Dzanan Mujkic: Eine Mischung aus Daniele De Rossi und Miralem Pjanic

rnLüner SV

Mit Dzanan Mujkic hat der Lüner SV ein vielversprechendes Talent aus der Oberliga geholt. Mujkic sucht beim LSV Spielzeit - und vergleicht sich mit zwei Größen des Weltfußballs.

Lünen

, 06.04.2020, 17:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dzanan Mujkic musste eine Entscheidung treffen. Eine wegweisende Entscheidung in einer schwierigen Zeit. Es ging um seine fußballerische Zukunft. Nach einer derzeit unterbrochenen Saison bei Oberligist ASC Dortmund, in der das junge Talen nur selten auf dem Feld stand, stand die Wahl seines Vereins für die kommende Saison an - und die fiel auf den Lüner SV.

Nur ein Prozent der möglichen Spielminuten erlebte Mujkic beim ASC bis dato auf dem Spielfeld, sammelte 26 Minuten Einsatzzeit in Westfalens höchster Spielklasse. Obwohl der 20-Jährige kaum ein Training verpasste und dort immer vollen Einsatz zeigte, zogen ihm seine verschiedenen Trainer stets andere Akteure vor. Im defensiven Mittelfeld war die Konkurrenz einfach zu groß, dazu gerieten die Aplerbecker in Abstiegsnöte - Erfahrung war nun gefragt.

„Da kann ich es schon verstehen, dass der Trainer auf ältere und erfahrene Spieler setzt, als mir eine Chance zu geben. Dazu kamen noch die vielen Trainerwechsel“, zeigt Mujkic Verständnis. „Und sobald man an der Mannschaft dran war“, legt Mujkic nach, habe der ASC mit Paul Stieber oder Robin Hoffmann starke Spieler verpflichtet, die auf seiner Position zuhause sind. „Ich finde, es war eine schwere Zeit, aber trotzdem eine schöne“, so Mujkic. Dennoch standen die Zeichen auf Abschied.

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Weil er in der Jugend des TSC Eintracht Dortmund so eine gute Ausbildung auf hohem Niveau erhalten hat, unterbreiteten bald die ersten Ober- und Westfalenligisten ihre Angebote. Mujkic‘s Anforderungen an seinen neuen Klub: die Aussicht auf Spielzeit und eine persönliche Entwicklung. „Diese Chance habe ich beim LSV gesehen“, so der Bald-Lüner. „Keine Mannschaft hat mir so zugesagt und so um mich gekämpft“, berichtet Mujkic. Auch mit Trainer Christian Hampel habe er ein gutes Gespräch gehabt, auch das Probetraining sei sportlich und menschlich positiv verlaufen.

Dzanan Mujkic: „Es war anstrengend“

Leicht fielen ihm die Gedanken, fiel ihm die Entscheidung allerdings nicht. Mit dem Lüner SV hat das nichts zu tun - sondern mit dem derzeit omnipräsenten Coronavirus. Der Sport steht bundesweit still und trotzdem musste Mujkic sich entscheiden. „Man war sich halt nicht sicher wo man nächste Saison spielt und wie es weiter geht wegen der Pandemie“, so Mujkic. Geprägt haben ihn sein Lieblingsspieler und Landsmann Edin Dzeko („Mein ganzes Zimmer ist voller Poster und Trikots von ihm“/Bosnien-Herzegowina) und fußballerisch vor allem Daniele De Rossi („Kampfgeist und Zweikampfstärke“) und Miralem Pjanic („der feine Fußball“).

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Zudem entstand durch den angestrebten Vereinswechsel auch vor der Aussetzung des Trainings- und Spielbetriebs zusätzlicher Stress. „Es war ehrlich gesagt anstrengend, nachzudenken über die fußballerische Zukunft, das Training beim ASC und meine berufliche Ausbildung zugleich zu meistern“, sagt er. Diesen Schritt hat Dzanan Mujkic nun hinter sich. „Ich bin heiß, endlich das Kapitel mit dem LSV anzufangen und den Rasen brennen zu lassen“, sagt Mujkic - wann auch immer das sein wird.

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