Darum hat der Lüner SV kein Problem mit Spielern mit Migrationshintergrund

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Sechs Spieler des Lüner SV II wechseln zur SG Gahmen. Wie die SGG mitteilt auch deswegen, weil sie Migrationshintergrund haben und sich beim LSV nicht mehr wohlfühlen. Ein Kommentar.

Lünen

, 14.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Die genauen Gründe für ihren Vereinswechsel vom Lüner SV zur SG Gahmen kennen die Fußballer Hakan Uzun, Ahmet Karaduman, Ali Özkan, Onur Cirak sowie die beiden Kiymaz-Brüder Ramazan und Furkan wohl nur selbst. Als öffentlichen Grund jetzt aber anzuführen, dass sich das Sextett wegen ihres Migrationshintergrunds beim LSV unwohl gefühlt habe, ist viel zu einfach gedacht.

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Keine Frage, die Aussage, die der neue Sportliche Leiter des Lüner SV, Christian Hampel, bei seiner Vorstellung getätigt hat, war maximal unglücklich und hätte besser bedacht werden müssen. „Mir war sehr wichtig, dass ein Stück weit die DNA der Mannschaft verändert wird. Es war wichtig, dass wir viele deutsche Jungs dazubekommen - ohne dass das jetzt jemand in den falschen Hals bekommt“, sagte Hampel im Videointerview Ende Februar und scheint wohl schon im Moment der Aussage gemerkt zu haben, dass dieser Satz Zündstoff bergen könnte.

Quartett entkräftet Vorwürfe

Dem LSV nun aber zu unterstellen, er habe ein Problem mit dem Migrationshintergrund seiner Spieler, ist schlichtweg falsch. Das beweisen die jüngsten Beispiele. Erst kürzlich hat der LSV nämlich ein Quartett an Neuzugängen präsentiert. Volkan Ekici, Mehmet Kara, Sefa Ayraz und Soufiane Halim spielen ab der kommenden Saison für die Schwansbeller - allesamt übrigens Spieler mit einem Migrationshintergrund. Ob der LSV damit die Aussage Hampels relativieren wollte oder nicht: Die Lüner setzen ein klares Zeichen und distanzieren sich von der Denke, dass die Nationalität bei der Verpflichtung neuer Spieler entscheidend sei.

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Was noch gegen die Vorwürfe spricht: Erst kürzlich hat der Lüner SV, der überdies mit Imdat Acar über einen Vorsitzenden mit Migrationshintergrund verfügt, vermeldet, dass er zwei neue Seniorenmannschaften für den Spielbetrieb anmeldet. Sie können es sich schon denken: Der Großteil der Spieler hat natürlich einen Migrationshintergrund. Das entkräftet die Vorwürfe noch einmal ein Stück weit. Der LSV lebt Integration.

Gute Arbeit bei der SG Gahmen

Der SG Gahmen, die aktuell gute Arbeit leistet, darf man dennoch gratulieren. Der frischgebackene A-Liga-Aufsteiger freut sich über sechs Spieler, die die Mannschaft noch einmal voranbringen werden. Mit dem LSV-Sextett und vielen weiteren Neuzugängen werden die Gahmener in der kommenden A-Liga-Saison mit Sicherheit eine sehr gute Rolle in der Meisterschaft spielen.

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