Oberligist könnte den Start eines Lüner Bezirksligisten vermiesen - ein Trainer fehlt

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Die Bezirksliga startet an diesem Sonntag mit vier Lüner Teams. Wie stehen die Chancen, wie schätzen die Trainer den Start ein. Unser Überblick zum Saisonbeginn.

Lünen

, 05.09.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Wenn es an diesem Sonntag wieder um Punkte geht im Fußballverband Westfalen, wird auch Steven Koch wieder an der Seitenlinie des Bezirksligisten TuS Westfalia Wethmar stehen.

Das erste Pflichtspiel des Jahres, die erste Runde im Kreispokal Unna-Hamm, verpasste er gesundheitsbedingt. Am ersten Spieltag der neuen Saison ist er aber nun wieder voll da und steht gleich keinem normalen Bezirksligisten gegenüber.

Oberliga-Spieler in der Bezirksliga

Die Reserve des Holzwickeder SC (Sonntag, 15.30 Uhr, Wehrenboldstraße, Lünen) wird wohl gleich mehrere Spieler aus dem Oberliga-Kader in Empfang nehmen, was am Spielausfall der ersten Mannschaft liegt.

„Das wirft so einen kleinen Schatten auf das Spiel“, sagt Koch dazu, „aber ändern kannst du es eh nicht.“ Koch blickt derweil lieber auf sein eigenes Team, was eine Entwicklung in den vergangenen Wochen durchlebte. Nach dem Seuchenjahr, in dem das Team bei Saisonabbruch auf einem Abstiegsplatz stand, soll es nun anders werden: „Die ganzen Jungs, die letztes Jahr ihr erstes oder zweites Seniorenjahr gespielt haben, die viel Lehrgeld gezahlt haben, die treten ganz anders auf.“

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Dabei lässt sich Koch auch nicht von Mythen beeindrucken, wie dem traditionell eher schwachem Saisonstart in Wethmar. „Ich hatte da immer andere Probleme. Bei mir lief es am Anfang immer gut“, erzählt er über seine vorherigen Stationen. „Ich hoffe, die Jungs haben da meine DNA schon verinnerlicht.“

Ist guter Dinge: Wethmars Trainer Steven Koch.

Ist guter Dinge: Wethmars Trainer Steven Koch. © Timo Janisch

Und während Koch also an der Seitenlinie in Wethmar stehen wird, muss der Lüner SV II am ersten Spieltags-Wochenende gleich ohne Trainer rauskommen. Manuel Lorenz weilt - in Absprache mit dem Verein - im Urlaub. Tafil Kralani ersetzt ihn an der Seitenlinie beim Türkischen SC Kamen (15.15 Uhr, Gutenbergstr. 2, 59174 Kamen), wird die letzten Instruktionen vor dem ersten Spieltag mit Lorenz per Telefon abstimmen.

Unterstützung aus dem Westfalenliga-Kader

Kein leichtes Unterfangen, was im Verein auch jeder so weiß. „Ohne Verstärkungen aus der Ersten wird es sehr schwer in der Bezirksliga“, sagt Peter Marx, zweiter Vorsitzender des Lüner SV.

Aus diesem Grund ist das klar ausgesprochene Ziel der Klassenerhalt, während gleich vier bis fünf Spieler aus dem großen Westfalenliga-Kader jedes Spiel zur Unterstützung dazu kommen sollen.

„Es ist mit allen so abgesprochen gewesen. Letzte Woche gab es eine Besprechung mit dem Sportlichen Leiter Christian Hampel und den vor allem jüngeren Spielern“, erklärt Marx dazu.

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Einen wilden Austausch zwischen erster und zweiter Mannschaft wird es beim BV Brambauer wohl nicht geben, auch wenn der neue Coach in der Glückauf-Arena, Frank Bidar, mit Andreas Lieder gleich einen Spieler aus der zweiten Mannschaft in die erste beorderte.

Die Bidar-Philosophie, die seit Anfang Juli in Brambauer gepredigt wird, ist aber noch nicht von allen verinnerlicht. „Wir sind noch nicht ganz durch, die Umstellung ist für den oder anderen nicht so einfach“, erklärt der Übungsleiter, der den Posten von Jascha Keller im Sommer übernahm. „Ich bin da aber guter Dinge.“ Auch wenn es nun mit dem DJK TuS Körne (Sonntag, 16 Uhr, Am Freibad, Lünen) gleich gegen ein Top-Team der vergangenen Spielzeiten in der Bezirksliga geht, stört Bidar das nicht. „Es ist egal, gegen welchen Gegner du anfängst, da gibt es keine guten oder schlechten Gegner. Wir spielen zu Hause und wollen definitiv auch punkten.“

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So wird Bidar am ersten Spieltag an der Seitenlinie stehen, während der hauptverantwortliche Trainer beim neusten Mitglied im Bezirksliga-Kreis, Blau-Weiß Alstedde, wohl gleich auf dem Platz stehen wird.

Tim Hermes fungiert als Spielertrainer des Aufsteigers, übernimmt auf dem Platz das Kommando und hatte damit eine Veränderung: „Ich habe mich jetzt einigermaßen dran gewöhnt an den Spielertrainer-Posten. Am Anfang ist es etwas ungewohnt, weil man auf dem Platz ist, dort auch noch sprechen muss, viel Übersicht haben muss.“

Alstedde ist vorbereitet

Doch Hermes könnte die Schlüssefigur für das Alstedder Spiel werden. Als Lenker und Denker fungiert er im Zentrum, zeigte Torgefahr in der Vorbereitung und profitiert auf dem Feld von seiner Vergangenheit als Fußballer in der vierten Liga.

Damit könnte der Aufsteiger eine große Unbekannte für viele Gegner werden, genau so wie der Gegner der Alstedder am ersten Wochenende.

Der Königsborner SV (Sonntag, 15 Uhr, Kamener Str. 114, 59425 Unna) ist ebenfalls aufgestiegen aus der Kreisliga A und ist laut Hermes „schwer einzuschätzen“.

Ein Duell der unbekannten Aufsteiger, doch Hermes hat seine Aufgaben gemacht, sich bereits Videos des Gegners angeguckt, während sein Vater Andreas, Co-Trainer von BWA, sich ein Spiel der Königsborner angesehen hat und die Offensive des Gegners lobt: „Da gilt es natürlich aufzupassen. Hingegen denke ich, dass sie hinten ein wenig anfällig sind und wir unser Spiel durchziehen können.“

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