Förderprogramm: 1,1 Millionen Euro für Lüner Vereine - doch das Dreifache wäre nötig

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Durch die finanzielle Förderung sollen in Zukunft zwölf Lüner Sportstätten modernisiert oder gar neu gebaut werden. Genauso viele Vereine gingen bei der Geldverteilung aber auch leer aus.

von Nico Ebmeier

Lünen

, 29.06.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor knapp neun Monaten konnten sich die Lüner Vereine beim Programm „Moderne Sportstätten“ bewerben. Jetzt sind die Entscheidungen gefallen, wer die Förderungen bekommen soll. In ganz NRW werden 300 Millionen Euro verteilt - 1,1 Millionen gingen davon nach Lünen.

Und das war noch längst nicht genug Geld für die Lüner Vereine. Insgesamt stellten 24 Vereine Anträge an den StadtSportVerband, um ihre eigene Sportstätte mit den Geldern des Landes zu modernisieren. Über 3,2 Millionen Euro hätten dafür fließen müssen, fast das Dreifache der bereitgestellten Mittel.

Deswegen erstellte der SSV ein Ranking mit allen Anträgen aus Lünen und fand so heraus, welche Sportstätten nun unterstützt werden und welche eben nicht. „Vom LandesSportBund haben wir die Kriterien Modernisierung, Sanierung, Digitalisierung, Ersatzneubau, Energetische Sanierung, Unfallvermeidung und Barrierefreiheit vorgeschlagen bekommen. Wir haben dann noch die Kriterien Jugendarbeit sowie Alter der Anlage hinzugefügt und den Katalog erstellt“, erklärt David Littmann, Geschäftsführer des StadtSportVerbands Lünen.

Ist also eine Sportanlage noch aus der frühen Nachkriegszeit und wird in diesem Verein generell stark auf die Jugendarbeit geachtet, hatte der Verein größere Chancen von der finanziellen Förderung zu profitieren. Die Jugendarbeit war den Verantwortlichen bei der Erstellung des Rankings dabei besonders wichtig, sagt Littmann: „Jugendarbeit war in Lünen schon immer das ausschlaggebende Argument. Es ist uns und den Vereinen hier ein besonderes Anliegen.“

Zwölf Lüner Vereine gehen leer aus

In Lünen hatten sich 24 Vereine für die Untersützung beworben. Am meisten Geld beantragte dabei der Tennissport, dicht gefolgt von den Schützen und Fußballern der Stadt. In den vergangenen Wochen wurden die entsprechenden Vereine nun informiert und können sich freuen, bald die Geldspritze zu erhalten.

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Voraussetzung dabei ist aber noch, dass die Staatskanzlei NRW den Sinn der Förderung Fall für Fall akzeptiert - das ist allerdings höchst wahrscheinlich.

Die Geldanträge der Vereine werden dabei aber generell in keinem Fall zu 100 Prozent erfüllt. Damit möglichst viele Vereine profitieren, hat der SSV immer nur zwischen 65 und 50 Prozent der Geldforderungen akzeptiert. So wurde sicher gestellt, dass eben 12 von 24 Antragsstellern die Förderung erhalten und nicht nur die besten fünf oder sechs des Rankings.

Die Vereine, die leer ausgegangen sind, haben nun auch noch weiter die Chance, sich wieder zu bewerben. Insgesamt drei Ausschüttungsphasen wird es bis zum 1. Januar 2022 noch geben.

Sportvereine in NRW brauchen weiteres Geld

Matthias Hartmann, Geschäftsführer im KreisSportBund Unna, forderte eine Ausweitung des Programms: „Das Ergebnis wird Ende 2022 so aussehen, dass wir eine starke Überzeichnung des Förderbetrages im Kreis Unna erleben werden. Das wird nicht nur beim Stadtsportverband Lünen so sein, sondern auch bei anderen Stadt- oder Gemeindesportverbänden. Die Sportstättenstruktur im Kreis und ganz besonders im Ruhrgebiet hat diese Finanzspritze dringend gebraucht und wird auch noch weitere Hilfen brauchen bis wir flächendeckend wirklich moderne, inkludierte und digitalisierte Sportstätten haben.“

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