Dennis Gerleve: „Wenn ich nicht spielen kann, merkt man, dass ein Vakuum entsteht“

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Mittlerweile ist der BV Lünen angekommen in seiner neuen Staffel. Spielertrainer Dennis Gerleve will den kurzfristigen Erfolg - und dafür im Winter möglicherweise noch Verstärkung holen.

Lünen

, 22.10.2019, 13:28 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mittlerweile sieht Dennis Gerleve alles ein bisschen gelassener. Zu Zeiten, als der Spielertrainer des BV Lünen sich aufs Spielen konzentrierte, griff Gerleve seine Ziele noch ungeduldiger an. „Da wollte ich immer relativ schnell relativ viel“, sagt Gerleve. Doch das hat sich geändert.

„Da bin ich viel, viel geduldiger als früher als Spieler“, sagt der 35-Jährige. Deshalb ließ Gerleve sich auch nicht vom durchwachsenen Saisonstart des Fußball-B-Ligisten verunsichern. Viel mehr kann er nach elf Saisonspielen sogar ein positives Fazit ziehen. „Nach dem Saisonstart sind wir jetzt natürlich mega glücklich, es wieder herangeschafft zu haben“, sagt Gerleve. Herangeschafft bedeutet: Der BV05 liegt mit 27 Punkten auf Rang zwei, Spitzenreiter SV Körne hat zwei Zähler mehr auf dem Konto.

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Nach drei klaren Niederlagen in den ersten fünf Spielen haben sich die Geister wieder herangekämpft an die Spitze der Kreisliga B4 Dortmund. „Das war nicht selbstverständlich“, sagt Gerleve. Schließlich hatte der BV05 extra vor Saisonbeginn die Staffel gewechselt, um eine bessere Rolle spielen zu können.

Denn vom Ziel ist man in der Geist keinesfalls abgerückt. Das lautet: „kurzfristiger Aufstieg“. Diese Antwort erhält man von Gerleve immer, wenn man ihn auf die Ambitionen der Mannschaft anspricht. Deswegen, so Gerleve, sei man „im Moment damit zufrieden.“ Aber: „Unser Ziel ist, am liebsten schon dieses Jahr aufzusteigen.“ Das haben die Blau-Weißen - trotz einiger hoher Hürden - selbst in der Hand.

BV Lünen braucht „noch ein bisschen Erfahrung auf dem Platz“

Und an der Moltkestraße will man nichts unversucht lassen. Neun neue Spieler laufen seit dem Sommer für den BV Lünen auf. Im Winter könnten weitere dazukommen. Eine positionsgetreue Schwachstelle für etwaige Verstärkungen hat Gerleve nicht ausgemacht. „Was wir festgestellt haben, ist, dass wir noch ein bisschen Erfahrung auf dem Platz brauchen. Wenn ich nicht spielen kann, merkt man, dass ein kleines Vakuum entsteht“, sagt Gerleve.

Das sei in den wichtigen Spielen der vergangenen Saison schon der Fall gewesen „und das hat sich am Anfang der Saison genauso angedeutet“, so der Spielertrainer. Beim Aufstiegsrelegationsspiel gegen Eintracht Dorstfeld, das der BV05 im Juni mit 2:4 verlor, war Gerleve etwa der einzige Lüner Spieler, der die nötige Körpersprache auf den Platz brachte.

Gut, dass der BV Lünen mit Patrick Osmolski erst kürzlich einen neuen Sportlichen Leiter vorgestellt hat. „Da haben wir uns breiter aufgestellt. Er hat nochmal einen anderen Wirkungskreis und bringt vor allem eine andere Betrachtung mit rein“, sagt Gerleve. Der langjährige Trainer von GS Cappenberg könnte also Spieler in die Geist locken, die der BV05 bislang nicht auf dem Schirm hatte.

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Selbst wenn es in dieser Spielzeit erneut nichts werden sollte mit einer Aufstiegsfeier in der Geist - das Projekt BV Lünen wäre längst nicht gescheitert für Dennis Gerleve. In Zeiten, wo im Fußballkreis Dortmund viel Geld in hochambitionierte Aufsteigermannschaften gesteckt wird, strebt der BV05 seit dem Abstieg 2016 eine kontinuierliche Entwicklung an. „Ich bin da sehr, sehr geduldig“, so Gerleve. Zwar will auch er irgendwann einmal höher trainieren, aber: „Im Moment liegt mein Fokus komplett auf dem BV Lünen.“ Dort hätte er Spaß und fühle sich wohl - das würde sich in der Kreisliga A allerdings wohl kaum ändern.

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