Brambauer selbstbewusst / Wethmar muss punkten

Fußball: Bezirksliga 8

ascha Keller ist sich noch nicht sicher, über welche Leistungsstärke seine Mannschaft verfügt. „Mit den Ergebnissen zuletzt bin ich natürlich sehr zufrieden“, sagt er. Zufriedenheit gibt es wohl bei Westfalia Wethmar nicht: Von nahezu allen Konkurrenten als Titelkandidat Nummer eins genannt, steht man nach fünf Spieltagen auf dem letzten Tabellenplatz.

BRAMBAUER/WETHMAR

, 15.09.2017, 18:01 Uhr / Lesedauer: 3 min
Brambauer selbstbewusst / Wethmar muss punkten

Enrico Christal (l.), hier mit Andreas Lieder (3.v.l.) im Spiel gegen Hannibal, steht Brambauer nach einer Zerrung wieder zur Verfügung.

Fußball, Bezirksliga 8 BV Brambauer - FC Nordkirchen Sonntag, 15 Uhr, Am Freibad, Lünen

„Vielleicht haben wir aber bislang gegen Mannschaften gewonnen, die man auch schlagen sollte.“ Auf die kommenden Gegner treffe das nicht zu. „Wir spielen jetzt nacheinander gegen Nordkirchen, Wethmar und Kaiserau. Das sind Spitzenmannschaften“, sagt Brambauers Trainer. „Dann haben wir acht Spiele absolviert. Und dann wird eine vernünftige Prognose möglich sein.“

Zunächst also wartet am Sonntag in der Glückauf-Arena der FC Nordkirchen. Eine Mannschaft, die vergangene Saison bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt bangen musste. Aktuell ist sie nach fünf Spieltagen aber ungeschlagen und steht auf dem fünften Tabellenplatz. „Das überrascht mich gar nicht“, sagt Keller. „Mich hat eher die vergangene Saison überrascht. Ich glaube, dass man Nordkirchen bis zum Schluss vorne auf dem Schirm haben muss.“

Zumal sich das Team mit Abwehrchef Nils Venneker gezielt verstärkt habe und in Florian Fricke (vier Tore) über einen enorm gefährlichen Strategen verfüge. „Ich denke, am Ende wird die Tagesform der beiden Mannschaften über Sieg oder Niederlage entscheiden“, sagt Nordkirchens Trainer Issam Jaber. Brambauer sei „ein Gegner auf Augenhöhe“. Jaber: „Die wissen, dass wir gut drauf sind. Wir wissen, dass die gut drauf sind.“

Kellers Vorteil: Er kann abgesehen von Keeper Hendrik Helmes und Co-Trainer Denis Köse aus dem Vollen schöpfen. Enrico Christal wird nach einer Zerrung zurückkehren. „Ich habe den bislang stärksten Kader in dieser Saison beisammen“, sagt Keller. Sorgen vor Härtefällen habe er nicht. „Konkurrenzkampf ist doch etwas Gutes.“

So konnte er vergangene Woche in Kamen Marcel Bieber von der Bank bringen, der prompt den Treffer zum 3:0-Endstand in Kamen erzielte. Und auch Dennis Köses Rückkehr ist absehbar. „Mitte Oktober will ich die ersten Minuten machen“, sagt er. Am Freitagabend absolvierte der 30-Jährige erste Laufeinheiten mit der Mannschaft.

Jaber muss unterdessen am Sonntag auf Linksverteidiger Lukas Mangels verzichten. Er befindet sich im Urlaub. Für Mangels soll Fernando Manfredi einspringen.

 Türkischer SC Kamen - Westfalia Wethmar Sonntag, 15 Uhr, Augustastraße 45, Hamm

Einen einzigen Punkt hat die Mannschaft von Trainer Simon Erling bislang sammeln können. Der Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz beträgt drei Zähler. „So langsam muss der erste Dreier her“, sagt Erling vor dem Gastspiel am Sonntag beim TSC Hamm.

Die Situation sei nicht einfach. Weder für den 27-Jährigen, der vor der Spielzeit vom Coach der U23 zum Trainer des Bezirksliga-Teams befördert worden ist. Noch für die Mannschaft, die selbst auf Ursachenforschung ist. „Es ist natürlich undankbar, wenn du von 15 anderen Teams zum Topfavoriten ernannt wirst. Das baut gewissen Druck auf“, sagt Erling.

Druck, der sich nach dem Katastrophenstart noch verstärkt hat. „Gewinnt Hamm, haben die schon fünf Punkte mehr als wir. Das darf nicht passieren“, sagt Wethmars Trainer. Sein Team müsse gefestigter auftreten, müsse den ersten Schritt aus dem Keller gehen. Zusätzlichem Druck durch Vereinsverantwortliche sehe sich Erling aber noch nicht ausgesetzt: „Das muss mir auch keiner sagen. Es ist meine zehnte Saison als Trainer. Uns ist allen bewusst, dass wir unbedingt bald punkten müssen.“

Einen Grund für die Situation glaubt Erling zu kennen: die anhaltende Personalmisere. In Till Kowalski, Nico Stork und Paul Mantei fehlen weiterhin Spieler, die vergangene Saison maßgeblichen Anteil an der Vizemeisterschaft hatten. Damit aber nicht genug: Die Liste der Ausfälle wird komplettiert durch Gianluca Kösling, Tim Cillien, Dennis Anderson und den für zwei Spiele gesperrten Bastian Quiering. Der Einsatz von Rene Harder ist aufgrund von Rückenproblemen fraglich. Paul Giesebrecht wird dafür wieder zum Team stoßen, Yevheniy Kuruts dürfte nach guten Auftritten in der U23 dem Bezirksliga-Kader angehören.

Probleme hat auch Wethmars Gastgeber TSC Hamm. Trainer Osman Köse hat nach nur vier Spieltagen seinen Rücktritt erklärt. Sein Nachfolger ist zugleich sein Vorgänger. Erdal Akyüz hatte das Team zuvor über viele Jahre gecoacht. Sein Ziel: „Den Spielern das Selbstvertrauen zurückgeben, das sie verloren haben.“ Vergangenen Sonntag glückte das bei der 0:3-Niederlage in Nordkirchen noch nicht, Hamm ist mit drei Punkten auf Rang 14. „Es wird ein Spiel sein, in dem es über die Kampfbereitschaft geht“, sagt Erling.

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