Handballer des Lüner SV wollen Kreis wechseln - doch das Coronavirus stoppt die Entscheidung

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Eigentlich hätte die Abstimmung, ob der Lüner SV Handball den Kreis wechselt eine schnelle Entscheidung werden können. Doch das Coronavirus verschiebt den Beschluss. Dabei hätte der Wechsel sogar Vorteile.

Lünen

, 17.03.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Jugend-Handballer der JSG Brechten/Lünen sind bereits im Kreis Dortmund Zuhause, nun soll möglicherweise auch noch der Stammverein Lüner SV folgen. Doch das Coronavirus macht dem Vorstand bei dieser Entscheidung einen Strich durch die Rechnung.

Den Antrag, vom Kreis Hellweg Richtung Süden nach Dortmund zu wechseln, haben zehn Mitglieder bereits vor einiger Zeit gestellt. Der Grund: Die Zusammenarbeit zwischen dem Verein und dem Kreisvorstand soll nicht immer so glücklich verlaufen sein, weiß Sven Weber, Vorsitzender des Lüner SV Handball.

Bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung sollte nun abgestimmt werden. Doch soweit kam es erst einmal nicht, da durch das Coronavirus die Veranstaltung abgesagt wurde. „Wir haben gewisse Fristen in der Satzung, die besagen, dass das Treffen eigentlich bis zum 31. März stattgefunden haben muss“, erklärt Weber. Dieses Datum wird der Vorstand aber mit aller Wahrscheinlichkeit nicht einhalten können. Alle Sporthallen und Restaurants sind geschlossen, sodass die Mitglieder keinen Ort für die Versammlung hätten. Dazu wollen sie auch das Risiko nicht eingehen, sich mit 30 bis 50 Leuten in einem Raum aufzuhalten.

Wechsel wird längerer Prozess

Weber will die Sitzung aber sobald es geht nachholen. Das könne nach Ostern sein, aber auch erst Anfang Mai. Überhaupt zieht sich der ganze Wechselprozess wahrscheinlich etwas länger hin. Denn zunächst einmal muss der Lüner SV Handball die Anträge bei den jeweiligen Kreisen stellen, und eine Stellungnahme erhalten, ob Hellweg den Verein gehen lässt und Dortmund ihn aufnimmt. „Das wird dann eher etwas für die Saison 2021/2022“, schätzt der 47-Jährige. Zuvor aber muss der Antrag erst einmal seine Mehrheit während der Jahreshauptversammlung finden, bei der die Antragsteller ihre Beweggründe erneut offen legen müssen.

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Die größte Veränderung für die Handballer werden mit dem Wechsel vermutlich die neuen Gegner im Kreis Dortmund sein. Aber die Teams sind für die Handballer keine Unbekannten. „In der Vergangenheit sind wir schon in mehreren Freundschaftsspielen aufeinander getroffen“, erklärt Weber. Bei der ersten Frauenmannschaft bleibt aber alles beim Alten, da in der Verbandsliga die Gegner nicht vom Kreis bestimmt werden.

Kürzere Anfahrtswege für die Mannschaften

Der Wechsel könnte für die anderen Teams aber durchaus auch Vorteile bringen. Zwar nicht unbedingt spielerisch, jedoch was Anfahrtswege betrifft. „In Dortmund liegen die Vereine alle etwas kompakter beieinander, sodass wir nicht mehr so weit fahren müssen, wie sonst“, erklärt der Vorsitzende. Zum TuS 06 Anröchte beispielsweise sitzen die Spieler fast eine Stunde lang im Auto. „Natürlich wird es auch den ein oder andere Verein geben, der im Kreis Dortmund etwas weiter weg ist, aber dort sind die Autobahnverbindungen deutlich besser“, erklärt Weber, der das mit weiteren Mitgliedern bereits grob durchgerechnet hat.

Weber will zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Prognose abgeben, wie die Entscheidung am Ende ausfallen wird, da noch überhaupt keine gemeinsame Diskussion stattgefunden hat. Er selbst stehe dem möglichen Kreiswechsel aber offen gegenüber. „Wichtig ist doch, dass alle ihren Sport treiben können. Und das ist für mich nicht an einen Kreis gebunden.“

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