Lünens Handballklubs ziehen bei einer wichtigen Entscheidung an einen Strang - Vorsitzender warnt

Handball

Bis Donnerstag hatten der Lüner SV und der VfL Brambauer Zeit für eine Entscheidung. Die ist deutlich ausgefallen, bei beiden Klubs. Ein Vorsitzender warnt.

Lünen, Brambauer

, 24.10.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Jochen Kindmann, erster Vorsitzender des VfL Brambauer, hat mit seinem Verein eine klare Entscheidung getroffen.

Jochen Kindmann, erster Vorsitzender des VfL Brambauer, hat mit seinem Verein eine klare Entscheidung getroffen. © Foto: Goldstein

Das wichtigste zuerst: Der Handballkreis Hellweg setzt den Spielbetrieb bis zum Januar aus. Das steht fest und wurde so von beiden Lüner Handballklubs, dem Lüner SV und dem VfL Brambauer, unterstützt.

Der Handballkreis Hellweg hatte nämlich alle seine Vereine befragt, wie sie in der aktuellen Situation agieren möchten. Soll die Saison weiterlaufen oder erst im Januar 2021 weitergehen? Dabei hat den Verantwortlichen des Lüner SV sogar noch eine weitere Möglichkeit gefehlt.

„Uns fehlt eine dritte Option, weil wir nicht der Meinung sind, dass es im Januar besser wird“, sagte Sven Weber, Vorsitzender des Lüner SV Handball. „Wir haben uns auch dazu entschieden, die Saison auszusetzen bis Januar.“ Das ergaben Gespräche innerhalb des Vereins.

Überkreislich wird es wohl weitergehen

Davon nicht betroffen: Die B-Jugend-Handballerinnen des Vereins und die erste Frauen-Mannschaft, die überkreislich mit viel Erfolg unterwegs sind.

„Die B-Jugend-Mädchen sind so heiß aufs zocken, die wollen unbedingt. Die haben richtig Bock, die wollen einfach“, erzählt Weber und ist voll des Lobes für den Ehrgeiz des Teams, welches auch Handball-Hausaufgaben aufbekommen möchte in der trainings- und spielfreien Zeit, um sich weiter zu verbessern.

Da der Handballverband Westfalen angekündigt hat, den Spielbetrieb weiterlaufen zu lassen und daran auch keine großen Hindernisse sieht, wird es da wohl demnächst weitergehen.

Genauso sieht es auch aus für die Handballer*innen des VfL Brambauer, wo die beiden ersten Mannschaften des Vereins in der Landes- und Verbandsliga aktiv sind. Für alle anderen Teams gilt die Pause des Kreises Hellweg, die der Verein auch so begrüßt. Jochen Kindmann, erster Vorsitzender des VfL, sagt dazu: „Bei den Optionen des Handballkreis waren wir uns einig, dass wir bis zum 9. Januar aussetzen wollen.“

Der Verein ist dabei auch gleich mehrere Szenarien durchgegangen. Was wäre gewesen, hätte der Handballkreis die Saison weiterlaufen lassen? Im Jugendbereich hätte es dann wohl Rückzüge vom Spielbetrieb gegeben, während der Verein es im Erwachsenbereich „zähneknirschend“ hingenommen hätte.

Doch Kindmann wird deutlich, wenn er davon redet, was er von einer Durchführung des Spielbetriebs hält.

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„Das Virus steht vor der Tür. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es in den Verein reingetragen wird. Es kann doch nicht sein, dass im öffentlichen Bereich maximal fünf Leute zusammentreffen, aber im Sport 40 Leute zugelassen werden plus 60 Zuschauer in der Halle“, sagt er. Ein Fingerzeig in Richtung Verband und ein klares Statement.

Den Winter überstehen

Doch wie verfährt der Verein intern? „Ein Drittel der Mannschaften trainiert freiwillig bei uns weiter. Die Verantwortung liegt aber bei den Trainern und den Mannschaften, die in ihren Teams abfragen. Jeder entscheidet dabei für sich, ob er trainieren und spielen will“, sagt Kindmann und spricht im Anschluss das aus, was wohl viele denken: „Den Winter müssen wir noch überstehen.“

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