Fitnesscenterschließung: Normen Degener befürchtet Umsatzeinbußen und appelliert an die Jugend

rnCoronavirus

In Lünen bleiben Fitnessstudios, Schwimmbäder und Saunen wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Dies hatte die Landesregierung per Erlass am vergangenen Sonntag beschlossen.

Lünen

, 18.03.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Montag ist die Mehrheit aller Freizeit-, Sport-, Unterhaltungs- und Bildungsangebote in Nordrhein-Westfalen als weitere Maßnahme zur Eindämmung der Corona-Pandemie eingestellt worden. Seit Dienstag trifft diese Regelung auch die Betreiber von Fitnessstudios, Schwimm- und Spaßbädern sowie Saunen. Darüber hinaus sind auch „Zusammenkünfte in Sportvereinen und sonstigen Sport- und Freizeiteinrichtungen sowie die Wahrnehmung von Angeboten in Volkshochschulen, Musikschulen und sonstigen öffentlichen und privaten Bildungseinrichtungen im außerschulischen Bereich nicht mehr gestattet.“ (wir berichteten)

Dies teilte die Landesregierung in einer Kabinettssitzung am vergangenen Sonntag mit. Weiter sollen Einrichtungshäuser und Einkaufszentren unter strenge Auflagen gestellt werden, um zu verhindern, „dass sich Schülerinnen und Schüler nach den Schulschließungen ab Montag hier in größeren Gruppen versammeln“, heißt es in der Pressemitteilung des Landes weiter.

Studiokonzept komplett umgestellt

Ein Lüner hat solche oder ähnliche Maßnahmen sowie vor allem ein geändertes Verhalten seiner Kunden schon vor ein paar Tagen vorausgeahnt. Der Betreiber von „EnyGym Fitnessstudio & Rehasportzentrum“ an der Derner Straße war offen für ein Gespräch mit unserer Redaktion. Für den Inhaber und Rehasport-Therapeuten Normen Degener ist der richtige Umgang mit dem Virus für die „jüngere“ Bevölkerung „eine Sache des Respektes“.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Liebe Mitglieder, diese Tage sind für alle eine völlig neue Situation - in jeglicher Hinsicht. Es geht jetzt darum, dass wir ALLE in dieser schweren Situation ZUSAMMENHALTEN. Aufgrund einer behördlichen Anordnung, müssen wir unser Studio leider vorübergehend schließen und zwar voraussichtlich bis zum 19.04.2020. Überall, nicht nur bei uns heißt es nun, sich solidarisch zu zeigen, wie es sich sicherlich jeder in dieser schwierigen Zeit wünscht. Selbstverständlich sollt Ihr durch die Schließung keinen Nachteil haben. Wir werden daher zwar wie gewohnt die Beiträge abbuchen, aber die Zeit, die Ihr leider nicht bei uns trainieren könnt, auf Euren Wunsch hin beitragsfrei an die Vertragslaufzeit anhängen. Schreibt uns bitte diesbezüglich über unsere E-Mail: info@health-fitnesscenter.de oder über den Postweg mit Namen, Anschrift & Geburtstatum an. Des Weiteren werden wir in der geschlossenen Zeit nicht untätig sein, sondern diese für kleinere Renovierungs-, Wartungs- und Reinigungsarbeiten sinnvoll nutzen. Wir danken Euch schon jetzt für Euer Verständnis und hoffen, dass wir alle in dieser schweren Zeit zusammen halten werden. Denn nur GEMEINSAM können wir so eine Krise überstehen. Euch, Euren Familien & Freunden wünschen wir alles Gute & viel Gesundheit. Bei Fragen stehen wir auch weiterhin selbstverständlich telefonisch unter der 02306-7560600 - Werktags von 9:00 - 17:00 Uhr - zur Verfügung. Euer Team vom Health & Fitness Center

Ein Beitrag geteilt von Health & Fitness Center (@health_and_fitnesscenter) am

Der 30-Jährige hat das Konzept in seinem Fitnessstudio schon vor einigen Wochen komplett umgestellt: „Wir haben nur noch Terminbetrieb; die Gruppenkurse sind begrenzt“, sagte Degener in der vergangenen Woche. Öffentliche Öffnungszeiten gab es hier seit vorletzter Woche schon nicht mehr. Jetzt bleibt das Fitnessstudio laut Beschluss der Landesregierung bis mindestens 19. April geschlossen - solange gelten auch die Schließungen von Schulen und Kindertageseinrichtungen.

In Lünen finden derzeit keine Kurse statt. Die Fitnessstudios sind geschlossen.

In Lünen finden derzeit keine Kurse statt. Die Fitnessstudios sind geschlossen. © Degener

Corona für jeden relevant

In seinem Studio hatte er frühzeitig Desinfektionsspender aufgestellt und einigen Kunden geraten, „bis Ende April nicht zu kommen“. Vor allem Menschen über 50 mit chronischen Erkrankungen, wie beispielsweise Asthma, seien extrem anfällig. Er rechnet in den kommenden Monaten mit Umsatzeinbußen im vierstelligen Bereich. Degener: „Ich habe eine Verantwortung für diese Menschen.“ Als Dozent referierte er zum Thema Corona schon vor einigen Monaten, ist also bestens vertraut mit dem Thema.

„Auch die jüngere Bevölkerung hat eine Verantwortung, um eine Ausbreitung zu vermeiden“, sagt Degener. Zwar sei das Virus für jüngere Menschen wahrscheinlich nicht gefährlich, dennoch müsse jedem klar sein, dass ein leichtfertiger Umgang mit dem Thema anderen das Leben kosten könne.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt