Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Spielabbruch nach Prügelei: Ex-Lüner Fußballer sollen mit Flaschen attackiert worden sein

Polizeieinsatz in der Bezirksliga

Unschöne Szenen trugen sich am Sonntag auf dem Fußballplatz des SuS Ennigerloh zu: Das Spiel gegen die IG Bönen ist nach Tumulten abgebrochen worden. Auch zwei Ex-Lüner waren betroffen.

Lünen, Bönen

, 21.05.2019 / Lesedauer: 3 min
Spielabbruch nach Prügelei: Ex-Lüner Fußballer sollen mit Flaschen attackiert worden sein

Samet Akyüz, hier noch im Trikot des Lüner SV, hat am Sonntag die tumultartigen Szenen in Ennigerloh hautnah mitbekommen. © Benedikt Ophaus

Den Meistertitel hatte die IG Bönen am vergangenen Sonntag bereits in der Tasche. Sportlich hatte das Auswärtsspiel beim SuS Ennigerloh also keine große Relevanz mehr für den kommenden Landesligisten. Umso überraschender war es, dass Schiedsrichter Dennis Bröcking das Spiel abbrach. Als Grund nennt er „unübersichtliche Handlungen außerhalb des Spiels“.

Platzverweis als Auslöser

Was war passiert? IG-Verteidiger Wynal Medjignia kassierte in der zweiten Halbzeit beim Spielstand von 1:2 aus Sicht der IG wegen eines wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte. Daraufhin soll Medjignia von Zuschauern und Reservespielern des SuS Ennigerloh verbal angegangen worden sein. Das berichten mit Adem Cabuk und Samet Akyüz zwei ehemalige Spieler des Westfalenligisten Lüner SV. „Nach dem Platzverweis wurde unser Spieler als ‚Affe‘ und ‚Nigger‘ rassistisch beleidigt“, sagt Akyüz. Cabuk bestätigt die verbalen Entgleisungen der Zuschauer. „Als wir dann schlichten wollten, hat man uns als ‚Kanaken‘ beleidigt“, so Cabuk.

SuS-Geschäftsführer Ralf Drews, der am Sonntag als Ordner fungierte, bestätigte die verbalen Entgleisungen im Gespräch mit dem Westfälischen Anzeiger. „Unsere Fans sind ausgetickt, das ist richtig“, wird Drews in dem Bericht des Westfälischen Anzeigers zitiert.

Handgreiflichkeiten und fliegende Flaschen

Nach den Beleidigungen soll es zu Handgreiflichkeiten seitens der Ennigerloher gekommen sein. Zudem sollen Gegenstände geflogen sein. „Schnell sind Fäuste und Flaschen in unsere Richtung geflogen“, sagt Adem Cabuk. Samet Akyüz berichtet davon, dass einige Spieler noch immer benommen seien und es nicht fassen können, was sich am Sonntag auf dem Fußballplatz in Ennigerloh zugetragen habe. „Zum Glück hat sich aber keiner schlimmer verletzt“, so Akyüz.

Diese Version bestätigt Ralf Drews im Gespräch mit dem Westfälischen Anzeiger so nicht. „In meiner Funktion als Ordner bin ich bei der Rudelbildung nach dem Foul, das zum Platzverweis geführt hat, auf den Platz gelaufen. Ich wollte die drohende Eskalation im Keim ersticken. Ein Bönener Spieler hat mich dann angesprochen und gesagt, ich solle mich vom Platz verpissen. Als ich das nicht tat, hat er mir in die Wade getreten“, wird Drews in dem Bericht des Westfälischen Anzeigers zitiert. Ein Reporter der Tageszeitung „Die Glocke“, der das Spiel vor Ort verfolgte, bestätigte in seinem Bericht, dass Drews einen Tritt in die Wade bekam.

Polizei trifft ein

Kurz danach traf die Polizei mit zwei Streifenwagen ein. Das berichten Cabuk, Akyüz und auch der Westfälische Anzeiger. „Wir haben dann unter Polizeischutz das Gelände verlassen“, sagt Samet Akyüz. Schiedsrichter Bröcking hat einen Sonderbericht angefertigt, der an das Bezirkssportgericht weitergeleitet wird. Wann es zu einer Verhandlung kommt und welche Strafen die Vereine und Spieler erwarten, ist aktuell noch unklar.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt