FC Brambauer kämpft gegen den Kreis-Ausschluss - „Man muss mit uns auch mal Erbarmen haben“

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Zum vierten Mal droht der Fußballkreis Dortmund dem FC Brambauer mit dem Ausschluss. Doch dieser hat im letzten Moment Einspruch eingelegt. Nun heißt es abwarten.

von Nico Ebmeier

Brambauer

, 17.03.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als „Phönix aus der Asche“ beschreibt Ahmet Elikalfa den FC Brambauer. Schon zum vierten Mal versucht der Präsident, seinen Verein vor dem Ausschluss aus dem Fußballkreis Dortmund zu bewahren. Wahrscheinlich wieder mit Erfolg. Und jetzt gibt er das Zepter an die Verantwortlichen zurück und stellt eine klare Forderung.

Die Geschichte des FC Brambauer nahm in den vergangenen Jahren einen schlechten Lauf. Immer wieder stellten Spieler den Verein ins schlechte Licht. „Wir hatten hier Spieler, die in jedem zweiten Spiel eine Tätlichkeit begangenen haben. Spieler, die dann auch nicht zu den Spruchkammersitzungen gegangen sind. Spieler, die unserem Ruf einfach nur schaden wollten“, erinnert sich Elikalfa. „Aber mit diesen Zeiten ist jetzt Schluss. Wir wollen hier etwas Großes aufbauen. Der FC Brambauer soll wieder für gute Jugendarbeit stehen.“

Als Präsident entließ Ahmet Elikalfa daraufhin in den vergangenen Monaten immer mehr Spieler, die sich regelwidrig verhalten hatten. Denn der Verein stand unter Bewährung. „Es wurde uns klar kommuniziert, dass wir bei einer weiteren Tätlichkeit eines Spielers, bei einem weiteren Vergehen aus dem Fußballkreis ausgeschlossen werden“, sagt der FCB-Präsident. Auch die fast 14000 Euro Strafgelder bezahlte der Verein nach und nach ab. Im Sommer dieses Jahres wären die Brambaueraner dann beim Kreis schuldenfrei gewesen. Hätten sie ihre monatlichen 500-Euro-Raten bis zum Ende gezahlt.

Winter habe das Genick gebrochen

„Der Winter hat uns das Genick gebrochen“, erklärt Elikalfa die fehlenden Zahlungen. Durch das schlechte Wetter habe der FCB nicht die erhofften Heimspiel-Einnahmen bekommen und auch dass der Spielbetrieb nun wegen des Coronavirus aussetzt, machte die finanzielle Lage nicht besser. „Der FC Brambauer hat die vorgegebene Ratenzahlung nicht getätigt und die Bewährung gebrochen“, bestätigt Jürgen Grondziewski, Vorsitzender des Fußballkreises Dortmund. Die Folge sei der Ausschluss.

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Doch am letzten möglichen Tag legte Brambauer Einspruch gegen das Urteil ein. Grund: Im quasi letzten Atemzug fand sich ein Sponsor, der die fälligen Zahlungen bis Mitte Mai überweisen würde. Nun muss der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) nur noch dem Einspruch stattgeben.

Elikalfa bleibt optimistisch

„Ich bin optimistisch, denn wir haben alles getan, was wir konnten“, sagt Elikalfa, der schon in diesen Worten seinen klaren Appell an den Fußballkreis und den FLVW versteckt. „Ich erwarte jetzt eine Reaktion, ein Entgegenkommen des Vereins. Es kann doch nicht sein, dass wir wegen des Wetters und einer Pandemie unseren ganzen Verein aufgeben müssen. Man muss mit uns auch mal Erbarmen haben.“

Der Präsident fühlte sich in letzter Zeit oft von den Fußball-Verantwortlichen hintergangen: „Wir leisten super Migrations-Arbeit, haben eigentlich nur Trainer, die auch Pädagogen sind. Die Leute haben langsam wieder Spaß hier beim FC Brambauer, Fußball zu spielen. Kommt uns aber mal einer vom Verband besuchen, wird gemeckert, weil irgendwo eine Fahnenstange liegt.“

Brambauer als sozialer Brennpunkt

Brambauer sei schon immer ein sozialer Brennpunkt gewesen und der FCB versuche nun, den Stadtteil wieder in ein gutes Licht zu rücken. „Wir haben in den vergangenen Jahren sicher mehr Integrationsarbeit geleistet, als der BV Brambauer und der Lüner SV zusammen. Und trotzdem werden wir immer noch als Schandfleck im Fußballkreis behandelt.“

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Ob dem Einspruch wirklich stattgegeben wird, würde sich erst in den nächsten Wochen entscheiden, erklärt Fußballkreis-Vorsitzender Grondziewski. „Das muss jetzt der Verband in Kaiserau diskutieren und dann wird es eine Nachricht an den Verein geben.“ Dennoch geht Ahmet Elikalfa stark davon aus, dass der Wiederaufbau des FC Brambauer weitergehen wird: „Wir sind in der vergangenen Zeit gegen Windmühlen angelaufen. Wir werden immer weiter kämpfen.“

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