"Vereine müssten sich für ein Turnier entscheiden"

Dortmunder Hallen-Stadtmeisterschaften

Es waren denkwürdige 33. Dortmunder Hallenfußball-Stadtmeisterschaften. Unter den Pfiffen des Großteils der 4500 Zuschauer in der Helmut-Körnig-Halle nahm der Lüner SV den Siegerpokal entgegen. Die Gäste waren unerwünscht unter den Dortmunder Fans. Im Interview spricht Jürgen Grondziewski (65), Vorsitzender des Fußballkreises Dortmund, über die Situation.

von Udo Stark

LÜNEN

, 18.01.2017, 11:25 Uhr / Lesedauer: 2 min
"Vereine müssten sich für ein Turnier entscheiden"

LSV-Kapitän Lukas Ziegelmeir (l.) und Finaltorschütze Daniel Mikuljanac bejubeln den Sieg bei den Dortmunder Hallenfußball-Stadtmeisterschaften. Ob sie ihren Titel im kommenden Jahr verteidigen dürfen, ist noch ungewiss.

Was sagen Sie zum neuen Stadtmeister?

Man muss es ganz deutlich so sagen: Der Lüner SV hat die Stadtmeisterschaft aus sportlicher Sicht ohne Frage bereichert, sehr gute Spiele gezeigt und gleich bei seiner ersten Teilnahme ein Ergebnis erzielt, das nicht mehr zu toppen ist.

Im Vorfeld war allerdings immer wieder Kritik an der Entscheidung laut geworden, nach den Schwerter Teams auch Klubs aus Lünen die Teilnahme an den Titelkämpfen zu ermöglichen. Wie beurteilen Sie die Situation, nachdem sich der Lüner SV als erster nicht in Dortmund beheimateter Verein für die Endrunde qualifiziert und dann sogar den Titel gewonnen hat?

Nachdem wir vor drei Jahren erstmals die Schwerter Vereine mit hinzu genommen haben, hatten die Lüner Klubs nun den Wunsch geäußert, ebenfalls an der Dortmunder Stadtmeisterschaft teilnehmen zu dürfen. Diesem Anliegen haben wir entsprochen, denn es ging ja auch um eine Gleichbehandlung, von daher war ihr Mitwirken aus unserer Sicht eine logische Konsequenz. Was mir nicht gefallen hat, ist der doppelte Einsatz sowohl in Dortmund als auch bei den Stadtmeisterschaften in Lünen oder Schwerte. Das wird künftig nicht mehr möglich sein. Die Vereine müssten sich für ein Turnier entscheiden.

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Werden wir die Gäste aus den beiden Nachbarstädten, die ja auch zum Kreis Dortmund gehören, im nächsten Winter wieder sehen?

Das lassen wir momentan noch offen. Es war ein Experiment, nun auch die Lüner Vereine mitwirken zu lassen. Wir werden in einer Arbeitsgruppe die gemachten Erfahrungen aufarbeiten. Und dann werden wir sehen, was für die Zukunft des Turniers die beste Lösung sein wird.

Der Lüner SV wurde während des Endspiels und bei der Siegerehrung ausgepfiffen ...

Das haben wir natürlich registriert. Wir lassen uns davon aber nicht beeinflussen.

Vereine wie Mengede 08/20, der TuS Eichlinghofen oder der VfL Kemminghausen, die für ihre große und stimmgewaltige Fangemeinde bekannt sind, haben es nicht ins Turnier der Besten geschafft. Hat sich dies auf die Zuschauerzahlen ausgewirkt?

Keineswegs. Rund 4000 Zuschauer hatten wir am ersten Abend, am zweiten Tag war die Halle mit 4500 Fans ausverkauft. Mit diesen Zahlen sind wir sehr zufrieden. Es ist doch erfreulicherweise so, dass Dortmunds Fußballfans immer wieder gerne zu dieser Finalrunde kommen, unabhängig davon, welche Teams dabei sind oder nicht. Auch die Atmosphäre auf den Rängen war wieder top.

Wie bewerten Sie das sportliche Niveau?

Die Qualität der diesjährigen Finalrunde empfand ich als außergewöhnlich hoch. Dieses Turnier war erneut eine Werbung für den Hallenfußball in Dortmund.

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