Schiedsrichter Daniel Decker-Törö hat beim Abbruchspiel in Unna gegen die Reserve des SuS Oberaden etwas über das Ziel hinausgeschossen. Das sieht auch das Sportgericht Unna/Hamm so.

Kreis Unna

, 01.10.2019, 22:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im B-Kreisliga-Spiel zwischen den Reserve-Mannschaften von RW Unna und SuS Oberaden hatte der Schiedsrichter des VfK Nordbögge sieben Platzverweise ausgesprochen, sechs davon gegen den SuS Oberaden.

Sportgerichts-Vorsitzender Michael Zahorodnyj und sein Team hatten für vier Rote Karten gegen den SuS Oberaden das Strafmaß festzulegen. Dabei hielten sich die drei drei Mal an das Mindestmaß von „nur“ zehn Tagen und sprachen eine vierwöchige Sperre aus. Die Spieler mit Ampelkarten sind bereits entsperrt.

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Im Einzelnen dürfen auch die Oberadener Rotsünder Christoph Gärtner, Luca Opitz und Ramazan Bicakci schon wieder am kommenden Wochenende auflaufen. Einzig der spielende Co-Trainer Almir Halilovic erhielt für sein Foulspiel eine Strafe von vier Wochen.

Darüber hinaus muss der SuS Oberaden ein Strafgeld in Höhe von 100 Euro zahlen, weil Spieler-Trainer und Fans auf den Platz gestürmt waren. Zudem wird das Spiel mit 2:0 für RW Unna II gewertet, weil der SuS Oberaden in der Nachspielzeit nicht mehr die erforderliche Spieleranzahl auf dem Platz hatte. Damit hielt sich das Sportgericht ans Regelwerk.

Schiedsrichter Decker-Törö: Das hat das Sportgericht Unna/Hamm entschieden

Die Vertreter des SuS Oberaden um Kassierer Fritz Wenzel (2. v.l.) verfolgten die Verhandlung um Schiedsrichter Decker-Törö. © Teimann

Schiedsrichter Daniel Decker-Törö pausiert weiter

Schiedsrichter Daniel Decker-Törö indes wird weiterhin kein Spiel leiten. Das erklärte Kreis-Schiedsrichter-Obmann Torsten Perschke in der Verhandlungspause. „Wir haben gesehen, dass der Unparteiische eine große Bandbreite hat. Die Vergehen hat er alle erkannt. Dennoch wird Daniel Decker-Törö vorerst kein Spiel leiten. Am 23. Oktober setzt sich der Schiedsrichter-Ausschuss zusammen und entscheidet dann weiter.“

„Der hat das ganze Spiel kaputtgemacht“

Nicht nur Perschke hatte sich während der Sitzung selbst ein Bild von den Meinungen gemacht. Und die reichten von „Der hat nicht absichtlich gegen den SuS Oberaden gepfiffen“ (RWU-Trainer Norman Koch) über „Ich hatte das Gefühl, dass er dem einen oder anderen einen pinnen wollte“ (Ulrich Ritter, Kreis-Jugend-Obmann) bis hin zu „Der hat das ganze Spiel kaputtgemacht“ (Ramazan Bicakci, SuS Oberaden).

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Unterm Strich kann zusammengefasst werden, dass Decker-Törö am 22. September in der einen oder anderen Situation auch weniger hart hätte durchgreifen können, glaubt man den Zeugenaussagen.

Drohungen gegen den Schiedsrichter

Was nun gar nicht geht, waren am Spieltag Drohungen in Richtung des Schiedsrichters. „Du wirst den Platz hier nicht lebend verlassen“, zitierte RWU-Geschäftsführer Vincenzo Logiudice einen Oberadener.

Auch ein abwertender Facebook-Eintrag durch Oberadens Almir Halilovic wird höchstwahrscheinlich noch sportgerichtliche Folgen haben. „Ich wünsche Dir jeden Abend Durchfall“, soll es da laut Schiedsrichter Daniel Decker-Törö heißen.

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