Dominik Deppe vom LSV glaubt „nicht, dass wir nochmal ein Spiel machen“

rnCoronavirus

Dominik Deppe wechselt im Sommer vom Lüner SV zum FC Brünninghausen. An eine Fortsetzung der Saison glaubt er nicht. Dann hätte er sein letztes Spiel für den LSV schon hinter sich - was ihn schmerzt.

Lünen

, 02.04.2020, 18:06 Uhr / Lesedauer: 3 min

Zur neuen Saison will Dominik Deppe vom Lüner SV in der Westfalenliga zum FC Brünninghausen wechseln. Nur gute 150 Meter vom Platz der Dortmunder wohnt der Außenverteidiger entfernt. Durch das Coronavirus könnte seine Zeit beim LSV allerdings bereits vorbei sein - eine Fortsetzung der Saison im Amateurfußball ist weiter unklar, womöglich hat Deppe sein letztes Spiel im Trikot der Löwen bereits gespielt, das letzte Training hinter sich. Davon geht der 25-Jährige mittlerweile sogar aus - und es ärgert ihn.

Jetzt lesen

„Ich glaube nicht, dass wir nochmal ein Spiel machen werden, so wie sich die Dinge in den letzten Wochen entwickelt haben“, erklärt Deppe mit Blick auf die Ausbreitung des Coronavirus. „Natürlich hoffe ich es, natürlich wollen wir alle wieder auf den Trainingsplatz, wollen alle wieder Spiele bestreiten. Aber ich glaube einfach, aufgrund der aktuellen Situation werden wir in dieser Saison nichts mehr machen können.“ Er sei gespannt, welche Regelung der Verband für Auf- und Abstieg treffe.

Jetzt lesen

Auf Platz 13 befindet sich der LSV während der Saison-Unterbrechung, zwei Zähler vor Abstiegsrelegationsrang 14. Der Zeitpunkt der Zwangspause hätte für Deppe allerdings ungünstiger kaum fallen können. „Ich glaube, wir haben uns in der Wintervorbereitung als Mannschaft erst so richtig gefunden. In den ersten Spielen konnte man schon sehen, dass jeder auf dem Platz für den anderen da war, egal, wie es gelaufen ist“, sagt Deppe. „Ich glaube, das wir in der Rückrunde allen hätten zeigen können, dass wir deutlich besser sind als der Tabellenstand.“

Aufgrund seines Mittelhandbruchs musste der Außenverteidiger, der nach zehn Jahren beim FC Iserlohn erst vor der Saison nach Lünen gewechselt war, in der Hinrunde lange pausieren. „Deswegen habe ich in Summe gar nicht so viele Spiele für Lünen gemacht, und das ist jetzt, wenn man die Rückrunde nicht zu Ende bringen kann, ärgerlich und tut ein bisschen weh“, erklärt Deppe.

„Die Jungs haben mich super aufgenommen“

Denn beim LSV habe er sich gleich sehr wohlgefühlt, erklärt er. „Die Jungs haben mich super aufgenommen. Wir hatten viele neue Spieler in dieser Saison, deswegen glaube ich, dass uns deshalb die Wintervorberietung nochmal richtig zusammengeschweißt hat.“

Der Zusammenhalt in der Mannschaft sei klasse. „Die Jungs machen auch außerhalb des Platzes was zusammen und unternehmen was, und das hat man auch auf dem Platz gesehen in den letzten drei Rückrundenspielen. Ich glaube echt dass sich da was entwickelt“, sagt Deppe, der dem LSV in der nächsten Saison „nur das Beste“ wünscht. „Von mir aus können sie alle Spiele gewinnen, außer zwei“, erklärt er mit einem Lachen.

Ob sein Wechsel wegen der unklaren Aussicht auf die nächsten Monate wegen des Coronavirus scheitern könnte, ist für ihn kein Thema. „Da mache ich mir keine Gedanken drum. Ich freue mich, ab Sommer dann zu Fuß zum Training gehen zu können, das hatte ich so auch noch nie“, so Deppe. „Wenn ich mir um irgendwas Gedanken mache, dann, ob die neue Saison auch pünktlich losgeht, weil momentan ist die Lage ja wirklich kaum einzuschätzen. Man kann nicht wirklich sagen, was in den nächsten ein, zwei, drei Monaten passiert. Deswegen möchte ich eigentlich nur so schnell wie es geht auf den Platz.“

Joggen statt Fußball

Bis dahin hält er sich mit Laufen fit. „Das war vorher gar nicht mein Ding, aber mittlerweile habe ich da sogar Spaß dran“, erklärt Deppe. „Jetzt war das Wetter ja auch relativ gut, Airpods in die Ohren und dann geht’s los.“ Dennoch freut er sich darauf, „so schnell wie möglich wieder die Kugel am Fuß zu haben“.

Und wenn das tatsächlich erst in Brünninghausen der Fall sein sollte, muss der Abschied von den alten Teamkollegen definitiv nachgeholt werden. „Da wird‘s auf jeden Fall einen Abschluss beim LSV geben“, sagt Deppe. „Keine Frage.“

Lesen Sie jetzt