Kein A-Ligist in ganz Westfalen hat weniger Spiele absolviert als eine Lüner Mannschaft

rnFußball-Kreisliga A

Im gesamten Verbandsgebiet hat kein A-Ligist weniger Spiele absolviert als eine Lüner Mannschaft. Der steht nun vor vier enorm intensiven Wochen mit Spielen am laufenden Band.

Horstmar

, 28.10.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Sportvereine sind während der Corona-Pandemie grundsätzlich nicht zu beneiden. Sie erhalten von einer Vielzahl an Instanzen Vorgaben, übernehmen Verantwortung für viele, viele Mitglieder. Ein Lüner Fußballverein ist in der Lippestadt bislang so etwas wie der Corona-Pechvogel - doch nicht nur innerhalb der Stadtgrenzen.

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Drei Corona-Fälle traten beim SV Preußen bislang auf - ohne, dass sich ein weiteres Vereinsmitglied ansteckte. Die Zahl drei liegt beim SVP offenbar ohnehin hoch im Kurs: Drei Partien hat die erste Mannschaft in der Kreisliga A2 Dortmund bislang absolviert und dabei drei Punkte gesammelt.

TSC Hamm hat so selten gespielt wie der SV Preußen Lünen

Im ganzen Gebiet des Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) hat kein A-Ligist weniger Spiele als die Preußen absolviert. Nur der TSC Hamm hat ebenfalls erst drei Mal gespielt.

Damit sind die Preußen gemeinsam mit Hamm „Spitzenreiter“ aus insgesamt 29 Mitgliedskreisen des FLVW und noch mehr Kreisligen. Drei SVP-Partien waren der Allgemeinverfügung des politischen Kreises Unna zum Opfer gefallen, zwei weitere Begegnungen dem Corona-Fall in der eigenen Mannschaft.

Für Trainer Stefan Urban, dessen junger Kader sich nach den Abgang der Leistungsträger Luca Frenzel und Tom Meier erst wieder neu in der A-Liga etablieren muss, keine einfache Situation.

Stefan Urban und der SV Preußen stehen vor intensiven vier Wochen - sofern Meisterschaftsspiele erlaubt bleiben.

Stefan Urban und der SV Preußen stehen vor intensiven vier Wochen - sofern Meisterschaftsspiele erlaubt bleiben. © Timo Janisch

Anders als andere Vereine haben sich die Preußen keine Sportstätte außerhalb des Kreises Unna gesucht, um das durch die Allgemeinverfügung verhängte Kontaktsportverbot für Fußballer zu umgehen.

„Wie in der vorherigen Zeit auch, haben wir auf alles verzichtet, worauf man verzichten muss“, so Urban. Seine Elf hat weder die Kabinen am Alten Postweg genutzt, noch die Duschen.

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Auf dem Trainingsplan standen Laufeinheiten, Passübungen und Torabschlüsse. Schließlich sei es für das Gemeinschaftsgefühl besser, gemeinsam auf dem Platz zu laufen, als individuell im Dunkeln durch die Felder, so Urban.

Aufgrund der vielen Spielausfälle steht für die Preußen nun eine kräftezehrende Zeit an. Vom 31. Oktober bis zum 29. November sind ganze acht Meisterschaftsspiele angesetzt.

Drei Spieler hätten sich bei Urban vorübergehend abgemeldet, weil das Infektionsrisiko derzeit zu hoch sei. Hinzu kommen sieben Spieler, die im Schichtdienst arbeiten und nur am Wochenende gesichert können. „Das ist ein totaler Qualitätsunterschied. Es ist kein sportlich fairer, vernünftiger Wettbewerb“, sagt Urban.

Urban macht sich viele Gedanken um die aktuelle Corona-Situation, wirkt in besonderem Maße reflektiert. Eine gewisse Müdigkeit verspürt allerdings ob der erneut unklaren Situation auch.

„Lockdown light“ könnte den Spielbetrieb betreffen

Schließlich scheint noch völlig unklar, ob überhaupt die Partien am kommenden Wochenende stattfinden werden. Schließlich tagen am Mittwoch die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten - es soll wohl über einen „Lockdown light“ beraten werden.

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Man warte nur auf weitere Absagen, so Urban. „Es ist einfach total unbefriedigend“, sagt der SVP-Coach. Die Unsicherheit mache sich auch in seinem Kader breit: „Die Motivation ist mal mehr und mal weniger da“, sagt Urban, der diese Schwankungen aber nachvollziehen kann.

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