Dominik Deppe will keinen Zweikampf scheuen

rnFußball-Westfalenliga

Der Lüner SV bastelt an seinem Kader für die kommende Saison. Der Sportliche Leiter Christian Hampel führt viele Gespräche. Dominik Deppe ist schon fix – und freut sich auf den LSV.

Lünen

, 20.03.2019, 11:03 Uhr / Lesedauer: 3 min

Noch kickt Dominik Deppe für den FC Iserlohn, Ligakonkurrent des Lüner SV in der Fußball-Westfalenliga. Der 24-Jährige ist unter Trainer Christian Hampel Außenverteidiger. Im Sommer geht es für Deppe gemeinsam mit seinem Trainer Hampel und vier weiteren FCI-Kräften nach Schwansbell zum Lüner SV. Im Interview spricht Deppe unter anderem über die Auswärtsprobleme des Lüner SV, das direkte Duell seiner beiden Vereine Ende April und über vergangene Platzverweise in Iserlohn, die unnötig waren.

Herr Deppe, drei Spiele am Stück hat der FC Iserlohn jetzt nicht verloren. In der Rückrundentabelle belegt der FCI sogar Platz vier. Warum läuft es plötzlich so gut?

In Iserlohn haben wir grundsätzlich eine sehr hohe Qualität. Die haben wir in der Hinrunde auf dem Platz aber größtenteils nicht gezeigt. Seit dem Ende der Hinrunde haben wir uns aber gesteigert, stehen hinter sehr gut. Daher ist es nun auch leichter für uns, Punkte zu holen.

Ihr neuer Verein ist ab Sommer der Lüner SV. Dort läuft es seit ein paar Wochen allerdings nicht mehr so rund. Inwieweit verfolgen Sie schon die Ergebnisse und Auftritte der Lüner?

Ich versuche, so gut wie möglich, den Lüner SV zu verfolgen. Meistens natürlich über Spielberichte. Nach den Spielen schaue ich auch direkt aufs Handy und gucke, wie Lünen gespielt hat. Mit meinem jetzigen Trainer Christian Hampel tausche ich mich dann auch noch aus (Anm. d. Red., Christian Hampel ist aktuell Trainer in Iserlohn und wird im Sommer Sportlicher Leiter beim Lüner SV).

Vom aktuellen Trend her ist Iserlohn momentan stärker als Lünen. Schlecht ist vor allem die Lüner Auswärtsbilanz. Macht Ihnen das Sorgen?

Ich denke, dass beide Vereine eine ähnliche Situation haben. Es ist nicht einfach, wenn man weiß, dass am Ende des Jahres der Trainer weg ist. Im Februar, März und April weiß man auch nie so richtig, wie es weitergeht. Da werden ja auch viele Vertragsgespräche geführt. Da ist es schwierig, sich nur auf den Fußball zu konzentrieren. Wegen der Auswärtsbilanz mache ich mir aber keine Sorgen (lacht). In Iserlohn bekommen wir es momentan zuhause nicht gebacken.

Ende April kommt es zum direkten Aufeinandertreffen zwischen Iserlohn und Lünen. Darf der LSV dann einen Auswärtssieg feiern?

(lacht) Ich habe mir das Datum auch schon ausgeguckt. Natürlich freue ich mich auf das Spiel – gerade wegen der hitzigen Situation. Das ist schon ein spezielles Spiel, aber natürlich versuche ich Ende April, mit Iserlohn die Punkte zuhause zu behalten.

Wie schaffen Sie es denn – obwohl Sie wissen, dass Sie ab Sommer für den Lüner SV kicken – den Fokus noch auf die Ziele mit Iserlohn zu richten?

Das fällt mir ehrlich gesagt ziemlich leicht. Natürlich denkt man darüber nach, wie es in der neuen Saison weitergeht – und man freut sich auch auf die neue Saison. Sobald ich aber auf dem Platz stehe, möchte ich das Spiel gewinnen. Unser Ziel war es, nicht in den Abstiegsstrudel zu rutschen. Da haben wir uns aufgrund unserer guten Serie heraus befreit. Wir können jetzt mit einer gewissen Lockerheit die kommenden Spiele angehen.

Im Sommer geht es für Sie also in die Lippestadt nach Lünen. Was wissen Sie denn über die Stadt und ihre Fußballvereine?

Sowohl mit der Stadt als auch mit den Vereinen hatte ich schon Kontakt. Mit den Vereinen vor allem in meiner Jugendzeit. Ich habe auswärts beim BV Lünen, beim VfB Lünen und bei Preußen Lünen gekickt. Ich bin in Dortmund geboren. Deswegen war ich in Lünen auch schon häufiger in der Innenstadt, zum Beispiel beim Weihnachtsmarkt. Ein gewisser Bezug zu Lünen ist schon da.

Der Vorstand hat ambitionierte Ziele im kommenden Jahr, spricht vom Aufstieg in die Oberliga. Setzen solche Zielvorgaben die Mannschaft nicht unnötig unter Druck?

Ich glaube nicht, dass das die Mannschaft zusätzlich unter Druck setzt. Wir sollten uns als Mannschaft schnell kennenlernen und zusammenfinden – auf und neben dem Platz. Um aufzusteigen, muss man einen guten Saisonstart haben, damit man in einen gewissen Flow reinkommt. Eine Portion Glück gehört auch dazu.

In Ihrer Zeit in Iserlohn gab es Phasen, in denen Sie häufiger mal unnötig vom Platz geflogen sind. Warum passiert das in Lünen nicht mehr?

(lacht, überlegt lange) Es gab tatsächlich unnötige Rote Karten. In meinen sechs Seniorenjahren gab es zwei richtig unnötige Platzverweise, bei denen ich meine Emotionen nicht im Griff hatte. Da war ich entweder mit mir selbst oder mit der Mannschaft unzufrieden. Trotzdem muss ich sagen, dass ich im Sommer in mein siebtes Seniorenjahr gehe und fast alles miterlebt habe. Ob Aufstieg oder fast Abstieg, wie im letzten Jahr, als wir zehn Minuten vor Schluss fast weg waren: Ich glaube, mit der Erfahrung kommt die nötige Lockerheit. Ich bin sehr zuversichtlich, dass so etwas nicht mehr passiert.

Lünen darf sich aber schon noch auf einen emotionalen Verteidiger freuen, der auch mal den Mund aufmacht, oder?

Ich denke, wenn es in Pflichtspielen hart zur Sache geht, dann werde ich auch weiterhin keinen Zweikampf scheuen und werde dann im richtigen Zeitpunkt auch mal ein Zeichen setzen. Das steht außer Frage (lacht).

Lesen Sie jetzt