Wegen des Coronavirus: Erste Spielabsage in der Westfalenliga - „Kein gutes Gefühl“

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Die erste Spielabsage der neuen Fußball-Spielzeit steht fest. Wegen des Coronavirus. Der betroffene Klub ist wegen der Situation bedient. Alle Spieler lassen sich testen.

Lünen

, 03.09.2020, 14:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Sonntag startet die neue Fußball-Spielzeit offiziell. Endlich, lautet der Tenor bei vielen Fußballern. Endlich wieder um Punkte spielen, endlich wieder Wettkampfbedingungen.

Doch das Coronavirus ist immer noch präsent. Und so gibt es auch schon die erste Spielabsage in der Westfalenliga Staffel 1. Das Spiel zwischen SC Westfalia Kinderhaus und der Spvvg. Erkenschwick am ersten Spieltag wird nicht stattfinden. Darüber entschied der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) in Zusammenarbeit mit der Spielvereinigung Erkenschwick, teilte der Verein dieser Redaktion mit.

Mehrere Spieler mit Symptomen

Doch was ist passiert? Am vergangenen Freitag, den 28 August, spielte die Spielvereinigung im Kreispokal-Halbfinale (Kreis Recklinghausen) der vergangenen Saison gegen den Oberligisten SV Schermbeck. Das Spiel verlor Erkenschwick im Elfmeterschießen, doch darüber sprach zwei Tage im Anschluss niemand mehr.

Mehrere Spieler hatten Symptome des Covid-19-Virus. So berichtete Schermbecks Trainer Sleiman Salha der „Dorstener Zeitung“ zunächst, Ende der vergangenen Woche hätten sich gleich mehrere Spieler mit Verdachtssymptomen wie Verlust des Geschmacks- und Geruchssinns gemeldet.

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Michael Steinrötter, Vorsitzender des Oberligisten, erklärte dazu, die drei Spieler hätten sich erst beim Verein gemeldet, nachdem ein anderer Akteur Vorstand und Trainer am Sonntag informiert habe, dass er eindeutige Symptome aufweise.

Daraufhin sei der Verein tätig geworden, habe Behörden und Kontaktpersonen informiert. Mittlerweile sind acht positive Coronavirus-Fälle beim SV Schermbeck bekannt (Stand: 3. September).

Die Spielvereinigung Erkenschwick, Gegner des Lüner SV in der Westfalenliga Staffel 1, zeigte sich am vergangenen Sonntag, zwei Tage nach dem Spiel gegen Schermbeck, schockiert. In einer Stellungnahme des Klubs heißt es unter anderem: „Wir sind sprachlos, schockiert und wütend aufgrund dieser Vorgehensweise!“. Man habe in Zeiten, in denen so ein Fehlverhalten den kompletten Spielbetrieb gefährde, vom SV Schermbeck mehr Verantwortungsbewusstsein und Professionalität erwartet.

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Erkenschwicks Verantwortliche setzten sich ebenfalls mit den Behörden in Verbindung, bekamen am Mittwoch die Zusage für kostenfreie Corona-Tests für die gesamte erste Mannschaft vom Kreis-Gesundheitsamt Recklinghausen.

Bis dahin hatten sich aber bereits mehrere Spieler auf eigene Kosten testen lassen, wie Marcel Kozycki, Mitglied des Vorstands und der Marketingabteilung, bestätigte. Unter anderem auch auf Druck der Arbeitgeber.

„Das ist ein Schlag, den einen da trifft“

Zehn Personen hätten bereits ein negatives Testergebnis, der Rest muss noch warten. In Zusammenarbeit mit dem FLVW kam die Spielabsage des ersten Spieltages der neuen Saison zustande. „Das ist ein Schlag, den einen da trifft. Man konnte sich vorstellen, dass es jemanden trifft, aber das ist für uns absolut kein gutes Gefühl. Das macht natürlich kein Spaß. Der ganze Aufwand ist schon groß“, erklärt Kozycki dazu.

Der Trainingsbetrieb ruht bereits die ganze Woche und soll auch erst wieder aufgenommen werden, wenn der Verein Sicherheit hat. Das Gesundheitsamt hat den Spielern, die negativ getestet sind, aber bereits grünes Licht gegeben.

„Wir wollen da Vorsicht walten lassen“, erklärt Kozycki.

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