Emenako: „Tennisfamilie nicht nur eine Floskel"

Interview mit OTC-Geschäftsführer

Bis zur Auflösung des OTC Union Lünen ist Mike Emenako noch Geschäftsführer des Klubs. Der 48-Jährige hat den Weg des Vereins über Jahre begleitet. Im Interview spricht Emenako über den scheidenden Klub und die Zukunft beim Lüner SV.

LÜNEN

, 11.11.2015, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Emenako: „Tennisfamilie nicht nur eine Floskel"

Mike Emenako startet mit den Herren 40 des OTC Union Lünen in der Verbandsliga.

Sie haben in den vergangenen Jahren die Geschäfte beim OTC geführt. Wie schwer fällt der Abschied?

Heute kommen wir, glaube ich, alle ganz gut damit klar. Mittlerweile haben wir uns ja mit dem Abschied ein Stück weit arrangieren können. Dass wir an der Bergstraße nicht länger planen durften, ist ja seit einiger Zeit bekannt gewesen. Dennoch ist die bevorstehende Auflösung des OTC ein Schritt, den niemand von uns gehen wollte, der aber leider auch nicht vermeidbar war.

Das Motto des OTC lautete "Großer, weißer Amateursport im Familienklub".

Wir haben immer Wert darauf gelegt, Tennis in urgemütlicher und familiärer Atmosphäre anzubieten. Ich denke, das hat man bei uns geschätzt, egal ob als Mitglied oder Gast. Bei allem Breitensportdenken ist es uns aber immer wieder auch gelungen, diverse Teams sogar auf Verbandsebene spielen zu lassen. Daran erkennt man, wie wichtig eine gewisse Wohlfühlatmosphäre und vor allem Teamgeist sind. Als Mannschaft, als Familie, kannst du einiges bewegen. Im Klub muss die Einzelsportart Tennis zum Teamsport werden. Sonst funktioniert das nicht.

Als Besaiter und Materialexperte kommen Sie viel rum. Sie sagen, dass Sie etwas Vergleichbares wie den OTC bislang noch nirgendwo gesehen oder erlebt haben.

Dass wir der kleinste Tennisclub im Ort waren, ja sogar einer der kleinsten Klubs in Westfalen, hat uns schon mal vorweg einen gewissen Charme gegeben. Es fällt ja oft der Begriff Tennisfamilie. Beim OTC war dieser Begriff keine lose Floskel, sondern Programm. Klubhaus in Eigenregie, denkbar kurze Dienstwege, grenzenloses Vertrauen und ein gemeinsames Miteinander. Ich weiß nicht, ob dies in einem großen Klub alles so möglich gewesen wäre. Von daher war der OTC schon etwas ganz Besonderes.

Ende November steht nun die Fusionsversammlung mit dem Lüner SV auf der Agenda.

Ja, das Tennisleben geht weiter. Wir haben bereits zahlreiche Gespräche mit dem Lüner SV geführt und auch schon eine Versammlung hinsichtlich der Satzungsänderung abgehalten. All diese Gespräche und Sitzungen waren sehr konstruktiv und stimmen mich zuversichtlich. Nun müssen wir den OTC Union Lünen auch formell noch zum Abschluss bringen und dann fliegen die Bälle künftig in der Geist über die Netze. Ein neues Kapitel wird dann geschrieben.

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