Matthias Göke vom Lüner SV ist Fußballer, Angler und Mallorca-Freund

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Bei Fußball-Westfalenligist Lüner SV ist Matthias Göke eine feste Größe - und bleibt es auch für ein weiteres Jahr. Auf und neben dem Feld hat der 26-Jährige einen interessanten Blickwinkel.

von Bernd Janning

Lünen

, 01.04.2020, 11:44 Uhr / Lesedauer: 3 min

Fußball-Westfalenliga 2, Lüner SV gegen FC Lennestadt. Sonntag, der 1. Dezember 2019. Die gastgebenden Lüner Löwen liegen wieder einmal zurück. 1:3 bis zur 78. Minute. Doch dann kommen die Wahnsinnssekunden des Matthias Göke. In der 88. Minute trifft er zum 2:3, die Minute danach zum 3:3. „Wir hätten noch 4:3 gewonnen. Doch der Schiedsrichter erkannte meinen dritten Treffer nicht an. Trotzdem, das Remis war am 1. Advent schon so etwas wie ein kleines Weihnachtsgeschenk“, berichtet Göke, der beim LSV für ein weiteres Jahr verlängert hat.

Matthias Göke, den alle nur Jürgen nennen, um ihn von Namensvetter und Teamkollegen Matthias Drees zu unterscheiden, wirft bei 1,86 Meter Körpergröße 95 Kilo ins Kampfgeschehen. „Ich habe keine Lieblingsposition, habe schon alles, außer Torwart, gespielt. Hauptsache ich stehe auf dem Platz und wir sind erfolgreich!“, sagt Göke.

Der Mix aus Kraft und Technik ist für ihn wichtig. „Aber entscheidend ist im Kopf. Man muss ein Spiel lesen können, erkennen, wo der Gegner Schwachpunkte hat, wo man vielleicht provozieren kann. Wenn wir zurückliegen, darf ich als Defensiver die letzten Minuten mit nach vorn“, so Göke. Dass das erfolgreich geht, hat auch der FC Lennestadt lernen müssen.

Auch per Kopf gefährlich: Matthias Göke (in Rot).

Auch per Kopf gefährlich: Matthias Göke (in Rot). © Günther Goldstein

Göke wurde am 22. Dezember 1993 in Datteln geboren. Das Einmaleins des Fußballs lernte er bis zur D-Jugend beim TuS Niederaden kennen. Dann folgte der Wechsel in den Nachwuchs des Hammer SV. Zwei Seniorenjahre zählte er dort auch zum Kader der ersten Mannschaft.

Von Overberge zum LSV

Trainerwechsel und mehr sorgten dann dafür, dass aus einem erhofften Zwei-Jahresvertrag für die Erste nichts wurde. Aus Spaß am Sport wechselte er zum Bezirksligisten FC Overberge, der vom späteren LSV-Trainer Marc Woller gecoacht wurde. „Damals haben wird den Aufstieg in die Landesliga in der Relegation knapp verpasst. Ich wollte wieder höherklassig spielen. Da passte die Anfrage des Lüner SV“, erzählt Göke.

Seit 2017 ist er ein Lüner Löwe. Nicht nur mit der Mannschaft, sondern auch persönlich erlebte er seitdem Höhen und Tiefen. „Sechs Monate war ich durch meine Schambeinentzündung raus. Ich bin guter Dinge, zur neuen Saison wieder zu 100 Prozent fit zu sein!“, so der Mann mit der Nummer 23, mit drei Treffern aktuell bester Schütze seines Teams.

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Bei allem Optimismus - warum hat Göke jetzt nur für ein Jahr verlängert? „Der Fußball ist heute so schnelllebig. Man weiß nie, was kommt. Ich habe natürlich Angebote von anderen Vereinen bekommen. Aber der Lüner SV bleibt auch nach der neuen Saison meine erste Ansprechstation“, sagt Göke. „Mir gefällt es dort. Mir gefallen die Mitspieler, ich fühle mich gut, darte gern im Clubhaus, habe guten Kontakt zu Vorstand und Altherren, finde es gut, mich am Platz mit Alt und Jung zu unterhalten.“

Wer hat denn da das Wort „Stinkstiefel“ gehört? Göke sagt dazu nur: „Wir hatten Spieler dabei, die haben uns in den entscheidenden Momenten in Stich gelassen!“

Lieblingsspieler Sergio Ramos

Die obligatorischen Fragen: Lieblingsklub? Borussia Dortmund. Lieblingsspieler? Abwehrmann Sergio Ramos von Real Madrid.

Und, kann der LSV den Sprung in die Oberliga schaffen? Göke: „Ich persönlich glaube, dass der LSV in die Oberliga aufsteigen kann. Im Umfeld wird daran gearbeitet. Aber es liegt an den Spielern auf dem Platz. Dazu gehören Glück, darf es kein Verletzungspech geben, müssen alle Spieler, nicht elf Freunde, sondern alle 22 bis 28 eines Kaders, eine richtige Einheit sein.“

Augen zu und durch: Matthias Göke (in Rot) stürzt sich ins Getümmel.

Augen zu und durch: Matthias Göke (in Rot) stürzt sich ins Getümmel. © Günther Goldstein

Göke hat neben Fußball ein zweites Hobby. Das beginnt auch mit F - Fischen. „Ich bin begeisterter Angler, fahre mit meiner Gruppe regelmäßig an die großen Seen in Dänemark zum Lachsangeln. Für mich ist das ein schöner Ausgleich zum Fußball und zum Beruf als kaufmännischer Angestellter“, erzählt der 26-Jährige.

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Liebend gern mache er beim Preisangeln mit. „Das schönste Erlebnis hatte ich letzten April bei einem Wettbewerb in Dänemark. Ich zog einen 7,93 Kilo schweren Lachs an Land. Platz drei war mein Lohn“, berichtet Göke. „Und beim Lüner SV durfte sich wieder der eine oder andere, dieses Mal besonders Matthias Drees, über den filierten frischen Fang freuen.“

Fußball, Fischen, gibt es noch ein Hobby? „Ich bin gerne auf Mallorca, die Insel, auf der die Fußballer auch ihren Saisonabschluss feiern!“, verabschiedet sich Göke mit einem Lächeln, um in Zeiten des Coronavirus noch allein eine lockere Runde am Kanal zu drehen.

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