Lüner SV nimmt sich einen Dortmunder Klub als Vorbild für die kommende Spielzeit

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Der Lüner SV ist in die Vorbereitung gestartet. Dabei befindet sich der Verein auf einer Reise in das Ungewisse und nimmt sich einen Dortmunder Klub als Vorbild für die kommende Spielzeit.

Lünen

, 23.07.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Vor 20 Jahren hieß es noch Verbandsliga. Die Gegner waren noch andere Teams. „Ich erinnere mich zurück an die Duelle in Herford, bei Fichte Bielefeld“, erzählt Peter Marx.

Der zweite Vorsitzende war schon im Jahr 2000 dabei, als der Lüner SV zuletzt in die Oberliga aufgestiegen war. Und auch damals spielten die Lüner in der Staffel 1. Jene Staffel, in die der LSV nun wechseln wird.

Gelöste Stimmung beim Auftakt

Nicht unter dem Namen Verbandsliga, sondern Westfalenliga. Und die Gegner heißen auch jetzt wieder Herford und Fichte Bielefeld. Zusätzlich geht es zum SV Borussia Emsdetten und dem FC Preußen Espelkamp.

Und es wirkt so, als wäre der Lüner SV damit glücklich und zufrieden. Beim Trainingsauftakt der Vorbereitung am Dienstagabend ist die Stimmung gelöst, wie auf dem Weg in den Urlaub.

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Es hat ein bisschen was von einer Reiseankunft. Spieler, Funktionäre, langjährige Mitglieder des Vereins sind zum Auftakt erschienen. Weite Reisen sind momentan natürlich nicht möglich, rein coronabedingt. Aber der Lüner SV zieht los auf eine Reise ins Ungewisse. In die Staffel 1 der Westfalenliga.

„Ich fange an, mich da gerade mit zu befassen. Manche Vereine habe ich noch nie gehört“, muss Christian Hampel, Übungsleiter der Rot-Weißen, zugeben, „das dann sportlich zu beurteilen ist schwierig.“

LSV-Trainer Christian Hampel.

LSV-Trainer Christian Hampel. © Goldstein

Doch eines, da sind sich alle Beteiligten an diesem sonnigen Dienstagabend sicher: Alle haben ein gutes Gefühl. „Wir haben eine gute Mischung. Viele junge, ehrgeizige Burschen, die hoffentlich richtig Pfeffer reinbringen. Dazu einen sehr guten Mix aus Mentalitätsspielern und Feingeistern“, sagt Hampel.

Frentzel, Mujkic, Loheider und Kröner

Sein Personal ist gut bestückt. Und es sind immer wieder die gleichen Namen, die angesprochen werden.

Luca Frentzel wird da am ehesten zugetraut, direkt den Sprung in die Westfalenliga zu schaffen. 19 Jahre jung, talentiert, zuletzt in der Kreisliga A für den SV Preußen Lünen aktiv. Zudem noch Dzanan Mujkic, der den Sprung in der Oberliga beim ASC 09 Dortmund nicht schaffte, nun aber in der Westfalenliga brillieren soll.

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Zudem die beiden Top-Transfers David Loheider und Marius Kröner, die beide Erfahrung und Führungsqualitäten mitbringen. Regionalliga spielten beide schon, auch im DFB-Pokal liefen beide auf.

Marx ist von dieser Mischung überzeugt. „Diese Mischung ist das, was wir uns vorstellen. Da kommen viele Kontakte zustande“, erzählt er. Kontakte von Christian Hampel, der gleichzeitig auch die Manager-Funktion innehat. Zum Beispiel zum Sportlichen Leiter des ASC 09 Dortmund, Samir Habibovic.

Peter Marx ist optimistisch.

Peter Marx ist optimistisch. © Foto: Janisch

Dessen Arbeit beobachtet man in Lünen ganz genau. Habibovic performt beim ASC seit Jahren als Kenner der Branche, formte den Verein zur Lichtgestalt des Dortmunder Amateurfußballs als momentan einziger Oberligist aus Dortmund.

Zwei Mal verpasste Habibovic bereits knapp den Aufstieg in die Regionalliga, beeindruckt nachhaltig durch sein Scouting und den richtigen Mix aus talentierten und erfahrenen Spielern. „In diese Schiene wollen wir reingehen, das ist auch machbar“, erklärt Marx.

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Dortmunds Vorzeigeklub als Vorbild für Lünens am höchsten spielenden Verein. Dafür muss aber vieles funktionieren. „Es muss alles zusammenpassen“, erklärt Marx, „es muss der Vorstand passen, es muss die Mannschaft passen, es muss der Trainer passen. Wenn das alles ineinander greift, haben wir eine ganz gute Chance.“

Oben angreifen in der Liga

Daran wird aktuell wohl akribisch gearbeitet. Ein einfacher Schritt: Hampel wies seine Belegschaft dazu an, den Urlaub bis spätestens Ende Juli zu nehmen, damit spätestens im August mit vollem Kader trainiert werden kann. Etwas, was vergangene Spielzeit nicht funktionierte und so für eine verkorkste Präparation auf die Saison sorgte.

Ein erster Erfolg dieser Taktik war am Dienstag bereits gesehen. 25 Kaderspieler waren beim Training dabei. „Wir müssen uns erstmal kennenlernen“, sagt Kapitän Matthias Drees. „Dann wird man sehen, was drin ist.“ Auch Hampel bestätigt dies.

„Wir wollen angreifen in dieser Liga.“
Peter Marx, 2. Vorsitzender des Lüner SV

Marx wird etwas deutlicher, setzt ein erstes Statement: „Wir wollen angreifen in dieser Liga. Für mich ist es so, dass wir mit den Neuzugängen, die wir getätigt haben, auf jeden Fall oben mitspielen wollen. Wenn alles läuft, würden wir auch einen Aufstieg mitnehmen.“

Dann würden die Erinnerungen an das Jahr 2000 wieder hochkommen, den letzten Oberliga-Aufstieg. Marx würde sich nicht sträuben: „Es kann eigentlich noch mal so laufen.“

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