Lünens Handballtrainer sind sich einig: Es wird nicht mehr lange gut gehen, wenn das so weitergeht

Handball

Die Allgemeinverfügung des Kreis Unna hat im Sport in den vergangenen Tagen vieles verändert. Auch für Lünens Handballklubs gab es viel Hin und Her. Was sagen die Trainer zur Situation?

Lünen

, 18.10.2020, 13:18 Uhr / Lesedauer: 2 min
Keine Zuschauer, keine Spiele. Dieses Wochenende ruhte auch in den Sporthallen Lünens der Ball.

Keine Zuschauer, keine Spiele. Dieses Wochenende ruhte auch in den Sporthallen Lünens der Ball. © Goldstein

Die steigenden Corona-Zahlen setzen auch den Handballern und Handballerinnen aus Lünen zu. In den vergangenen Tagen gab es gleich mehrere Wendungen. Was sagen Lünens Handball-Trainer zur aktuellen Situation?

Marcel Mai, Trainer der Oberliga-Handballerinnen des Lüner SV: „Es ist natürlich sehr schwierig. Das Problem war auch, dass eine schnelle Entscheidung der Kreisregierung getroffen wurde. Da war sie meiner Meinung nach etwas zu voreilig.

Man muss den Leuten auch irgendwann erklären können, wo der ganze Sinn ist. So langsam wird das alles schwierig. Wahrscheinlich wird das auch nicht mehr lange gut gehen, wenn das so weitergeht.

Zum Glück ist beim Sport noch nichts Großartiges passiert. Ich hoffe, dass das auch so bleibt. Es ist einfach alles sehr kompliziert und sehr unsicher.“

Marcel Mai ist Trainer der Oberliga-Handballerinnen des Lüner SV.

Marcel Mai ist Trainer der Oberliga-Handballerinnen des Lüner SV. © Goldstein

Andre Schwedler, Coach der Verbandsliga-Handballerinnen des VfL Brambauer: „Aus rein sportlicher Sicht ist das ganze Thema sehr nervig, wenn da jede Woche eine andere Sau durchs Doof getrieben wird. Ich hatte auch den Eindruck, dass die Allgemeinverfügung mit einer heißen Nadel gestrickt wurde.

Zwei, drei Tage später wurde sie wieder umgeschrieben. Ich hätte mir gewünscht, dass es verständlicher für die Vereine wäre und alle Instanzen mit ins Boot geholt wären. Das alles muss einfach mit überkreislichen Ligen auch abgestimmt sein.

Aber so etwas in der Art wie wir jetzt haben, habe ich bereits erwartet. Das wird uns auch weiter begleiten. Dennoch gilt: Die Gesundheit geht vor. Von daher ist es zweitrangig sich darüber zu ärgern.“

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Björn Grüter, Trainer des VfL Brambauer: „Irgendwie ist das komisch. Wir haben in der letzten Woche noch trainiert. Jetzt ist Pause angesagt. Wir müssen es nehmen wie es kommt. Wir haben da keine andere Wahl.

Es ist aber sehr schwierig in den Rhythmus zu kommen. Sportlich gesehen geben wir Vollgas. Auf alles andere haben wir nun mal keinen Einfluss. Es weiß letztendlich keiner wie es kommen wird.“

Björn Grüter trainiert den VfL Brambauer.

Björn Grüter trainiert den VfL Brambauer. © Günther Goldstein

Andreas Schlösser, Trainer des Lüner SV: „Ich finde es merkwürdig, dass wir ab dem 25. Oktober wieder spielen können. In der Staffel sind viele Vereine aus dem Kreis Unna. Es ist sehr spannend, wie sich das alles entwickeln wird.

Es ist aber auch anstrengend jeden Tag neue Informationen zu erhalten. Generell müsste das Ganze einheitliche Regelungen haben. Und zwar bundesweit. Für uns ist es sehr schwierig abzuschätzen wie das mit den Spielen laufen wird. Haben wir jetzt vorher überhaupt Training? Wir denken von Tag zu Tag.

Ich hoffe nicht, dass es so kommen wird, dass man mit Masken spielen muss. Dann wäre es doch sinnvoller die komplette Saison abzubrechen. Die Gesundheit geht vor. Und was wäre ein Jahr Handballpause im Verhältnis dazu wenn alle schwer krank sein würden?“

Dominik Schidlowski, Trainer des VfL Brambauer II: „Wir alle haben uns gefreut, dass es losgeht und waren mit den Konzepten gut vorbereitet. Es ist schade, dass der Sport nun durch Verstöße in anderen Bereichen stark getroffen wird.

Ich denke, dass wir immer wieder ein Auf und Ab haben werden. Ich persönlich halte es für fragwürdig, ob ein Saisonstart unter diesen Umständen sinnvoll ist.“

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