Eine starke Stunde des Lüner SV gegen Borussias U23

Fußball: Testspiel

Der Umbruch war groß im Sommer bei Fußball-Westfalenligist Lüner SV. Das Trainingslager am vergangenen Wochenende ließ bei Coach Mario Plechaty aber Zuversicht aufkommen. Die dürfte am Dienstagabend noch gestiegen sein. Denn der Auftritt seines Teams beim 0:5 gegen Regionalligist Borussia Dortmund U23 vor 290 Zuschauern in der Kampfbahn Schwansbell war über 60 Minuten richtig gut.

LÜNEN

, 11.07.2017, 21:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Eine starke Stunde des Lüner SV gegen Borussias U23

LSV-Kapitän Lukas Ziegelmeir (r.) jagt Dortmunds Joo-Ho Park den Ball ab.

Plechaty beließ das Gros seiner Neuzugänge zunächst auf der Bank. Die Gäste hatten reichlich Erfahrung dabei. Joo-Ho Park, von Peter Bosz, Coach des Erstligateams, aussortiert, lief beim BVB neben Massimo Ornatelli im Zentrum auf. Der gebürtige Brambauer Philipp Hanke nahm die rechte Außenbahn ein, Amos Pieper aus Nordkirchen saß zunächst auf der Bank.

Das spielerische Übergewicht lag wenig überraschend beim Regionalligisten. Die Lüner aber arbeiteten diszipliniert gegen den Ball, Gefahr kam nur ganz selten auf. Einen Ornatelli-Freistoß entschärfte LSV-Keeper Florian Fischer problemlos (17.). Richtig gefährlich wurde erst in der 29. Minute – allerdings auf der anderen Seite. Ersin Kusakci steckte durch auf Fabian Pfennigstorf, der traf aus neun Metern den rechten Pfosten (29.). Es war ein Weckruf für den Favoriten. Der hochveranlagte Janni Serra zog aus 14 Metern humorlos ab, Fischer war machtlos (30.). Nur drei Minuten später zeigte Schiedsrichter Lars Bramkamp überraschend auf den Punkt. LSV-Neuzugang Jeffrey Malcherek hatte ganz leicht am Trikot von David Sauerland gezupft. Patrick Pflücke trat an, scheiterte aber am stark reagierenden Fischer (33.). Mit dem Halbzeitpfiff zeichnete sich Fischer erneut aus, indem er einen erneuten Ornatelli-Freistoß ans Lattenkreuz lenkte (45.).

Für den schwerfälligen Park war das Spiel zur Pause bereits beendet. Der frühere Lüner David Solga rückte für ihn auf die Sechs. Neuzugang Yasin Acar hätte für den LSV ausgleichen können, scheiterte aber an BVB-Keeper Ngemba Luyambula (49.). Die Offensivbemühungen der Gäste, die am Mittwochabend ins Trainingslager in Österreich aufbrechen, wurden überschaubarer. Erst Hanke sorgte per Freistoß wieder für einen Hauch Gefahr (65.). Fünf Minuten später fiel doch noch der zweite Treffer für den BVB: Herbert Bockhorn versenkte den Ball im langen Eck (70.). Anargyros Kampetsis ließ den dritten Treffer folgen (75.), dann traf er aus kurzer Distanz (82.). Die Wege fielen den Lünern jetzt deutlich schwerer und am Ende griff auch Fischer daneben, als er Sauerlands Flanke passieren ließ (86.).

„Die wechseln etliche Male und man sieht keinen Qualitätsverlust“, sagte Plechaty, zeigte sich aber zufrieden: „Die Jungs haben das gut gemacht. Gerade wenn man bedenkt, dass Dortmund drei Wochen im Training ist, wir aber erst eine.“ Gästecoach Jan Siewert betonte, er müsse das Spiel anders bewerten. Seine Mannschaft absolvierte eine harte Einheit am Montag, eine weitere folgte am Dienstagmorgen. „Wir wollten das Spiel überstehen und gesund ins Trainingslager“, sagte Siewert, der betonte: „Der Lüner SV gibt uns hier ganz tolle Möglichkeiten.“LSV: Fischer - Malcherek, Akyüz (46. Y. Acar), Drees, Denizci (71. Knabe), Pfennigstorf (58. Katarzynski), Juka, Hegngi (46. Cabuk), Ziegelmeir (65. Göke), Ersoy (46. Kodra), Kusakci (46. Petreiean) BVB: Reckert (46. Luyambula) - Mainka (46. Pieper), Steurer, Sauerland, Schumacher (58. Bockhorn), Pflücke (46. Eberwein), Hanke (68. Kampetsis), Ornatelli (58. Dietz), Ametov (58. Chato), Park (46. Solga), Serra (68. Bajner) Tore: 0:1 Serra (30.), 0:2 Bockhorn (70.), 0:3 Kampetsis (75.), 0:4 Kampetsis (82.), 0:5 Sauerland (86.)

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