Sandro Plechaty ist mitentscheidend am Derbysieg über den BVB - mit starker zweiter Hälfte

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Sandro Plechaty trat am Samstag mit dem FC Schalke 04 II im Derby gegen die Reserve von Borussia Dortmund an. Dort bekam Plechaty es mit einem Profi der Borussia zutun.

Dortmund

, 27.10.2019, 10:40 Uhr / Lesedauer: 3 min

Als allererstes kam Gerald Asamoah durch die Katakomben des Stadions Rote Erde. Breit grinsend, die Arme von sich gestreckt, ging das Schalker Urgestein und U23-Manager des S04 durch die Gänge der Traditionsspielstätte des BVB.

Es folgte ein Schalker Spieler nach dem anderen, alle die Mundwinkel weit nach oben gezogen, teils mit lauten Jubelrufen, hochgestreckten Armen. Und dazu hatten sie jeden Grund. Die U23 des FC Schalke 04 hatte so eben die Reserve von Borussia Dortmund mit 5:1 im eigenen Stadion gedemütigt - nach einem 0:1-Halbzeitrückstand.

Fünf Tore schoss der FC Schalke in der zweiten Halbzeit. Während sich also die Profis des FC Schalke zeitgleich in Gelsenkirchen an BVB-Torwart Marvin Hitz, dem Pfosten und der Latte abtrieben, waren die Reservekicker schon in Feierlaune.

Irgendwann hatten es dann alle Schalker in die Kabine geschafft, nur einer fehlte noch: Sandro Plechaty. Der gebürtige Lüner, der nun mittlerweile seit etwas mehr als vier Jahren bei den Königsblauen spielt. Damals erst noch für ein Jahr in der U19, im Anschluss in der U23.

Beim Gang durch die Mixed Zone wird er abgefangen, soll ein kurzes Interview geben. Er nickt, scheint sich zu freuen im ersten Moment.

Eine kurze Absprache mit der Medienbeauftragten der S04-Reserve, dann darf Plechaty sprechen: „Auf jeden Fall eine überragende Leistung von uns. Über Leidenschaft, über Wille, über Einstellung haben wir das Ding auf jeden Fall gerockt. Es war ein sehr, sehr schönes Spiel. Wir haben die richtigen Torchancen genutzt und sind dann verdient als Sieger vom Platz gegangen.“

Boujellab geht vorne Weg, Plechaty gliedert sich ein

Das ist die U23 des FC Schalke. Nach einer noch ausgeglichenen ersten Halbzeit, die noch mit leichten Feldvorteilen und der Führung für den BVB zu Ende ging, drehte die Reserve der Königsblauen auf, spielte sich in einen Rausch - angeführt von Nassim Boujellab. Dieser holte einen Elfmeter raus, traf selbst, bereitete einen Treffer vor.

Auch Plechaty gliederte sich in das Schalker Offensivspiel der zweiten Hälfte komplett ein, ging bei den Kombinationen mit, nutzte die freien Räume in den Hinterreihen des BVB.

Wechselt Plechaty wegen eines BVB-Spielers die Seite?

Anders sah das noch in der ersten Halbzeit aus. Dort hatte Plechaty es auf der linken Seite mit der Profi-Leihgabe des BVB, Mateu Morey, zu tun. Morey machte Plechaty das Spiel schwer. Ein Abschluss und die Kreation einer Torchance sprangen für den 22-Jährigen heraus. Plechaty wechselte Mitte der ersten Hälfte die Seite, kam dann über rechts, während sein Gegenpart Fabian Reese es über die linke Seite probieren sollte.

Ein Seitenwechsel, um Morey zu entkommen? „Das hatte keinen bestimmten Grund“, erklärt Plechaty, „Das war die letzten Spiele auch so, dass ich und Fabian Reese ab und zu mal die Seiten getauscht haben. Einfach aus dem Gefühl heraus.“ Der Seitenwechsel hatte sich aber gelohnt, Plechaty spielte, so wirkte es, über die rechte Seite deutlich befreiter auf und erzielte von dort auch einen Treffer.

In der 81. Minute konterte die S04-Reserve den BVB erneut gnadenlos aus - dieses Mal über die linke Seite. Auf der anderen Seite stand Plechaty komplett blank, bekam die Flanke von Reese punktgenau zugespielt und köpfte ohne Probleme ein. Der Treffer zum 4:1.

Ein Tor, welches nicht nur ihn glücklich machte, sondern auch seinen Vater. Mario Plechaty, Trainer des FC Iserlohn und ehemaliger Übungsleiter des Lüner SV, schaute sich das Spiel seines Sohnes mit einem großen Lächeln von der Tribüne aus an.

„Ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung gewesen“, erklärte Sandro Plechaty, gab das Lob aber an das gesamte Team: „Es war ein sehr gutes Spiel, nicht nur von mir, sondern vom gesamten Team.“

Nach einigen Einheiten bei den Profis in diesem Jahr, ist der deutliche Derbysieg ein befreiender Erfolg für Plechaty, nachdem es zu Saisonbeginn fünf Spiele ohne Sieg gab mit drei Niederlagen in Folge. Schalke hat sich raus gekämpft aus den Abstiegsrängen und ist sogar am BVB vorbeigezogen.

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„Derbys sind immer etwas Besonderes. Man ist immer sehr heiß auf diese Spiele“, erklärte Plechaty die Bedeutung des Spiels für ihn. „Dass man am Ende als Sieger vom Platz geht - mit dem Ergebnis - ist natürlich sehr schön.“

Als Plechaty das ausspricht, war Gerald Asamoah schon weg. In seinem dunklen Mercedes brauste der Manager schon davon, als Plechaty noch nicht ein mal in der Kabine war.

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