Eiszeit zwischen Wethmar und dem Lüner SV

Folgen eines Jugendspieler-Transfers

Schon lange hat es gebrodelt, jetzt haben die Fußballer des TuS Westfalia Wethmar ihre Konsequenzen gezogen. Der Verein erklärt auf seiner Homepage, dass er den Kontakt zum Lüner SV komplett abbrechen werde.

LÜNEN

, 02.07.2016, 06:09 Uhr / Lesedauer: 2 min
Yevheniy Kuruts (2.v.r.), hier im Spiel gegen Clarholz (2:2), soll bei seinen drei Einsätzen für die Wethmarer A-Junioren nicht spielberechtigt gewesen sein. In diesen Partien sammelte der Bezirksliga-Spitzenreiter sieben Punkte.

Yevheniy Kuruts (2.v.r.), hier im Spiel gegen Clarholz (2:2), soll bei seinen drei Einsätzen für die Wethmarer A-Junioren nicht spielberechtigt gewesen sein. In diesen Partien sammelte der Bezirksliga-Spitzenreiter sieben Punkte.

Ausgangspunkt des Streits ist der Vier-Punkte-Abzug der Wethmarer A-Jugend, die dennoch den Landesliga-Aufstieg geschafft hat. Sie hatte zu Rückserien-Beginn dreimal den nichtspielberechtigen Yevheniy Kuruts eingesetzt, der im Winter vom LSV zum Cappenberger See gewechselt war. Der LSV legte Einspruch gegen Kuruts' Spielberechtigung ein. Zwei der drei betroffenen Gegner der Westfalia protestierten gegen die Spielwertung - mit Erfolg.

"Was der LSV daraus gemacht hat, statt das Gespräch unter benachbarten Lüner Vereinen zu suchen, hat uns doch sehr verwundert", sagt TWW-Geschäftsführer Stephan Polplatz. Der LSV habe die Klubs von sich aus auf Wethmars Fehler aufmerksam gemacht.

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"Man hat den Eindruck, dass der geschädigte Verein zum Täter gemacht werden soll", heißt es in einer Stellungnahme des Lüner SV. "Unter Nachbarschaftsvereinen", so der LSV, wäre es üblich, dass der aufnehmende Verein ein Gespräch zwecks Freigabe sucht. "Der Vorwurf, der LSV hätte das Gespräch vor Einlegung des Einspruchs suchen müssen, zieht nicht", heißt es. Wethmar wäre gut beraten gewesen, das Gespräch mit dem LSV zu suchen.

"Eine Rücknahme des Einspruchs wäre immer noch möglich gewesen, wenn man sich über die Ablösesumme geeinigt hätte." Es sei jedoch deutlich zu erkennen gewesen, dass sich die Westfalia im Recht gesehen hätte "und unter keinen Umständen eine Entschädigung für den Spieler zahlen wollte". Das "ordnungswidrige Verhalten des TWW", so steht es in der Stellungnahme, "sollte nicht noch belohnt werden, indem es bei den Punkten verbleibt (...) Für den neutralen Beobachter zeigt sich nun, wer das Fairplay nicht eingehalten hat."

Die Westfalia hat sich derweil für Konsequenzen entschieden: "Wir werden unsere sportlichen Beziehungen zum Lüner SV auf Eis legen und beispielsweise weder Einladungen zu Veranstaltungen annehmen noch außerhalb der Stadtmeisterschaften und Meisterschaftsrunden gegen den Verein antreten", sagt Polplatz.

"Weitere Vorfälle"

Diese einstimmige Entscheidung sei vom Vorstand jedoch nicht nur aufgrund des Ärgers um die Spielberechtigung getroffen worden. "Es gab zuletzt einige weitere irritierende und ärgerliche Vorfälle", sagt der zweite Vorsitzende der Fachschaft Fußball und Jugendleiter Bernd Völkering. Ins Detail gehen möchten die Westfalia-Verantwortlichen allerdings nicht. "Wir wollen dieses Verhalten, das den kritischen, aber sachlichen Dialog, den respektvollen Umgang miteinander und das Fairplay mit Füßen tritt, nicht ohne Konsequenzen tolerieren", so Völkering.

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