Ex-Lüner Adem Cabuk im Interview: „Die Probleme beim Lüner SV liegen in der oberen Etage“

rnLandesliga-Aufstieg

Besser hätte das erste Jahr bei seinem neuen Verein kaum verlaufen können: Der Ex-Lüner Adem Cabuk hat am Sonntag mit der IG Bönen den Aufstieg perfekt gemacht. Jetzt hat Cabuk neue Ziele.

Lünen

, 15.05.2019, 11:14 Uhr / Lesedauer: 2 min

Adem Cabuk hat noch vor einem Jahr beim Fußball-Westfalenligisten Lüner SV gespielt. Im Sommer entschloss er sich zu einem Wechsel - in die Bezirksliga zur IG Bönen. Einige haben die Beweggründe des 28-Jährigen damals nicht verstanden. Am Sonntag machte Cabuk mit seinem neuen Verein die Meisterschaft perfekt. Künftig spielt er also in der Landesliga. Wir haben mit ihm über den Aufstieg und über seinen Ex-Klub gesprochen.

Herr Cabuk, Sie sind am Wochenende Bezirksliga-Meister geworden. Was ging nach Schlusspfiff in Ihnen vor?

Das ist einfach nur schön. Ich habe die harte Arbeit über die ganze Saison in dem Moment einfach vergessen. Viele haben gesagt, wir sind nur eine zusammengekaufte Mannschaft mit Individualisten, aber keine Einheit. Pustekuchen. Jeder war immer für den anderen da. Wir packen jetzt die Koffer und Mitte Juni geht es nach Istanbul und Antalya. Das haben wir von unserem Präsident geschenkt bekommen.

Viele haben gesagt, wir sind nur eine zusammengekaufte Mannschaft mit Individualisten, aber keine Einheit.
Adem cabuk, ig bönen

Ist so eine Belohnung im Amateurfußball normal?

Nein. Wir wissen das sehr zu schätzen. Ich freue mich schon riesig. Es ist schön, so einen Präsidenten zu haben. Er hat ein riesiges Herz.

Viele haben nicht verstanden, warum Sie von der Westfalenliga in die Bezirksliga gewechselt sind. Haben Sie die Kritiker nun eines besseren belehrt?

Da ich bei Mercedes Benz in Hamm arbeite und dadurch viele Freunde auch im Hammer Bereich habe, wollte ich das dann auch mit dem Sportlichen kombinieren. Ich fahre nach der Arbeit meistens direkt zum Platz. Das ist sehr entspannend. Außerdem wollte ich einen Tapetenwechsel haben und mal etwas Neues ausprobieren. Wenn ich zurückblicke, dann habe ich alles richtig gemacht.

Besteht noch Kontakt zum Lüner SV?

Mit Daniel, Yasin, Ersin, Matze und Jeff (Mikuljanac, Acar, Kusakci, Drees, und Malcherek, Anm. d. Red.) habe ich noch Kontakt.

Wie beurteilen Sie die Lage beim Lüner SV?

Dieses Jahr haben sie ja mega enttäuscht. Ich hätte mir mit den Spielern die Positionierung in der Tabelle anders vorgestellt, eher im oberen Bereich. Das Witzige ist, dass Lünen immer aufsteigen möchte, es aber nie klappt. Irgendwo steckt der Wurm drin, fragt sich nur wo (lacht).

Ex-Lüner Adem Cabuk im Interview: „Die Probleme beim Lüner SV liegen in der oberen Etage“

Adem Cabuk (M.), hier noch in einer Archivszene gegen den TuS Sinsen, hat seinen Ex-Verein Lüner SV kritisiert. © Foto:Goldstein

Wo sehen Sie beim LSV denn Probleme?

Auf keinen Fall beim Trainer. Die Trainer sind nur die Leidtragenden. Ich glaube, eher in der oberen Etage. Die einen oder anderen sollten sich lieber nicht zu viel einmischen und die sportlichen Aufgaben nur dem Trainer überlassen. Sonst reden hier Blinde über Farbe.

Vom Lüner SV wechselt Ersin Kusakci nach Bönen. Freuen Sie sich schon?

Ja, sehr. Wir haben am Dienstag noch geschrieben. Wir werden wohl die rechte Seite zusammen machen. Wenigstens hat er jetzt Qualität vor sich (lacht).

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