BW Alstedde profitiert vom Verkauf seines Stadionnamens: „Es ist ein Geben und Nehmen“

rnBW Alstedde

Unlängst haben wir mit Lüner Vereinen über finanzielle Unterstützungen durch die Umbenennung ihrer Stadien gesprochen. BW Alstedde schwärmt in den höchsten Tönen von dem Konzept.

Lünen, Alstedde

, 27.11.2019, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Einige Vereine in Lünen sind offen für die Idee, ihre Stadien umzubenennen und dafür finanzielle Unterstützung zu erhalten. Beim FC Brambauer steht der Abschluss eines solchen Vertrages sogar bevor (wir berichteten).

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Der Tabellenführer der Dortmunder Kreisliga A2 BW Alstedde um Hans-Jürgen Kahl, stellvertretender Vorsitzender, kann seinen Nachbarn das Konzept wärmstens empfehlen. Hier ist man mit der Umbenennung des Stadions von „Am Heikenberg“ in „Knappschaft-Stadion“ rundum glücklich: „Wenn wir etwas brauchen, dann wird das angefragt – das ist ein Automatismus.“ Bei der finanziellen Förderung durch die Krankenkasse Knappschaft stünden allerdings die Junioren im Fokus. „Die Jugend ist unser Kapital“, sagt Kahl. Eine Laufzeit habe die Partnerschaft nicht und sei daher „für die Ewigkeit“.

„Wir sind einfach froh“

Kahl: „Wir sind einfach froh, dass wir so einen großartigen Partner gefunden haben. Es ist ein Geben und Nehmen.“ Denn erwartungsgemäß seien einige Mitglieder zur Knappschaft gewechselt. Die Kooperation beinhalte laut Kahl auch eine Art Qualitätsmanagement. „Die stehen uns mit Rat und Tat zur Seite.“

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Mit insgesamt 13 Junioren-Mannschaften, die jeweils von zwei ehrenamtlichen Trainern betreut werden, fällt bei den Blau-Weißen viel an. Organisatorisch, aber auch finanziell. „Wir haben über eine halbe Million Euro gesammelt, um uns den Traum eines Kunstrasenplatzes zu erfüllen“. Doch der große Zulauf von Spielern erforderte mehr. In diesem Fall mehr Geld. Weitere knapp 600.000 Euro bekamen die Alstedder zusammen, um einen zweiten, kleineren Kunstrasenplatz in Auftrag geben zu können.

„Wir sind schuldenfrei“

„Trotzdem sind wir schuldenfrei und stolz darauf“, sagt Kahl. Die Gründe für den Erfolg sieht er im Umgang untereinander. „Viel geht hier über Kameradschaft.“ Damit meint Kahl nicht nur das Engagement außerhalb der Meisterschaftsspiele. Denn zuletzt zeigte BW Alstedde vor etwa drei Wochen im Auswärtsspiel gegen die SG Gahmen (3.) seinen starken Zusammenhalt und verwandelte einen 0:2-Rückstand kurz vor Spielende (86.) noch in ein 2:2-Remis.

„Andreas Hermes war der große Gewinn für uns“

Die Senioren spielen als Spitzenreiter mit neun Punkten vor dem Zweitplatzierten, VfB Lünen, die Hauptrolle im Aufstiegskampf für die Bezirksliga. Kahl: „Das ist eine schöne Momentaufnahme.“ Große Anteile daran habe für ihn der Vater von Tim Hermes, aktuell Mannschaftschef des A-Ligisten. „Andreas Hermes war der große Gewinn für uns“, sagt Kahl.

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Dieser übernahm erst die A-Jugend, bekam dann aber vom Vorstand das Trainer-Amt für die erste Mannschaft angeboten – und willigte ein. „Als der dann nicht mehr konnte, sprachen wir mit Tim und der macht das super“, sagt Kahl. „Er hat in der spielfreien Zeit auch darauf hingewiesen, dass der Aufstieg definitiv kein Selbstläufer wird und wir genauso weitermachen müssen.“ Konkurrenz sieht der stellvertretende Vorsitzende im VfB Lünen, aktuell Tabellenzweiter, und in der SG Gahmen, die nur zwei Punkte hinter dem VfB auf Rang drei lauert.

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