Spielabbruch beim VfB Lünen: Was machte der Meistermacher des Lüner SV am Platz?

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Der Spielabbruch beim VfB Lünen erschüttert auch Tage danach noch. Am Platz war auch ein Mann, der in Lünen sehr bekannt ist - vor allem für seine Erfolge beim Lüner SV.

Lünen-Süd

, 16.09.2020, 08:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Schlag und ein Kniestoß eines Spielers des SC Osmanlispor gegen den Schiedsrichter sorgten für Schockstarre am vergangenen Wochenende. Das Spiel des VfB Lünen gegen die Gäste aus Dortmund wurde abgebrochen, der Schiedsrichter musste ins Krankenhaus.

Am Platz in Lünen-Süd hat dies auch ein bekanntes Gesicht miterlebt: Hasan Kayabasi. Doch was tat der ehemalige Sportliche Leiter des Lüner SV, der mit dem Klub in die Westfalenliga aufstieg und die Dortmunder Hallenstadtmeisterschaft gewann, am Platz des VfB?

Kayabasi hat einen neuen Posten inne

Noch zu Saisonbeginn erklärte er, dass er sich auch momentan viele Spiele privat anschaue, doch das war dort nicht der Fall. Kayabasi ist neuer Sportlicher Leiter des A-Ligisten SC Osmanlispor Dortmund.

„Der neue Präsident Burhan Erdem hatte mich angesprochen, ob ich nicht Lust hätte, den Posten des Sportdirektors bei Osmanlispor zu übernehmen“, erklärt Kayabasi. Vergangenen Freitag sagte er zu, am Sonntag war das erste Spiel. Kayabasi erlebte also direkt den Spielabbruch mit, wobei er selbst sagt, was er dem Verein deutlich gemacht hat: „Für mich ist das Wichtigste, dass hier im Klub Disziplin großgeschrieben wird. Dafür bin ich bekannt.“

Und da passen die Geschehnisse vom Sonntag gar nicht zu.

„Der spätere Täter hatte schon Gelb, legte sich im Anschluss noch mit den eigenen und gegnerischen Spielern an“, sagt Kayabasi, „wäre ich schon länger im Klub gewesen, hätte ich unserem Trainer gesagt, er soll den Spieler sofort vom Platz nehmen.“

Hasan Kayabasi (schwarzes T-Shirt) ist neuer Sportdirektor beim SC Osmanlispor.

Hasan Kayabasi (schwarzes T-Shirt) ist neuer Sportdirektor beim SC Osmanlispor. © Goldstein

Den Täter, auf den jetzt auch eine Anzeige wegen Körperverletzung wartet, hat der Klub bereits ausgeschlossen.

Doch was macht Kayabasi nun? Macht er trotzdem weiter? „Jetzt erst recht“, sagt er. Er habe einen Einzeltäter gesehen und auf der anderen Seite eine Mannschaft, die sich sofort von diesem distanziert und den Schiedsrichter geschützt hat. „Es ist aber klar, dass für mich Disziplin an oberster Stelle steht. Das ist die Grundlage für mein Engagement hier.“

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Dabei nimmt er den Verein in Schutz: „Jetzt wird es wieder überall heißen: die Türken wieder. Aber der Angreifer war gar kein Türke.“

Und es müsse darauf hingewiesen werden, welche Szenen sich im Anschluss an die widerlichen Szenen des Abbruchs abspielten. Osmanlispor-Spieler gingen dazwischen, genau so wie Zuschauer. Vielen Spielern des Dortmunder Klubs stand der Schock ebenfalls in das Gesicht geschrieben.

Sie entschuldigten sich bei den Zuschauern, Spielern und Offiziellen des VfB Lünen für das Verhalten ihres nun Ex-Mitspielers und bekamen dafür Applaus.

Kayabasi kümmerte sich um den Schiedsrichter

„Eine starke Aktion war auch, dass unser Präsident Burhan Erdem dem Täter sofort das Trikot vom Leib gezogen hat“, sagt Kayabasi.

Kayabasi kümmerte sich derweil um den verletzten Schiedsrichter, denn er hatte nicht nur seinen neuen Posten beim SC Osmanlispor inne, sondern war auch als Mitglied des Fußballkreises Dortmund vor Ort. Kayabasi ist Beisitzer der Kreisspruchkammer. Er hofft auch, dass der Übeltäter mit aller Härte der Sportgerichtsbarkeit bestraft werde.

Und während der Schiedsrichter im Anschluss in das Krankenhaus gebracht worden ist, suchte die Frau des Unparteiischen jemanden, um sie in das Krankenhaus einzubringen. Kayabasi erklärte sich dazu bereit.

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