Polizei und Spielabbruch: Spieler streckt Schiedsrichter mit Faust und Knie nieder

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In der Kreisliga A2 Dortmund kam es am Sonntag zu widerlichen Szenen. Ein Spieler streckte den Schiedsrichter mit Faust und Knie nieder. Die Polizei rückte mit mehreren Streifenwagen an.

von Thies Adam

Lünen

, 13.09.2020, 18:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vergangene Woche gab es bereits am ersten Spieltag einen Spielabbruch in der Kreisliga C zwischen TuRa Asseln II und DJK RW Obereving. Nun folgte am zweiten Spieltag der nächste Spielabbruch im Fußballkreis Dortmund.

Beim Meisterschaftsspiel des VfB Lünen gegen Osmanlispor Dortmund in der Kreisliga A2 Dortmund kam es am Sonntag zu widerlichen Szenen. Was war passiert?

Kurz vor der Pause bekam der VfB Lünen einen Handelfmeter zugesprochen.

Erst ein Faustschlag, dann ein Kniestoß

Schiedsrichter Ayoub Kaichouch befand sich gerade in Diskussionen mit einem Spieler von Osmanlispor. Hitzige Worte flogen umher und Schiedsrichter Kaichouch zeigte ihm die Gelb-Rote Karte. Dann das Unfassbare. Der Osmanlispor-Spieler sprintete zum Schiedsrichter und streckte diesen mit einem Faustschlag nieder.

Anschließend traf er den fallenden Referee noch mit dem Knie am Kopf. VfB-Spieler Leon Broda und mehrere Spieler von Osmanlispor konnten noch schlimmeres verhindern. Sofort wurde Kaichouch vom Platz eskortiert und die Polizei verständigt.

Die Spieler des SC Osmanlispor standen nach der Aktion unter Schock und entschuldigten sich im Anschluss bei den Zuschauern und beim VfB Lünen.

Die Spieler des SC Osmanlispor standen nach der Aktion unter Schock und entschuldigten sich im Anschluss bei den Zuschauern und beim VfB Lünen. © Goldstein

Der Schock war beiden Teams und den Zuschauern sichtlich anzumerken. Lünens Trainer Mark Bördeling rang ebenfalls sichtlich mit Worten: „Sowas habe ich noch nie erlebt. Ich bin wirklich sprachlos. Ich bin froh, dass Leon Broda noch dazwischengegangen ist. Sonst wäre noch schlimmeres passiert. Warum machen wir den ganzen Scheiß hier überhaupt noch?“

Auch Hasan Akca, Trainer von Osmanlispor, distanzierte sich deutlich von seinem Spieler, nannte ihn eine „tickende Zeitbombe“. Immerhin, die Mannschaft von Osmanlispor entschuldigte sich geschlossen bei den Zuschauern und dem VfB unter Applaus aller Beteiligten.

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Die Partie selbst wurde zwar hart, aber fair geführt. Die Gastgeber führten durch ein Eigentor und einen Treffer von Marcel Salmen mit 2:1, als Kapitän Tim Gehrmann sich den Ball auf den Elfmeterpunkt legte.

„Das braucht kein Mensch“

Auch der Kapitän der Süder war geschockt: „So etwas habe ich noch nie gesehen, er trifft ihn mit der Faust und dann mit dem Knie am Kopf. So einer gehört lebenslang gesperrt. Das braucht kein Mensch.“

Sechs Streifenwagen waren sofort am Platz zugegen und auch der Krankenwagen kam wenig später. Schiedsrichter Kaichouch war ansprechbar, stand aber sichtlich unter Schock und kühlte sein lädiertes Kinn. Die Polizei schickte die Zuschauer von der Platzanlage und die Mannschaften in die Kabine, um sich der Situation annehmen zu können.

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