So viel zahlen Lüner Sportvereine für Plätze und Hallen an die Stadt

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Die meisten Vereine nutzen städtische Sportplätze und -hallen. Doch wie viel zahlt ein Klub dafür und wie setzen sich die Kosten zusammen? Wir haben beim Lüner SV Handball und der Stadt nachgehört.

Lünen

, 08.04.2020, 16:33 Uhr / Lesedauer: 3 min

Aufgrund der Corona-Pandemie liegt der organisierte Sport in Deutschland brach - auch in Lünen. Einigen Sportvereinen bereitet das bereits finanzielle Probleme. Die Stadt Lünen hatte bereits angekündigt, keine Gebühren für die Nutzung von Sportstätten während der Krise einzuziehen. Und wie hoch sind solche Kosten eigentlich? Wie viel wird wofür bezahlt? Wir haben bei der Stadt Lünen und dem Lüner SV Handball nachgefragt.

Eins nimmt Sven Weber, Vorsitzender des Lüner SV Handball, dabei vorweg. „Wir haben den Vorteil, den alle Vereine haben, die eine städtische Halle nutzen und gleichzeitig pflegen: Wir haben eine Nutzungsvereinbarung mit der Stadt über die Rundsporthalle“, sagt Weber. Das bedeutet: „Wir zahlen nur für die Hallen, die wir zusätzlich zur Rundsporthalle noch benutzen“, erklärt Weber. Wie die Stadt mitteilt, haben neben dem LSV Handball auch der Lüner SV Volleyball, der VfL Brambauer, der VfB Lünen und sämtliche Fußballklubs mit Ausnahme des FC Brambauers eine solche Vereinbarung abgeschlossen.

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„Die Vereine zahlen für Kleinstreparaturen in einem geringem Ausmaß und für die Pflegekosten. Dafür erhalten sie einen Zuschuss von der Stadt. Die restlichen Kosten werden von der Stadt getragen“, teilt Stadtsprecher Benedikt Spangardt auf Nachfrage mit. „Wir machen quasi den Hausmeister- oder Hallenwartdienst, aber der Hauptpart ist, dass wir auch Putzkräfte im Einsatz haben, die auch im Schulbetrieb dafür sorgen, dass die Halle immer sauber ist“, erklärt Sven Weber. So läuft das bei allen Lüner Vereinen, die eine Sportstätten-Nutzungsvereinbarung mit der Stadt unterzeichnet haben.

Zusätzliche Kosten kommen auf die Klubs hinzu, wenn sie eine weitere Stätte nutzen möchten. Da die Lüner Rundsporthalle häufig auch für Veranstaltungen genutzt wird, muss der LSV Handball manchmal ausweichen. „Wir zahlen nur für die Hallen, die wir zusätzlich zur Rundsporthalle benutzen, aber das sind nicht viele Hallenstunden. Das summiert sich auf vielleicht 500 Euro im Jahr“, schätzt Sven Weber.

80% Rabatt für gemeinnützige Vereine des SSV

Aber wie setzen sich solche Kosten zusammen? Wir wollten es genau wissen. „Gemeinnützige Vereine des StadtSportVerbandes zahlen pro Übungsstunde und Hallenteil 1,19 EUR. Sie erhalten 80% Rabatt auf den Normalpreis von 5,95 EUR“, heißt es in einer Mitteilung. Dies bedeutet über das Jahr gesehen für einige Vereine vermeintliche zweistellige Klecker-Beträge, für andere mittlere vierstellige Summen.

„Wir nutzen noch die Halle an der Osterfeldschule“, berichtet Sven Weber, „zwischendurch auch mal die an der Dammwiese.“ Dies sind für den Verein aber eher Ausweichmöglichkeiten, wenn die Rundsporthalle belegt ist. Rund 180 Jugendliche und 120 Erwachsene spielen beim LSV Handball aktiv mit, hinzu kommen die Nachwuchsteams der JSG Brechten/Lünen, die auch einmal pro Woche in der Rundsporthalle trainieren.

Dabei wird noch einmal in Entgelte für „Veranstaltungsbelegung“ und „Übungsbelegung“ unterschieden; Im Jahr 2019 zahlte der Lüner SV Handball 137,45 Euro für erstere und 341,74 Euro für letztere, insgesamt also exakt 479,19 Euro für Sportstättennutzung außerhalb der Rundsporthalle. Der Tennisclub Brambauer 1951 kommt dagegen nur auf insgesamt 70,81 Euro, der Lüner SV Fußball aber sogar auf 4071,05 Euro.

Doch wie hoch liegen diese Summen in Lünen im Jahr insgesamt? „Durch die Nutzungsgebühren der Vereine und anderer Gruppen hat die Stadt Lünen in 2019 etwa 64.400 Euro eingenommen. Durch weitere städtische oder schulische Gruppen wurden 56.300 Euro erwirtschaftet“, teilt die Stadt schriftlich mit. Insgesamt also Einnahmen von rund 120.700 Euro.

Stadt zahlt weiter Zuschüsse

Aktuell hat Lünen in diesem Bereich allerdings keine Einnahmen. Die Zahlungen für die Sportstättennutzung sind wegen der Corona-Krise bekanntlich ausgesetzt. Ausgaben allerdings hat sie: „Die Stadt Lünen zahlt die Zuschüsse zur Pflege der einzelnen Sportanlagen weiter. Hier werden keine Abzüge vorgenommen“, teilt Stadtsprecher Benedikt Spangardt schriftlich mit. Zudem könnten „Vereine derzeit um eine Vorziehung der zweiten Teilzahlung bitten“. Dies sei auch bereits einmal geschehen.

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Sven Weber vom Lüner SV Handball hat keine Klagen über die Kooperation mit der Stadt, im Gegenteil: „Ich fühle mich da immer gut beraten und gut betreut. Das funktioniert eigentlich richtig gut“, sagt er. Auch und gerade in Corona-Zeiten. „Die Zusammenarbeit mit der Stadt war von Beginn der Krise an bis jetzt gut“, lobt Weber, der hofft, dass es „nach den Osterferien in abgespeckter Variante weitergeht“.

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