Stadt Lünen reagiert mit einem eindringlichen Appell auf Bericht über Kabinenpartys

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Trotz der Corona-Pandemie feiern Fußballer Kabinenpartys, berichtet ein Kicker. Sind solche Vorfälle auch in Lünen bekannt? Die Stadt Lünen gibt Auskunft und spricht klare Worte.

Lünen

, 12.11.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der vergangenen Woche berichtete ein Amateurfußballer diese Redaktion von der Realität auf den Fußballplätzen angesichts der Corona-Pandemie. Fußballer, die die inzwischen selbstverständlichen Regeln brechen, sind demnach keine Seltenheit.

„Ja, es gibt sie, die Kabinenpartys nach den Begegnungen. Sie sind auch keine Seltenheit“, sagt der Fußballer. Er spricht auch von Fahrgemeinschaften, Motivationskreisen vor Anpfiff und dem Teilen von Trinkflaschen. „Wenn das Spiel läuft, geht alles ganz schnell“, sagt er.

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In Lünen haben sich nach Kenntnisstand der Stadt bislang keine der sogenannten Kabinenpartys abgespielt. „Bei der Stadt sind jedenfalls keine entsprechenden Anzeigen oder Beschwerden eingegangen“, schreibt die Pressestelle der Stadt auf Anfrage dieser Redaktion.

Sollten sich solche Vorfälle dennoch ereignet haben, richtet die Stadt klare Worte an die feiernden Spieler. „Falls das stimmt, was der Spieler berichtet, kann man das nur verurteilen. ‚Kabinenpartys‘ sind inakzeptabel, wer so etwas veranstaltet, hat eventuell der Ernst der Lage noch nicht erkannt“, zitiert die Stadt den Sportdezernenten Lünens, Horst Müller-Baß.

Horst Müller-Baß appelliert in Namen der Stadt Lünen

In Anbetracht der nun seit Wochen hohen Corona-Fallzahlen sagt er: „Mir ist bewusst, dass einige der Schutzmaßnahmen auch und gerade die Sportlerinnen und Sportler hart treffen. Aber ich appelliere an alle und bitte sie, weiter solidarisch zu sein und Rücksicht zu üben.“

Die allermeisten Lüner Vereine scheinen die selbst ausgearbeiteten Hygienekonzepte allerdings konsequent umzusetzen. Ein Infektionsherd innerhalb einer Mannschaft hat sich nach Informationen dieser Zeitung in der Lippestadt bislang noch nicht gebildet.

Unter anderem deshalb stieß das Vorgehen des politischen Kreis Unna, nachdem dieser den kritischen Wert von über 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen überschritten hatte, nicht überall auf Verständnis.

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Der Kreis hatte erst per Allgemeinverfügung den Kontaktsport im gesamten Kreisgebiet untersagt. Nach wenigen Tagen lockerte der Kreis seine Einschränkungen jedoch - nur der Fußball blieb unter den Mannschaftssportarten die vollen zwei Wochen verboten.

Stadt Lünen kann keine Einschätzung abgeben

Die tatsächlichen Infektionszahlen im Fußball seien größer als angenommen, der Kreis stelle keine überzogenen Regelungen auf, antwortete die Pressestelle des Kreises auf eine Anfrage dieser Zeitung Mitte Oktober.

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Die Stadt Lünen kann ein solches Infektionsgeschehen innerhalb des Mannschafts- und speziell Fußballsports weder bestätigen noch dementieren. „Wir können keine Einschätzung dazu abgeben, ob es in bestimmten Bereichen besonders viele oder wenige Coronafälle gibt.“ Dafür sei die Gesundheitsbehörde des Kreises Unna zuständig.

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