Kadir Koc zur Lüner Bolzplatzsituation: „Ich wünsche mir Beleuchtung und Kunstrasenplätze“

rnLünen

Unsere Redaktion hat im Internet kürzlich nach Bolzplätzen gesucht. Im Zuge der Recherche kritisierten viele User die Bolzplatzsituation in Lünen. Fußballer Kadir Koc findet klare Worte.

Lünen, Brambauer

, 23.05.2019, 17:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kadir Koc guckt grimmig, als er den alten Affenkäfig (so nennt man im Fußballjargon eingezäunte Bolzplätze, Anm. d. Red.) an der Konradstraße in Brambauer betritt. Der Fußballer, der mit dem Lüner SV II kürzlich den Bezirksliga-Aufstieg perfekt gemacht hat, ärgert sich über den Zustand seiner „alten Heimat“. Im Kindes- und Jugendlichenalter hat Koc auf der roten Asche Stunde um Stunde verbracht. Mittlerweile meidet er den Platz - aus speziellen Gründen.

Kadir Koc: „Plätze sind nicht mehr zeitnah“

„Mich stört, dass die Plätze nicht mehr zeitnah sind. Die meisten Plätze sind veraltet, sehen noch so aus wie vor 20 Jahren, als ich mit dem Fußballspielen angefangen habe“, berichtet der heute 28-Jährige. Unrecht hat er damit nicht. Der Platz an der Lorenzstraße ist in die Jahre gekommen. Neben der Asche verteilen sich viele kleine, scharfkantige Steine auf dem Platz. Die Verletzungsgefahr ist nicht gering.

Kadir Koc zur Lüner Bolzplatzsituation: „Ich wünsche mir Beleuchtung und Kunstrasenplätze“

Gemeinsam mit Sportredakteur Patrick Schröer (l.) hat sich Kadir Koc den Bolzplatz an der Konradstraße in Brambauer angesehen. © Timo Janisch

Der Basketballkorb, der auf dem Gelände steht, ist mittlerweile - aufgrund der Beschaffenheit des Bodens - fast unbrauchbar geworden. Bälle ticken hier schon länger nicht mehr richtig auf. „Wenn man sich hier hinlegt, dann reißt man sich alles auf, dabei ist das noch einer der besseren Affenkäfige in Brambauer“, sagt Koc.

Viele Stunden auf dem Ascheplatz

Früher verbrachte der baumlange Innenverteidiger jedoch gerne viele Stunden an der Konradstraße, kickte hier mit seinen Freunden um Eisteetrinkpäckchen vom Supermarkt. „Hier war es immer voll. Man hat auch etwas für das Leben gelernt, Freundschaften geknüpft und seine Träume verwirklicht“, so Koc. Als wir Koc treffen, ist der Platz verlassen und leer.

Kadir Koc zur Lüner Bolzplatzsituation: „Ich wünsche mir Beleuchtung und Kunstrasenplätze“

Kadir Koc hat seine Kindheit im Affenkäfig an der Konradstraße verbracht. © Timo Janisch

„Auch bei gutem Wetter ist hier kein Kind mehr“, so Koc. Das liege jedoch nicht nur am Platz, sondern auch an der gesellschaftlichen Entwicklung. „Heute hängen die Kinder nur noch am Handy, gucken YouTube und spielen Playstation“, so der Brambaueraner, der gerade an seiner Masterarbeit im Bauingenieurwesen schreibt.

Eine einfache Lösung?

Für das Problem hat der 28-Jährige eine Lösung parat. Koc schlägt eine Erhöhung der Attraktivität der Plätze vor. „Ich wünsche mir Beleuchtung und Kunstrasenplätze, dann würden auch wieder viel mehr Kinder zum Spielen kommen. Außerdem müssten die Tore mal wieder erneuert werden“, so der Brambaueraner. Wie realistisch das ist und welche Kosten auf die Stadt zukämen? Wir haben bei der Stadt Lünen am Donnerstagnachmittag nachgefragt und warten auf eine Stellungnahme.

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