Keine Heimspiele: Stadt Lünen akzeptiert Hygienekonzept eines Vereins nicht

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Ein Blick auf den Vereinsspielplan nach der Coronapause zeigt ein einseitiges Bild bei einem Lüner Klub. Die Mannschaften treten ausschließlich auf fremden Platz an. Woran liegt das?

von David Adams

Lünen

, 07.08.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ab dem 25. Juli hat der Fußballkreis Dortmund wieder Testspiele in seinem Wirkungsgebiet erlaubt. Die Spiele müssen unter Coronamaßnahmen durchgeführt werden, aber sie sind erlaubt.

Zu den Maßnahmen zählen unter anderem das Führen von Namenslisten für eine mögliche Rückverfolgung aller am Sportplatz befindlichen Personen und die Höchstgrenze von maximal 30 Sportlern auf dem Sportplatz. Diese und weitere Vorschriften sollen helfen Testspiele während der Coronapandemie möglichst infektionsfrei durchführen zu können.

Spielbetrieb ab dem 15. August möglich

Diese Maßnahmen verhindern laut Stefan Urban, Trainer der ersten Mannschaft des SV Preußen Lünen, aktuell die Durchführung von Freundschaftsspielen auf der eigenen Anlage. Das vom Verein erstellte Hygienekonzept sei von der Stadt Lünen nicht akzeptiert worden.

Eine neue Fassung soll den Spielbetrieb ab dem 15. August möglich machen.

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Die bisher fehlende Erlaubnis der Stadt beeinträchtigt den Spielbetrieb am alten Postweg massiv erklärt Urban: „Es geht einfach darum, wenn man jetzt 35 Euro oder 40 Euro für den Schiedsrichter nimmt, dann zahlst du 70 Euro für zwei Mannschaften für den Schiedsrichter, aber hast null Einnahmen. Da zahlst du drauf.“

Eine Öffnung der vereinseigenen Verkaufsstände sei noch nicht erlaubt, in die Kabinen dürften bei den Preußen aktuell nur maximal fünf Personen. Alles Punkte die Heimspiele aktuell erschweren würden.

Der Verein möchte umsichtig agieren

Außerdem nennt Urban den Urlaub vieler Ehrenamtlicher als ein Grund für die aktuelle Situation. Man möchte umsichtig agieren. „Man sieht das ja jetzt, ein Coronafall - bumm - fallen Spiele aus und der Rattenschwanz ist riesengroß“, sagt der Preußen-Trainer mit Blick auf aktuelle Entwicklungen.

Ein Spieler des SuS Oberaden hatte sich mit dem Coronavirus infiziert. Deshalb musste das Testspiel der Oberadener gegen BW Alstedde vergangenen Sonntag abgesagt werden. Ein Spiel musste sogar abgebrochen werden.

Stefan Urban ist Trainer des SV Preußen Lünen.

Stefan Urban ist Trainer des SV Preußen Lünen. © Timo Janisch

Mit Gerüchten, dass der Verein seine Mannschaften aus Kostengründen nicht trainieren lässt, räumt Urban auf. Beispielsweise die F-Jugend mache ganz normal in den Ferien eine Pause und die ersten Trainingsmöglichkeiten mit Trainingsgruppen von maximal zehn Spielern seien in dem Altersbereich nicht so leicht um zusetzten.

Unterschiedlicher Umgang mit den Coronavorschriften

Mittlerweile trainiere neben den Seniorenmannschaften sowohl die F-, B- und A-Jugend. Für Urban ist der unterschiedliche Umgang der Vereine mit den Coronavorschriften ein Thema.

Er schildert Bilder von anderen Sportanlagen, die bei Preußen Lünen so nicht erlaubt seien. Diese Unterschiede gäben den Eltern ein verwirrendes Bild und ließ so Unwahrheiten entstehen.

Doch neben dem möglichen Heimspielbetrieb ab Mitte August kann sich Stefan Urban über kleine Lockerungen freuen. So sollen bald Kleinfeldmannschaften im Jugendbereich parallel auf dem Sportplatz spielen dürfen und auch die strikte Trennung der Trainingseinheiten von erster und zweiter Mannschaft fällt weg.

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Bei Preußen Lünen wird man weiterhin schrittweise bewerten, in welcher Form der Fußball innerhalb der Coronavorschriften auf dem heimischen Sportplatz möglich ist. „Mehr kannst du nicht tun, das Ordnungsamt läuft bei uns auch rum, die waren auch oft genug am Platz. Es ist schwierig“, resümiert Urban.

Ebenfalls keine Heimspiele führt der A-Ligist SG Gahmen aus. Das liegt aber nicht an einer fehlenden Erlaubnis der Stadt, sondern daran, dass die Gegner des A-Ligisten in der Vorbereitung nicht auf Asche spielen wollen, sondern lieber auf den eigenen Plätzen.

Die zweite Gahmener Mannschaft hat bereits Testspiele auf dem Ascheplatz absolviert.

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