Darum droht den Wasserballern des SV Lünen eine komplizierte Saison

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Die Wasserballer des SV Lünen 08 halten sich trotz erschwerter Trainingsbedingungen seit Jahren in der Zweiten Liga West. Coach Olaf Bispinghoff sieht aber harte Zeiten auf sich zukommen.

Lünen

, 28.11.2019, 13:48 Uhr / Lesedauer: 2 min

Olaf Bispinghoff, Coach der Zweitliga-Wasserballer des SV Lünen, findet klare Worte:„Wir haben echt eine schwierige Saison vor uns“, so der Trainer der Wasserballer. „Wir schaffen es momentan einfach nicht, mehr als zwei Trainingseinheiten in der Woche zu machen.“ Ein Nachteil für den SVL.

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Denn in der Zweiten Liga würden laut Bispinghoff „alle viermal die Woche trainieren“. Dabei stünde den Wasserballern immerhin eine zusätzliche Wasserzeit im Lippebad zur Verfügung. Nur fällt diese ausgerechnet auf den Sonntagabend, an dem der SV ohnehin schon seine Meisterschaftsspiele austrägt. Bispinghoff: „Dann können wir uns überlegen, ob wir ein Ligaspiel machen wollen oder trainieren.“ Eine Entscheidung, die den Lünern in diesem speziellen Fall zwar leicht fällt, aber gleichzeitig Ärgernis auslöst. Und selbst dann würde im Vergleich zu den Mitstreitern in der Liga einmal weniger trainiert werden. In der Vergangenheit seien die Wasserballer noch regelmäßig extern spielen gewesen.

„Nebenbaustellen, wie Studium, mehr Verantwortung oder der Einstieg in den Job, machen das momentan unmöglich“, sagt der Coach. Die Trainingsbeteiligung liegt laut Bispinghoff bei 70 Prozent und sei daher mit der eines Verbandsliga-Teams im Fußball vergleichbar.

„Das Spiel wird schneller“

Zudem ist das Becken im Lippebad für die Sportart Wasserball nicht ausreichend groß. Während andere Vereine in bis zu 50 Meter langen Becken trainieren und im Wettbewerbbetrieb laut Regelwerk auf einer Länge von 30 Metern spielen müssen, sind in Lünen nur 25 möglich. Dass Bispinghoffs Mannen in ihrer Basis überhaupt offiziell Meisterschaftspartien austragen dürfen, erforderte eine Sondergenehmigung.

„Wir müssen 16 Spiele auf großem Feld austragen, alle anderen haben nur ein Spiel auf kleinem Feld bei uns“, sagt Bispinghoff. „Einen wirklichen Vorteil haben wir dadurch nicht, im Gegenteil.“ Zudem haben Änderungen im Regelwerk (wir berichteten) das Spiel im Wasser geändert. „Es ist jetzt schneller und man muss gedanklich schneller schalten“, sagt Bispinghoff. Daran werde er mit seiner Mannschaft noch arbeiten müssen. Denn zum Saisonauftakt verloren die Lüner im Lippebad gegen den ASC Duisburg II deutlich mit 11:24. „Das war für uns das erste Spiel mit neuen Regeln“, sagt Bispinghoff. „Da waren vier, fünf Spieler aus der ersten Mannschaft dabei, die in der Ersten Bundesliga spielen.“ Und daher bereits fünf Partien unter neuen Regeln bestritten haben.

Nachwuchs hat Angst vor der Zweiten Liga West

„Momentan bekommen wir es nicht hin, die Jugend-Wasserballer so interessiert zu bekommen, weiterhin Wasserball zu spielen“, sagt Bispinghoff. Zu groß sei für sie der Sprung aus der U18 in die erste Mannschaft und damit auch in die zweite von insgesamt sieben Ligen. „Das trauen sich einige Jugendspieler nicht“, sagt Bispinghoff. „Das ist jetzt eine Geduldsaufgabe. Ein bis zwei Jahre müssen wir da schon investieren.“

Von einem Abstieg möchte der Coach dennoch nicht sprechen. Sicher ist er sich in jedem Fall mit seiner Mannschaft jeden Gegner „lange zu ärgern, um wenigstens einen Punkt zu kriegen“. Er sieht am Ende seinen kommenden Gegner SV BW Bochum oder seinen letzten Gegner aus Duisburg an der Tabellenspitze der Zweiten Wasserballliga. „Danach ist es ein bisschen gewürfelt, aber ich sehe Solingen/Wuppertal und Aachen noch weiter oben“, sagt Bispinghoff. „Die Saison ist aber lang, da kann alles passieren.“

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