Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Sportmediziner klärt auf: Unter diesen Bedingungen kann man aktuell Fußball spielen

Fußball-Stadtmeisterschaften

Die Meinungen, ob während der aktuellen Hitzewelle Fußball gespielt werden sollte, gehen bei den Organisatoren der Stadtmeisterschaften auseinander. Wir haben einen Sportmediziner gefragt.

Lünen

, 25.06.2019 / Lesedauer: 3 min
Sportmediziner klärt auf: Unter diesen Bedingungen kann man aktuell Fußball spielen

Flüssigkeit ist dieser Tage ein ständiger Begleiter der Lüner Jugendfußballer - aber reicht das alleine aus? © Jürgen Weitzel

„Wahnsinn“ nannte Sezer Yildiz, Jugendgeschäftsführer des BV Brambauer, die Aussage von Detlev Eppmann. Eppmann ist Leiter der Fachschaft Juniorenfußball im Stadtsportverband Lünen (SSV) und damit wie Yildiz vom Ausrichter Brambauer direkt an der Durchführung der aktuell laufenden Juniorenfußball-Feldstadtmeisterschaften beteiligt.

Jetzt lesen

Die beiden haben unterschiedliche Auffassungen über den Einfluss des Wetters auf die Nachwuchsfußballer. Während Yildiz es unverantwortlich findet, Kinder bei den derzeitigen Temperaturen Fußball spielen zu lassen, sagte Eppmann am Montag auf Nachfrage dieser Redaktion: „Da kann man mit klarkommen. Die Temperaturen sind ja nicht ungewöhnlich.“

Sportmediziner klärt auf

Beide Meinungen haben sicherlich ihre Daseinsberechtigung. Aber was sagt ein ausgewiesener Experte zum Fußballspielen bei Temperaturen weit über 30, teilweise über 35 Grad? Prof. Dr. med. Hans-Georg Predel ist seit 2000 Leiter des Instituts für Kreislaufforschung und Sportmedizin an der Deutschen Sporthochschule Köln.

Fußballspielen auch während der aktuellen Hitzewelle hält Predel für möglich - aber nur in den Abendstunden. Von 11 bis 16 Uhr sei eine „konsequente Vermeidung von direkter Sonneneinstrahlung“ geboten, so Predel. Die frühsten Spiele der Halbfinals unter der Woche sind für 17 Uhr angesetzt - dann müssen ausgerechnet die E-Junioren ran. Spiele soll man in den Abend verlegen und wenn möglich ausfallen lassen, rät der Experte.

Sportmediziner klärt auf: Unter diesen Bedingungen kann man aktuell Fußball spielen

Einen Sonnenschutz, wie dieser Minifußballer des BV Lünen, trugen am Sonntag nur die allerwenigsten Kinder. © Timo Janisch

Anstoßzeiten ab 18 Uhr etwa, wie bei vielen der kommenden Halbfinalpaarungen, seien empfehlenswerter, so Predel. „Dann ist die Intensität der Sonneneinstrahlung wesentlich geringer. Aber auch da muss man extrem aufpassen“, sagt der Sportmediziner. So ist beispielsweise darauf zu achten, dass die Kinder und Jugendlichen auch während der extra angesetzten Trinkpausen nicht in der Sonne sitzen.

Prof. Dr. Predel: „Trinkmengen sind schwierig nachzuhalten“

Bei Kindern, gerade in noch jungen Jahren, sei besondere Vorsicht geboten. „Kinder trinken oft nicht so konsequent oder cremen sich nicht so konsequent ein“, sagt Predel. Er kennt Kinder aller Altersgruppen, betreute selbst schon Jugendturniere. „Selbst wenn die Kinder gut betreut werden, sind die Trinkmengen schwierig nachzuhalten“, sagt Predel aus eigener Erfahrung.

Zusätzlich zu den Trinkmengen ist auf die Art der Getränke zu achten. Leitungswasser sei nicht zu empfehlen. Stattdessen sollten die Jugendfußballer Mineralwasser oder Apfelsaft zu sich nehmen, rät Predel.

„Das sind ja keine medizinischen Experten“

Eppmann übertrug die Entscheidung über Trinkpausen und verkürzte Spielzeiten - die Predel übrigens ebenfalls vorschlug - den Schiedsrichtern. Diese hätten die Fürsorgepflicht, so Eppmann. „Das auf die individuelle Entscheidungsfindung abzuwälzen, finde ich keine gute Idee. Das sind ja keine medizinischen Experten“, sagt Predel. Man könne etwa einen erfahrenen Sportlehrer oder Allgemeinmediziner hinzuziehen, so der Sportmediziner.

Noch weniger Verständnis hatte Predel für die Austragung der Stadtmeisterschaft der Minis. Diese spielten am Sonntag in der Mittagshitze. Von 10 bis 13.30 Uhr waren Spiele angesetzt, hinzu kam eine üppige Verzögerung. „Das ist die Extremvariante mit erheblichen Negativkonsequenzen. Das sollte man vermeiden“, machte Predel klar.

Jetzt lesen

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt