BV Brambauer spielt gegen WSC um die Spitze

Fußball: Bezirksliga

Eine Woche nachdem der BV Brambauer die Tabellenspitze der Fußball-Bezirksliga 8 vom Werner SC übernommen hat, kommt der entthronte WSC nach Lünen. Der Tabellendritte, Westfalia Wethmar, empfängt parallel den abstiegsbedrohten FC Nordkirchen. Der ebenfalls vom Abstieg bedrohte VfB Lünen tritt beim Vierten an.

LÜNEN

, 24.03.2017, 16:41 Uhr / Lesedauer: 5 min

Fußball, Bezirksliga 8 BV Brambauer - Werner SC Sonntag, 26. März, 15 Uhr, Am Freibad, 44536 Lünen

Es ist das Topspiel der Fußball-Bezirksliga 8: Der neue Spitzenreiter BV Brambauer empfängt mit dem Werner SC den ersten Verfolger. Wir blicken vor dem Duell auf die Mannschaftsteile sowie die Trainer und erläutern die aktuelle Form.

1. Die Torhüter: Die Brambauer Torwart-Frage ist noch ungeklärt. Zu Beginn der Rückserie stand Hendrik Helmes zwischen den Pfosten. Auf der Linie zeigt er starke Reflexe, bei der Strafraumbeherrschung hat er noch Probleme. Gegen den TuS Hannibal (4:0) durfte aber Routinier Robert Botta ran – und hielt prompt einen Strafstoß. „Ich habe noch nicht entschieden, wer spielt“, sagt BVB-Coach Thorsten Nitsche.

Beim Werner SC hingegen wird wie gewohnt Stammtorwart Sebastian Treppe zwischen den Pfosten stehen. Ihn trifft an den vergangenen zwei Niederlage gegen Ascheberg (1:2) und gegen Kamen (0:1) am wenigsten die Schuld – an den Treffern war er machtlos. Gegen Holzwickede hielt er über 90 Minuten seinen Kasten sauber, wurde vor dem Ausgleich von seinem Verteidiger Christof Zilligen angeschossen.

2. Die Verteidigung: Der Brambauer Hintermannschaft fehlt aktuell die Konstanz. Die Innenverteidiger Joel Razanica und Mark Fluder sind kopfballstark, beteiligen sich auch am Aufbauspiel. Gegen Lüdinghausen (2:3) und Roj (4:3) hinterließ die BVB-Defensive aber keinen guten Eindruck. Rechts verteidigt der kampfstarke Matthias Klemt, auch links sind Rajko Milinkovic und Burhan Burma eher auf defensive Aufgaben bedacht.

Die Abwehr des Tabellenzweiten aus Werne ließ insgesamt wenig zu – Niklas Link überzeugte mit einer starken Zweikampfquote – doch fast alle Torchancen der Gegner fanden den Weg ins Tor. In Ascheberg wie im Heimspiel gegen Kamen fielen die Treffer über die linke Seite von Dennis Seifert. „Das ging zu einfach“, sagte Wernes Trainer Kurtulus Öztürk nach dem Spiel in Ascheberg. Zilligen und Dominik Giffey komplettieren die Viererkette.

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3. Das Mittelfeld: Das Prunkstück der BVB-Elf. Besonders in den jüngsten Spielen gegen Overberge (3:1) und Hannibal. Thorsten Nitsche und Kapitän und Anführer Dennis Köse ziehen die Fäden, das Duo verfügt über jahrelange Erfahrung in höherklassigen Ligen. Ob Trainer Nitsche aber wirklich aufläuft? „Das behalte ich noch für mich“, sagte er am Freitag. Die jüngsten Eindrücke sprechen allerdings dafür. Auf den BVB-Außenbahnen ist Ahmed Ersoy gesetzt.

Bei den Wernern ist Dennis Klossek auf der Sechs gesetzt. „Der Arbeiter“, wie Trainer Öztürk ihn nennt, kommt diese Saison auf 21 Einsätze und 1856 Spielminuten – nach 21 Spieltagen. Ob neben ihm Joel Simon aufläuft, ließ Öztürk noch offen. In Ascheberg trug er nach dem Ausfall von Chris Thannheiser die Kapitänsbinde, allerdings verpasst er die anderen drei Spiele nach der Pause.

4. Die Offensive: Der Ausfall von Marcel Bieber (Bänderriss) wiegt schwer. 17 Treffer hat der BVB-Torjäger bereits erzielt. Umso mehr ist Spielmacher Osman Kumac gefragt. „Er ist in einer starken Form“, sagt Nitsche. Gegen Hannibal traf Kumac doppelt. Im Sturmzentrum könnte Co-Trainer Jascha Keller als Anspielstation auflaufen. Die Alternative: der wendige Ibrahim Hyseni aus der U23 des BVB.

Hier haperte es beim WSC: Jannik Prinz und Dominik Hennes ließen eine Fülle an Torchancen in den vergangenen Wochen ungenutzt. Kapitän Thannheiser fällt aus. Mit 21 Einsätzen in 21 Spielen dürfte Dauerläufer Jussef Saado wohl wie gewohnt auf der Außenbahn, im Sturm wohl Julian Rohlmann beginnen. Prominente Wechsel in der Startelf schloss Öztürk aber nicht aus: „Einige haben mir zu viel Angriffsfläche geboten“, sagte er. Nur drei Tore gelangen den Wernern in den vergangenen drei Spielen – mit 47 Spielen stellt die Mannschaft von Öztürk derzeit hinter Wethmar und Overberge die drittbeste Offensive.

