Lüner Fußballer sehen krachende Niederlage der Nationalmannschaft: „Es war eine Schmach“

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Das 0:6 gegen Spanien der deutschen Fußball-Nationalmannschaft schlug hohe Wellen. Die Kritik der Lüner Fußballer macht beinahe vor keinem Mannschaftsteil halt - und erst Recht nicht beim Trainer.

Lünen

, 18.11.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

0:6 - es war eine der heftigsten Pleiten in der Geschichte der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Die Bankrotterklärung gegen Spanien am Dienstagabend und die seit langem dürftigen Leistungen ließen viele Kritikpunkte im Vorfeld der EM 2021 wieder aufflammen - auch bei Lüner Fußballern.

Unter anderem verfolgte Sören Dvorak, Offensivspieler bei Bezirksligist BV Brambauer, die Partie. Der Linksfuß hat drei große Baustellen bei der Nationalelf ausgemacht: der Trainer und bereits seit 2018 auch die Abwehr und das Mittelfeld.

Sören Dvorak wünscht sich einen neuen Bundestrainer

Bundestrainer Joachim Löw - trotz des WM-Titels von 2014 bundesweit schnell in der Kritik - müsse laut Dvorak ersetzt werden. „Es kann meiner Meinung nach nicht sein, dass die Spieler, die im Verein nicht zum Stammpersonal gehören, zur Nationalmannschaft berufen werden und so Spieler wie Hummels, Müller und Boateng, die überragende Leistungen bringen, nicht berücksichtigt werden“, sagt Dvorak. Es müssten die besten Spieler nominiert werden, egal ob sie über 30 sind.

Ähnlich sieht es auch Oliver Basdorf, Sportlicher Leiter beim BV Brambauer II. Er spricht von einer „Schmach“. „Man muss sagen, dass wir einfach nicht die Qualität haben. Da fehlt einfach der Hummels und vielleicht auch ein Boateng. Den Müller würde ich auch mitnehmen. In der Kabine gibt es keine lauten Leute mehr“, sagt Basdorf.

Bei der Personalie Löw tut er sich etwas schwerer: „Das Problem ist: Es sind nur noch fünf Spiele und man weiß nicht wirklich, wie man spielen soll. Ob jetzt noch ein Trainerwechsel sinnig ist, wage ich zu bezweifeln.“ Wünschen würde er sich, dass der Bundestrainer „über seinen Schatten springt und mindestens zwei der drei Ausgebooteten zurück holt.“

Die krachende Pleite am Dienstag schlug hohe Wellen. Die Wirkung des Ergebnisses war so groß, dass sich selbst Joo Seung Oh, der einst bei Westfalia Wethmar gespielt hat und derzeit seinen Militärdienst in Südkorea absolviert, zu Wort meldete.

„Natürlich hat Spanien sehr gut gespielt und man hat gesehen, dass der Wille noch da ist - als Gegensatz zu Deutschland“, sagt Oh von Seoul aus. Er habe deutliche Unterschiede in Sachen Passqualität, Konzentration und Ehrgeiz wahrgenommen.

Joo Seung Oh sieht keinen Zukunftsplan bei der Nationalmannschaft

Nicht wahrgenommen habe er dagegen einen Plan für die Zukunft der Nationalmannschaft. Oh sieht verschiedene Unruheherde, die meisten wurden hier schon genannt. „Und immer wieder Unruhe in die Mannschaft bringen ist auch nicht schön.“

Dennoch ist auch der Südkoreaner für einen Trainerwechsel: „Jogi ist meiner Meinung nach ein guter Trainer, aber jetzt ist auch mal langsam Zeit, dass andere, jüngere Trainer kommen und frische Luft reinbringen.“

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