Sascha Holz, Vorsitzender der Fachschaft Fußball des Stadtsportverbands Lünen, hat sich zu den Problemen der Lüner Stadtmeisterschaften geäußert.

Lünen

, 11.01.2019, 15:22 Uhr / Lesedauer: 3 min

In Zusammenarbeit mit Fußballern, Trainern und Vereinsfunktionären hat die Sportredaktion der Lüner Ruhr Nachrichten Anfang der Woche im Artikel „Quo vadis, Lüner Stadtmeisterschaften?“ vier Probleme der Lüner Titelkämpfe präsentiert. Sascha Holz (40), Vorsitzender der Fachschaft Fußball des Stadtsportverbands Lünen, hat im Interview nun Stellung zu den Problemen bezogen.

Herr Holz, Sie haben das Videoformat unserer Sportredaktion, das die Probleme der Lüner Hallenstadtmeisterschaften darstellt, gesehen. Was ging Ihnen danach durch den Kopf?

Ich habe mich schon etwas gewundert, da Themen angesprochen wurden, die bei uns schon lange im Gespräch sind und seit einigen Jahren bei der Fachschaft Fußball zur Diskussion stehen.

Gab es nach dem Video schon Kontakt zwischen den SSV-Mitgliedern?

Ja, wir versuchen uns untereinander immer kurzzuschließen. Wir wollen die Senioren und Junioren ja auch enger fassen, deswegen stehen wir alle in engem Kontakt.

Kommen wir zu den vier Kritikpunkten, die genannt wurden. Beginnen wir mal mit einer möglichen Terminverlegung der Stadtmeisterschaften...

Das ist aus mehreren Gründen ein ganz schwieriges Thema. Wir wollen den Zusammenhalt zwischen Junioren und Senioren auf jeden Fall beibehalten. Außerdem wollen wir den Vereinen weiterhin die Möglichkeit geben, an den Dortmunder und Lüner Stadtmeisterschaften teilzunehmen. Die Rundturnhalle ist ein weiterer Punkt, den wir beachten müssen. Ein Termin Mitte Januar ist technisch nicht möglich.

Warum?

Das liegt zum Beispiel an den Tribünen, die von der Stadt aufgebaut werden. Wenn der Schulsport und der Handballsport wieder stattfinden, können die Tribünen ja nicht stehen bleiben. Das würde wieder extra kosten. Den Kostenapparat wollen wir umgehen.

Was sagen Sie dazu, dass man die Stadtmeisterschaften für auswärtige Teams öffnen könnte?

Eine Ausweitung auf andere Vereine ist seit Jahren ein Punkt bei uns. Mehr Vereine würden natürlich auch mehr Attraktivität bringen. Dann wäre es aber keine Lüner Stadtmeisterschaft mehr. Dann würden sich viele Fragen ergeben.

Welche?

Wer würde zum Beispiel die Verantwortung für dieses Turnier übernehmen? Der Kreis Unna oder der Kreis Dortmund? Wäre die Halle dann noch kostenlos? Und welche Kosten würden für die Tribünen anfallen?

Wird es den Futsalball weiterhin geben?

Ich denke, dass das Regelwerk an sich erst einmal wichtig und richtig ist. Der Kreis Dortmund hat bei der Ausrichtung seines Turniers eine Sondergenehmigung, da die Endrunde auf Kunstrasen stattfindet. Wenn ein Lüner Verein aus dem Kreis Dortmund bei den Lüner Stadtmeisterschaften Ausrichter ist, dann könnte man in Lünen auch mit einem normalen Fußball spielen. Das wäre mit einem Verein aus dem Kreis Unna/Hamm allerdings nicht möglich. Man müsste also immer hin und her wechseln. Die Vereine hatten sich daher auf die Variante geeinigt, mit dem Futsalball zu spielen.

Wie beurteilen Sie das häufig kritisiere Ambiente?

Da muss ich der Kritik zustimmen. Das Ambiente ist nicht immer komfortabel oder das allerschönste. Die finanziellen Mittel der Vereine sind aber auch begrenzt. Außerdem müssen sich die Vereine natürlich auch an Hygienevorschriften und Brandschutzverordnungen halten.

Welche weiteren Gründe sehen Sie für den Zuschauermangel?

Natürlich machen wir uns Gedanken und haben schon viel geändert. Wir haben den Modus verändert, müssen uns aber auch weiterhin hinterfragen und reflektieren. Ich denke, der Zuschauermangel hängt mit einer Mischung aus allen Punkten zusammen. Wir müssen am Image der Veranstaltung arbeiten. Außerdem sehe ich ein Problem in der Transparenz.

Erklären Sie mal...

Ich sehe das Problem innerhalb der Vereine. Spieler und Trainer kennen teilweise die Regeln überhaupt nicht und beschweren sich dann beim Schiedsrichter, obwohl Entscheidungen dann auch regelkonform sind. Für Zuschauer, die im Innenraum sitzen und sich über Schiedsrichter beschweren, gilt das Gleiche.

Ein Leser hat gefragt, ob es nicht möglich wäre, Banden um das Spielfeld herum aufzubauen. Damit würde das Seiten- und Toraus wegfallen.

Wir haben uns mit dem Thema bislang nicht beschäftigt. Das Regelwerk sieht vor, dass wir keine Banden benötigen. Ich kenne das aber von anderen Turnieren, dass mit kompletter Bande gespielt wird. Das wäre nicht uninteressant.

Wie sehen die nächsten Schritte beim SSV aus?

Wir werden auf jeden Fall die Terminfindung überdenken. Die Besucherzahlen und die Eindrücke von außen werden wir nun analysieren.

Kann man sagen, dass es die Stadtmeisterschaften in dieser Form zum letzten Mal gegeben hat?

Das kann man nicht sagen. Es wird keine großen Veränderungen geben, sondern eher ein Feintuning.

Bleibt es denn bei einer reinen Lüner Stadtmeisterschaft?

Stand heute ja. Die Gründe hatte ich ja schon genannt: Wir hätten nicht mehr die Verantwortung und müssten erst einmal jemanden finden, der das machen möchte.

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