5. Die Trainer: Thorsten Nitsche hat das Team vor der Saison übernommen und gleich eine Spitzenmannschaft geformt. Nach dieser Saison tritt er aus privaten Gründen aber schon wieder ab. Der langjährige Leistungsträger der BVB-Ersten ist ein Vorbild im Kader, seine ruhige, besonnene Art kommt gut an in der Glückauf-Arena. Nitsche stapelt tief vor dem Topduell: „Wer hätte gedacht, dass wir oben mitspielen? Werne ist für mich weiterhin das stärkste Team der Liga.“

Der Werner SC hat mit Öztürk den Vertrag Anfang März vorzeitig um ein Jahr verlängert: Damit geht der 36-Jährige 2017/18 in seine fünfte Spielzeit beim WSC. Bei den Spielern kommt er gut an und ist wichtiger Ansprechpartner. So bleibe laut Öztürk das Gerüst der Mannschaft auch in der kommenden Saison bestehen – sowohl in der Bezirks- als auch in der Landesliga. Doch mit dem stärksten Kader der Liga muss der Aufstieg her. Vor dem Duell gibt er sich selbstbewusst: „Wenn meine Spieler den Plan beherzigen, bin ich optimistisch, dass wir als Sieger vom Platz gehen.“ 

TuS Westfalia Wethmar - FC Nordkirchen Sonntag, 26. März, 15 Uhr, Wehrenboldstraße, 44534 Lünen

Seit dem 25. September 2016 ist Fußball-Bezirksligist Westfalia Wethmar ungeschlagen. Die letzte Niederlage kassierte das Team am siebten Spieltag beim FC Nordkirchen. Das 1:2 kassierte der Tabellendritte in der Nachspielzeit. Raphael Lorenz traf per Freistoß. Am Sonntag kommt es zum Wiedersehen. Endet ausgerechnet jetzt die Wethmarer Erfolgsgeschichte?

„Darüber denken wir nicht nach“, sagt Wethmars Trainer Rolf Nehling. Er hat mit seinem Team den Rückstand auf die Spitze zuletzt auf nur noch fünf Punkte reduziert. Und er weiß: Brambauer und Werne bekommen es am Sonntag im direkten Duell zu tun. „Ein Unentschieden wäre ganz gut“, so Nehling. Denn dann könnte der Wethmarer Rückstand – ein Sieg gegen Nordkirchen vorausgesetzt – auf drei Punkte schrumpfen. „Wir setzen uns aber nicht unter Druck“, sagt Nehling. „Wir müssen gewinnen. Alles andere können wir weiterhin nicht beeinflussen.“

Zunächst einmal gilt es die eigene Aufgabe zu lösen. „Nordkirchen steht weiter mit dem Rücken zur Wand“, sagt Nehling. Nur dank der besseren Tordifferenz gegenüber dem VfB belegt der einstige Titelkandidat einen Nichtabstiegsplatz. „Gerade offensiv ist das Team richtig gut besetzt“, sagt Nehling, der wieder mit Kai Schinck und Dennis Anderson planen darf. Allerdings fällt Kapitän Nico Stork (5. Gelbe Karte) aus. „Er ist unser Dreh- und Angelpunkt“, sagt Nehling. „Ihn können wir nicht einfach ersetzen.“ Gut möglich, dass der TWW-Coach deshalb die Formation ändern wird.

„Wethmar ist nicht unser Maßstab und immer ein Topfavorit auf die Meisterschaft“, sagt Nordkirchens Trainer Issam Jaber anerkennend. Er hat unter der Woche im Ex-LSVer Philipp Sandhowe eine Nummer eins bestimmt. Zuvor hatte Nordkirchen zwischen den Pfosten rotiert. 

Holzwickeder Sport Club II - VfB Lünen Sonntag, 26. März, 15.15 Uhr, Unnaer Str. 68, 59439 Holzwickede

Am Dienstagabend ist Andreas Roch zur Rettungsaktion angetreten. Als Nachfolger des bisherigen Trainers Steven Koch soll er in neun Spielen den Abstieg des VfB Lünen aus der Fußball-Bezirksliga verhindern. „Jeder weiß, dass es schwierig ist“, sagte Roch vor seiner Premiere am Sonntag beim Holzwickeder SC II.

Drei Einheiten absolvierte Roch, letztmals 2013 auf der Trainerbank der Süder und seitdem Sportlicher Leiter des Klubs, mit seiner Mannschaft. „Ich habe viele Gespräche geführt“, sagte er am Freitag. Der VfB belegt aktuell punktgleich mit dem FC Nordkirchen den ersten Abstiegsplatz, Nordkirchen hat die um vier Treffer bessere Tordifferenz – und psychologisch die bessere Ausgangslage nach den jüngsten Ergebnissen.

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„Auch im Umfeld ist jedem bewusst, dass das eine harte Aufgabe ist“, sagte Roch. „Wir werden aber die Köpfe nicht hängen lassen. Und das ist auch der Eindruck, den ich bislang von den Spielern gewonnen habe.“ Denn: „Wir wissen, dass wir an einem guten Tag jede Mannschaft schlagen können. Das haben wir in der Hinrunde oft genug bewiesen.“

So auch im Hinspiel gegen den Tabellenvierten Holzwickede, das der VfB mit 3:2 gewann. „Dennoch: Das ist eine der spielstärksten Mannschaften der Liga“, sagte Roch. „Wir werden wieder einen Sahnetag benötigen.“ Zumal die Personallage angespannt bleibt. Neben den Langzeitverletzten fehlen die gesperrten Oliver Hilkenbach und Simon Weis. Auch Spieler aus der Reserve werden zum Einsatz kommen.

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