Heinz Gawron läuft zurück zu den Wurzeln

Sportlerporträt

LÜNEN Heinz Gawron ist der Vorläufer der neuen Läufergruppe des FC Lünen 74. Damit schließt sich für den 57-Jährigen der Kreis seiner sportlichen Laufbahn. Denn die begann Gawron mit 25 spät beim FC 74. Ein Porträt.

von Von Marco Winkler

, 17.11.2009, 12:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

"Ich wurde von einem Freund angesprochen, ob ich nicht mitmachen wollte", erinnert sich der Läufer, dessen Lunge schon damals besser war, als seine Fähigkeiten als Kicker. "Ich durfte im defensiven Mittelfeld spielen, weil ich kein guter Fußballer war", blickt Gawron zurück.

1983 wurde er trotz fehlender Technik zum FC-Sportler des Jahres gekürt. Er war damals der Trainingsfleißigste. Doch seinen Orden bekam er im Krankenhaus. Wenige Tage zuvor hatte er einen Unfall, wo er sich einen doppelten Schädelbruch und ein Gehirntrauma zuzog. "Das ist eine ähnliche Verletzung, wie beim Handballer Deckarm", erinnert Gawron an den deutschen Nationalspieler, der seitdem schwerstens behindert ist. Mit der neuen Liebe nach Paderborn Gawron hatte etwas mehr Glück. 50 Prozent Behinderung und ein für Experten hörbarer Sprachfehler blieben übrig. Obwohl er sich fit fühlte, verlor er nach langem Kampf seine Arbeit bei der Ruhrkohle AG. "Mit dem Unternehmen ging es bergab. Man wollte mich loswerden", stellte er nüchtern fest. Der Klub vom Triftenteich fing ihn mit dem Job als Betreuer auf.

Anfang der 90er kam das Glück zurück und er ging mit seiner neuen Liebe nach Paderborn. Dort schloss er sich den Leichtathleten des TSV Schloss Neuhaus an. Aus der neuen Sportart entwickelte er eine Leidenschaft. "Es war ein schönes Gefühl den gesunden Sportlern davon zu laufen", erzählt Gawron. Oft lag er in Führung, musste diese aber hergeben, weil er sich in der ostwestfälischen Stadt noch nicht so auskannte. Gawron bietet Übungseinheiten für Anfänger und Fortgeschrittene Ein Höhepunkt waren sicher die Marathon-Teilnahmen 2001 und 2002 in Berlin. Dort entdeckte er auch, wie man sich verbessern kann. "Ich habe meine Ernährung umgestellt. Kein Alkohol, viel Wasser, viel Obst", erinnert sich Gawron. Die Ergebnisse lassen sich sehen, denn er verbesserte seine Zeit, um fast eine Stunde.Diese Erkenntnisse möchte er nun seinen Schützlingen weitergeben. "Ich will eine Gemeinschaft gründen, wo es jedem Spaß macht", geht es dem Frührentner nicht nur um das Sportliche.

Bei den Einheiten möchte er trennen zwischen erfahrenen Läufern und Anfängern. "Ich leite den Treff alleine, daher kann ich schlecht schnell und langsam laufen", begründet Gawron. So sollen dienstags und donnerstags die schnellen Teilnehmer und mittwochs und freitags die Anfänger kommen. Doch wahrscheinlich wird an allen Tagen Gawron als schnellster vorneweg laufen...ZUR PERSONHeinz Gawron wurde 1952 in Lünen geboren. Erst 1977 kam er zum er zum Fußball. Ein Freund hatte ihn dazu überredet. 1991 verzog er der Liebe wegen nach Paderborn. In der ostwestfälischen Stadt war ihm der Fußballclub zu gut, so schloss er sich den Leichtathleten des TSV Schloss Neuhaus an. Beruflich war Gawron in der Verwaltung der Ruhrkohle AG tätig, wurde aber nach einem Unfall arbeitsunfähig und ist mittlerweile 50 Prozent schwerbeschädigt und Frührentner. 

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