Christalklarer Sieg beim BV Brambauer / Westfalia Wethmar unterliegt

Fußball: Bezirksliga 8

Enrico Christal war beim Bezirksligisten BV Brambauer gegen Scharnhorst der Mann das Tages. Westfalia Wethmar unterlag unterdessen dem Spitzenreiter aus Bövinghausen.

von Timo Janisch, Niklas Dvorak

Brambauer, Wethmar

, 07.10.2018, 21:40 Uhr / Lesedauer: 3 min
Ein leichtes Grinsen, das Treiben im Hintergrund hatte er längst entschieden: Brambauers Enrico Christal.

Ein leichtes Grinsen, das Treiben im Hintergrund hatte er längst entschieden: Brambauers Enrico Christal. © Timo Janisch

Bezirksliga 8
Scharnhorst – BV Brambauer 0:3 (0:2)

Vor der Pause beruhigte Christal mit einem Doppelpack die Seele des BV Brambauer, der in Halbzeit eins noch keine entscheidende Torgefahr entwickeln konnte. Zwei mal wurde er in Szene gesetzt, zwei Mal reichte ein überlegter und ruhiger Abschluss gegen einen wirklich schwachen Bezirksligisten. Erst verlud „Enno“, wie er im Team gerufen wird, mit mehreren Schussfinten Alemannia-Schlussmann Kevin Glaap, bis zum Sommer beim SV Preußen im Kasten, kurz darauf wartete er freistehend lange und verlud Glaap so ein zweites Mal.

Nach der Pause startete der Zehner wie so oft in dieser Partie in einen der vielen freien Räume in der Scharnhorster Abwehr und bediente den von rechts eingerückten Arkadi Daunhauer. Einen weiteren überlegten Schuss später stand es 3:0 für die Gäste.

Christal ist nicht so vermessen zu sagen, er habe seine starke Leistung kommen sehen. Aber dass es Indizien dafür gab, wollte er dann doch nicht verheimlichen: „Ich habe vor dem Spiel noch mal mit dem Trainer gequatscht und ihm gesagt: Als ich das letzte Mal auf diesem Platz gespielt habe, habe ich drei Tore gemacht.“

Zum dritten Treffer reichte es allerdings nicht – obwohl BVB-Coach Jascha Keller frühzeitig ankündigte, Christal bis zum Ende auf dem Platz zu lassen. Und das lag nur am BVB selbst. Scharnhorst bot eine Menge an, aber Brambauer zögerte, zuzugreifen. Zahlreiche Abseitspositionen und Ungenauigkeiten verhinderten ein höheres Resultat. „Das ärgert mich schon. Da haben wir die letzte Kaltschnäuzigkeit vermissen lassen“, sagte Keller.

Dass Christal am Sonntag „liefern“ würde, ahnte übrigens auch der Trainer. „Ich hatte es tatsächlich im Gefühl, dass er ein sehr gutes Spiel macht. Eine tolle Leistung“, so Keller. „Der Trainer wollte was sehen und ich denke, das hat er dieses Mal wieder“, sagte Christal und hatte natürlich Recht. Er kommt in der laufenden Spielzeit noch nicht auf so viel Einsatzminuten wie in der vergangenen Saison, lieferte jetzt aber ein Bewerbungsschreiben dafür ab, dass er künftig häufiger in die Auswahl der letzten elf kommen könnte.

Dass er mit dem 0:3 noch gut bedient war, musste auch Alemannia-Trainer Marcus Wedemann anerkennen: „Wir haben vorher angesprochen, dass es eine sehr gute Kontermannschaft ist. Wenn es uns ganz hart erwischt hätte, hätten wir neun Stück gekriegt und das wäre auch gerechtfertigt gewesen.“ Sein Team hätte sich zu viel mit sich selbst beschäftigt – eine weitere Beobachtung an diesem Sonntagnachmittag, der man voll zustimmen kann.

Alemannia Scharnhorst: Glaap – Lage bach, Tuktuganov, Lupp, Galonska (46. Niggemann), Güngör (28. Stiefel), Paluch, Wedemann, Bergner, Bajramoski, Akarsu

BV Brambauer: Lemke – Klemt, Köse, Kollakowski, Voll (78. Stolzenhoff) – Ehrentraut., Razanica, Berger, Christal, Bieber (46. Daunhauer) – Schuster (77. Wantoch von Rekowski)

Tore: 0:1 und 0:2 beide Christal (37./42.), 0:3 Daunhauer (48.)

TuS Bövinghausen – Wethmar 3:0 (2:0)

„Wir wussten, dass Bövinghausen in den Spielen zuvor immer früh das erste Tor schießt und das zweite schnell nachlegt. Das wollten wir verhindern“, sagte Wethmars Coach Andreas Przybilla. Doch der Wunsch, dass solange wie möglich die Null stehen soll, ging nicht in Erfüllung. Nach einer knappen Viertelstunde fiel der erste Treffer für den Gastgeber. Ein Diagonalball landete bei Dennis Gazioch, der zum 1:0 für sein Team einnetzte (16.).

Und es traf genau das ein, was die Wethmarer befürchteten und vor dem Spiel ansprachen. Denn Bövinghausen machte weiter Druck und legte den zweiten Treffer nur vier Minuten später nach. Vorausgegangen war ein Fehler in der Defensive, der dazu führte, dass Mateus Cardoniz auf 2:0 erhöhte. Im Anschluss fanden die Gäste ihre Ordnung wieder, verteidigten enger und konsequenter und agierten mutiger nach vorne.

Im letzten Drittel verpufften allerdings die meisten Aktionen, weil die Grün-Weißen oftmals einmal mehr die falsche Entscheidung trafen. Chancen hatten die Jungs vom Cappenberger See nach dem 2:0 genug. Die beste hatte Tim Heptner, doch seinen Schuss aus kurzer Distanz parierte Bövinghausens-Keeper Patrick Kunz stark. „Wir haben es teilweise überhastet, teilweise zu kompliziert gelöst, ansonsten hätten wir sicherlich den ein oder anderen Treffer setzen können“, meinte Przybilla.

Bövinghausen schaltete ab und an mal ein paar Gänge zurück, machte es in der Schlussphase jedoch deutlich besser als die Wethmarer. „Bövinghausen hat einfach reif und einfach gespielt. Das war eben sehr effektiv. „, so Przybilla. Aber die Wethmarer können auch was Positives aus der Niederlage mitnehmen: „Wir sind als Mannschaft im Takt und haben selbst nach dem 3:0 nicht aufgehört Fußball zu spielen. Wir wollten noch das 3:1 erzielen. Aus dem Spiel können wir mit erhobenem Haupt gehen und uns auf das Heimspiel gegen Mengede vorbereiten“, sagte Przybilla.

TuS Bövinghausen: Kunz – Thormann, Aksözek, Bastürk (68. Karaca), Cardoniz (70. Reinholz), Gazioch, Gjorgjievski, Machado (88. Yakici), Ramadan, Argirovski, Hamza

Westfalia Wethmar: Müller – Kaufmann, Jashanica, K. Coerdt, Mhani, Neutzner, Pöhlker, El-Gaouzi, Schöpf, Heptner, Stork

Tore: 1:0 Gazioch (16.), 2:0 Cardoniz (20.), 3:0 Karaca (78.)

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