen teilnahm.

Zur Belohnung winkte dem Offensivspieler am Sonntag bei BV Viktoria Kirchderne (Endstand 1:0 für Kirchderne) sogar ein Startelfeinsatz. Die Niederlage verhinderte Neuhäuser zwar nicht, gefreut habe er sich über das Vertrauen seines Trainers Steven Koch aber trotzdem.

Koch ist übrigens neu für Neuhäuser - ebenso wie viele seiner Mitspieler. Das Gesicht der Westfalia hat sich seit Mitte September nämlich gewaltig geändert. Auf Ex-Trainer Andreas Przybilla folgte eben Steven Koch - und in der Winterpause tauschte der Sportliche Leiter Rolf Nehling auch eine Menge Spieler aus.

Arne Neuhäuser gefällt das. „Ich finde die Veränderungen positiv. Die Neuzugänge haben eine Wethmarer Vergangenheit und bringen auch Erfahrung rein, die wir im Abstiegskampf brauchen. Steven Koch ist zudem ein guter Trainer, der die Probleme kennt und in Angriff nimmt“, so Neuhäuser.

Goldige Sandstrände, blaues Meer, Sonne und Palmen: Arne Neuhäuser hat in Australien und Thailand malerische Landschaften gesehen.

Goldige Sandstrände, blaues Meer, Sonne und Palmen: Arne Neuhäuser hat in Australien und Thailand malerische Landschaften gesehen. © Arne Neuhäuser

Trotz aller Euphorie liest sich die Statistik beim TuS Westfalia Wethmar aktuell aber weiter bescheiden. Die Grün-Weißen stehen weiterhin auf dem vorletzten Tabellenplatz, haben mittlerweile neun Punkte Rückstand zum rettenden Ufer. Tabellen-13. ist der FC Roj mit 20 Zählern. Wethmar hat elf Punkte.

„Zu 100 Prozent gallig“

„Wir kommen da nur raus, wenn wir zu 100 Prozent gallig sind. Der Abstiegskampf ist halt ekelig und geht nur über den Kampf. Wenn wir eine hohe Trainingsbeteiligung haben, dann bin ich zuversichtlich“, sagt Neuhäuser, der nun gerne anfangen möchte, Punkte zu sammeln - am liebsten schon am kommenden Sonntag im Derby beim Lüner SV II (8. März, 15 Uhr, Schwansbeller Weg 7a, Lünen).

Arne Neuhäuser (r.) ist wieder in Deutschland und spielt auch wieder für Westfalia Wethmar.

Arne Neuhäuser (r.) ist wieder in Deutschland und spielt auch wieder für Westfalia Wethmar. © Günther Goldstein

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