Ein Leben für den Jugendfußball – Vereine trauern um Walfried Bludau

Nachruf

Die Lüner Fußballer trauern um Walfried Bludau. Der frühere Jugendleiter des VfB Lünen verstarb laut Verein am 9. April. Im Dezember wäre Bludau 85 Jahre alt geworden.

von Bernd Janning

Lünen

, 15.04.2021, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der VfB 08 Lünen 1964 in Moskau auf dem Roten Platz mit (v.l.) Jürgen Berlemann, Erwin Schimanski, Walfried Bludau, Günter Krebs, Hans-Georg „Olle“ Liebern, Henning Klenner und Klaus Broda.

Der VfB 08 Lünen 1964 in Moskau auf dem Roten Platz mit (v.l.) Jürgen Berlemann, Erwin Schimanski, Walfried Bludau, Günter Krebs, Hans-Georg „Olle“ Liebern, Henning Klenner und Klaus Broda. © Repro Janning

Die Fußball-Laufbahn begann für Walfried Bludau im Jahr 1956. Gemeinsam mit seiner Frau Alice startete er zum damaligen Zeitpunkt den Neuaufbau von Schülermannschaften. Mehrere Teams entstanden, Gruppen- und Kreismeisterschaften in Serie waren der Lohn.

Geschlossen wechselten die Schüler 1962 in die Jugend. Jürgen Berlemann, Otto Gänz, Rüdiger Hirsch, Henning Klenner und Erwin Schimanski spielten regelmäßig in der Stadt- und Kreisauswahl. Vor bis zu 2000 Zuschauern wurde einst sogar der Nachwuchs von Profiklubs, so Hollands Erstdivisionär PEC aus Lünens Partnerstadt Zwolle, geschlagen. Unterstützt wurde Walfried Bludau von Klaus Broda und auch von Horst Fenske, einstigen Spielern des Lüner SV.

Mehrere Reisen durch Europa

Aber es gab für Bludau auch noch mehr als nur den Fußball. So 1959 das große Zeltlager in der Sportschule Radevormwald. Diese Schule leitete der mehrfache deutsche Meister mit dem Diskus, Heinz Rosendahl. Dessen Tochter Heide, ehemalige Weltrekordhalterin in Weitsprung und Fünfkampf, die ihre Leistung mit zwei Gold- und einer Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 1972 krönte, war mehrfach bei den VfBern zu Gast.

Es folgten weitere große Reisen. Unter anderem ging es zweimal nach Berlin und nach Österreich, Holland und England, wo der VfB 1963 Gast in der deutschen Botschaft war.

Beim VfB 08 Lünen hatte Jugendleiter Willi Heurich (o.l.) großen Anteil an der guten Nachwuchsarbeit in den 50er Jahren. Als 1954 Deutschland Weltmeister wurde spielten für die Süder (o.v.l.) Willi Wöstmann, Horst Czauderna, Manfred Ronowski, Theo Kraus, Bernhard Gawron, Willi „Moppi“ Peters,, (u.v.l.) Friedhelm „Stiena“, später auf Timo umgetauft, Konietzka, Rolf „Rölle“ Thiemann, Heinrich Schulte, Jochen „Janes“ Wendhofen und Walfried Bludau.

Beim VfB 08 Lünen hatte Jugendleiter Willi Heurich (o.l.) großen Anteil an der guten Nachwuchsarbeit in den 50er-Jahren. Als 1954 Deutschland Weltmeister wurde spielten für die Süder (o.v.l.) Willi Wöstmann, Horst Czauderna, Manfred Ronowski, Theo Kraus, Bernhard Gawron, Willi „Moppi“ Peters,, (u.v.l.) Friedhelm „Stiena“, später auf Timo umgetauft, Konietzka, Rolf „Rölle“ Thiemann, Heinrich Schulte, Jochen „Janes“ Wendhofen und Walfried Bludau. © Repro Janning

Höhepunkt in der Jugendarbeit von Walfried Bludau war der 1. Deutsch-Sowjetische Jugendaustausch 1964. Eine sowjetische Jugend, gespickt mit den besten Spielern aus dem Großraum Moskau, lernte Lünen kennen, gewann alle Spiele gegen die Deutschen. Die überregionale Aufmerksamkeit war groß. Beim Gegenbesuch im gleichen Jahr lernten die VfBer Leningrad, Odessa und Moskau kennen. Zu den Spielen - alle wurden verloren, wenn auch einige nur knapp - strömten bis zu 20.000 Zuschauer.

Walfried Bludau plante anschließend bereits die nächste große Reise der Jugend nach Ägypten. Doch nach Diskussionen im Vorstand machte er schließlich kurzen Prozess und schied 1964 aus dem VfB aus.

Seine zweite Heimat fand er in Hattingen. Dort wurde er Mitglied des Sauerländischen Gebirgsvereins (SGV), dessen Vorsitzender, Ehrenvorsitzender und Wanderführer. Im SGV gründete und leitete er eine Rad-, eine Nordic-Walking-Gruppe und einen Sing- und Liederkreis.

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