Michael Petry ist von der Stadt Lünen enttäuscht - diese erklärt sich

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Am 12. September sollte der „2. Lüner-Lippeauen-Ultra“ stattfinden. Ausrichter Michael Petry machte ein Konzept, überarbeitete es und schränkte die Teilnehmerzahl ein. Doch das alles half nichts.

Lünen

, 01.09.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Dem Lüner Laufburschen Michael Petry ist „der Hut hochgegangen“. Mehrere Wochen versucht er, zu einer Lösung mit der Stadt bezüglich des „2. Lüner-Lippeauen-Ultra“ am 12. September zu kommen. Knapp zwei Wochen vor dem Start hat die Stadt ihm nun eine Absage erteilt. Petry ist enttäuscht.

Zum zweiten Mal wollte Michael Petry den Lüner-Lippeauen-Ultra ausrichten. Beim Ordnungsamt hatte er alles eingereicht, die Auflagen aufgrund der Coronavirus-Pandemie sind schließlich groß. Den ersten Entwurf lehnten die Behörden aber ab.

Zutritt zur Strecke hätte nicht richtig gesteuert werden können

Die ursprüngliche Strecke vom Lippe-Damm an der Konrad-Adenauer-Straße bis nach Alstedde war nicht zulässig, da der Zutritt zur Strecke nicht richtig hätte gesteuert werden können. „Die Stadt befürchtete, dass Passanten auf die Strecke gehen könnten“, sagt Petry. Aufgrund von Corona wäre das nicht erlaubt.

„Ich habe dann die Idee gehabt, von BW Alstedde aus zum Kraftwerk zu laufen, daran vorbei zum Segelflugplatz und da dann zu wenden.“ Die Strecke sei attraktiv, weil sie breit genug und die Einrichtung eines Verpflegungspunktes möglich sei.

„Normalerweise habe ich dafür mehrere Monate Zeit“

Auf eine Antwort der Stadt wartete Petry aber vergeblich. „Sie sagten, sie hätten dafür derzeit keine Kapazitäten.“ Je länger sich die Antwort hinauszögerte, desto ungeduldiger wurde der Ultra-Läufer.

Petry sprach die lokale Politik an, den Bürgermeister, versuchte alles. Irgendwann kam die Nachricht, dass die Entscheidung am 26. August fallen sollte. Doch auch an diesem Tag bekam er keine Antwort, ob der Lauf stattfinden darf. Einen Tag später meldete sich die Stadt dann bei ihm – „Absage“. Verstehen kann Petry das nicht.

Anders sieht das die Stadt Lünen. Pressesprecher Benedikt Spangardt erklärt dazu: „In die Prüfung dieser Angelegenheit wurde bei der Stadt überdurchschnittlich viel Arbeitszeit investiert. Wir haben unter anderem das Landesgesundheitsministerium kontaktiert, wo man zu ähnlichen Aussagen gekommen ist.“

Durchführung wäre so nicht möglich gewesen

Vom Gesundheitsministerium NRW heißt es laut der Stadt: „Nach unseren bisherigen Erfahrungen sind im Hinblick auf diese Vorgaben zuletzt mehrere Laufveranstaltungen abgesagt worden.“

Die Stadt erklärt die Absage des zweiten Vorschlags von Petry wie folgt: „Der Verfasser des Hygienekonzepts bezieht sich durchgehend fast ausschließlich auf die Teilnehmenden und die Sportanlage am Heikenberg und lässt sowohl Zuschauende und Passanten als auch den Streckenverlauf im öffentlichen Raum weitestgehend außen vor.“

Laut der Stadt hätte die Laufstrecke immer wieder Berührungspunkte mit öffentlichen Wegen gehabt, eine Durchführung wäre so nicht möglich gewesen.

100 Läufer hätten an dem Lauf teilnehmen dürfen. Woanders in Deutschland sei das kein Problem. Petry selber nahm an einem Lauf auf Phoenix-West teil, bei dem 800 Läufer dabei waren. „Da waren auch Breiten wie auf dem Lippe-Damm“, erklärt er, „und da war so ein Lauf erlaubt, mit so vielen Läufern auch noch.“ Überall gebe es Konzepte, solche wie er auch schon ausgearbeitet hat. „Nur hier hält sich die Politik bedeckt und sagt so eine Veranstaltung ab.“

Auch dazu hat sich die Stadt auf unsere Anfrage geäußert. Spangardt erklärt: „Jede Genehmigung ist eine Einzelentscheidung. Die Corona-Pandemie ist eine extrem dynamische Situation. Es hilft uns deswegen nicht weiter, dass jemand irgendwo irgendwann irgendetwas genehmigt hat.“

Erst am Dienstag gab der Kreis Unna neue Infektionszahlen bekannt, auf die Spangardt ebenfalls hinweist: „Der Schutz vor dem Coronavirus geht momentan vor, darauf deuten alleine schon die 20 neuen Fälle im Kreis hin, die der Kreis Unna heute zur Statistik hinzugefügt hat.“

Gespräche mit anderen Kommunen

Die Stadt habe im Vorfeld Gespräche mit anderen Kommunen geführt und verfügbares Videomaterial von einer ähnlichen Veranstaltung gesichtet. „Letztlich ist die Stadt Lünen für die Sicherheit der Menschen in Lünen verantwortlich und trifft ihre Entscheidungen vor diesem Hintergrund. Die Bürgerinnen und Bürger dürfen von ihrer Stadtverwaltung erwarten, dass wir – so schade das dann für den einzelnen Veranstalter ist – eine Veranstaltung nicht genehmigen, wenn sie uns nicht sicher genug erscheint“, erklärte Spangardt per Mail.

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