Lüner SV II will doch nur spielen

Fußball-Kreisliga A

Der Lüner SV II ist am Sonntag gegen NK Zagreb kampflos zu drei Punkten gekommen. Darüber ärgern sich nicht nur die Rot-Weißen.

05.05.2019, 21:34 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kadir Kaya ärgerte sich am Sonntag über die kurzfristige Spielabsage.

Kadir Kaya ärgerte sich am Sonntag über die kurzfristige Spielabsage. © Foto: Goldstein

Der Lüner SV II ist am Sonntag seinem großen Ziel – dem Aufstieg in der Fußball-Bezirksliga – wieder ein Stückchen näher gekommen. Die Rot-Weißen haben die nächsten drei Punkte eingefahren, stehen nun bei 64 Zählern. Der LSV musste dazu allerdings keine Anstrengungen unternehmen, weil der Gegner NK Zagreb erst gar nicht antrat.

NK Zagreb tritt nicht an

Kadir Kaya, Trainer des Lüner SV II, war gerade auf dem Weg zum A-Jugend-Derby zwischen dem Lüner SV und Westfalia Wethmar, als ihm der LSV-Vorstand mitteilte, dass seine Mannschaft am Sonntag spielfrei hat. Grund: Der eigentlich vorgesehene Gegner des LSV – NK Zagreb – trat nicht an. „Ich finde das schade, weil wir gerne gezockt hätten. Ich finde, dass sich so etwas nicht gehört und unfair ist“, fand Kaya klare Worte. Das Spiel wird nun mit drei Punkte und einem 2:0-Sieg für den LSV gewertet. Zudem kassiert Zagreb eine Geldstrafe. Nachdem Zagreb bereits im Oktober vergangenen Jahres bei den SF Ay Yildiz Derne nicht antrat, dürfen sich die Kroaten einen weiteren Nichtantritt nicht erlauben, da sie sonst – laut Durchführungsbestimmungen des FLVW – vom Spielbetrieb zurückgezogen werden.

Erfreut über die kurzfristige Absage war auch Murat Büyükdere, Top-Torschütze des LSV II, nicht. Der Angreifer kämpft neben dem Aufstieg nämlich auch noch um den Gewinn der Torjägerkanone. „Natürlich ist das ärgerlich. Man steht jeden Sonntag auf, freut sich auf das Spiel. Dieses Jahr ist das ja etwas Besonderes, weil wir um den Aufstieg spielen. Ich finde, dass die Regelung eine Katastrophe ist. Ich muss dann halt nächste Woche zwei, drei Tore schießen“, sagt Büyükdere, der aktuell bei 36 Saisontreffern steht. Sein ärgster Verfolger ist Tim Gehrmann vom VfB Lünen (34 Tore).

Mark Bördeling ist verärgert

Doch nicht nur im LSV-Lager ärgert man sich über das Verhalten Zagrebs. Auch Mark Bördeling, Coach des VfB Lünen, übte Kritik. „Heutzutage ist das leider Gottes Gang und gäbe. Ich weiß nicht, ob Zagreb Angst hatte, viele Gegentore zu bekommen. Ich habe kein Verständnis dafür. Das müsste viel höher bestraft werden. Mit Fair Play hat das nichts zu tun, unabhängig davon, dass ich glaube, dass der LSV dort ohnehin gewonnen hätte. Wenn ich eine Mannschaft zum Spielbetrieb anmelde, spiele ich die Saison auch vernünftig zu Ende“, so Bördeling.

Der VfB hatte vor ein paar Wochen mit 1:3 gegen NK Zagreb verloren. Der LSV hat nach diesem Spieltag nun fünf Punkte Vorsprung auf den Zweiten VfB Lünen. Zudem dürfen die Schwansbeller noch ein Spiel mehr absolvieren. Mit einem Sieg bei K.F. Sharri kann der LSV am kommenden Sonntag, 12. Mai, Meister und erster Aufsteiger werden.

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