Vereins-Chef Grünke: „Aus Not eine Tugend gemacht“

Zum Abschied des OTC Lünen

Die letzten acht Jahre hat André Grünke die Tennisspieler des OTC Union Lünen geführt. Im Interview blickt der letzte Vorsitzende des Klubs auf diese Zeit zurück. Der 41-Jährige ist zwar ein bisschen wehmütig, freut sich aber auf die neue Heimat innerhalb des Lüner SV.

LÜNEN

, 05.11.2015, 06:24 Uhr / Lesedauer: 2 min
Vereins-Chef Grünke: „Aus Not eine Tugend gemacht“

Die Westfälischen Nachwuchsmeisterschaften bleiben in Lünen. LSV-Vorsitzender Frank Krischer (2.v.r.) und der noch amtierende OTC-Vorsitzende André Grünke (r.) sind glücklich mit der Zusage von WTV-Vízepräsidentin Gerti Straub (l.), die Moderator Christoph Kellermann ihr bei der OTC-Abschiedsfeier entlocken konnte.

Die Farewell-Party des OTC Union Lünen am 24. Oktober war ein voller Erfolg. Emotionale Momente haben diesen Abend geprägt. Wie schaut es heute, eineinhalb Wochen nach der Abschiedsveranstaltung, in Ihnen aus?

Ich bin immer noch überwältigt, wie an dem besagten Abend auch. Selbst mit ein paar Tagen Abstand kann ich es immer noch nicht fassen, wie emotional sich unser großartiger Klub von der Bühne verabschiedet hat. Das wird uns allen auf ewig im Gedächtnis bleiben.

Über drei Jahrzehnte hat Ihr Klub die Lüner Tennisszene nachhaltig geprägt. Nicht nur stadtintern, auch über die Stadtgrenzen hinaus war der OTC allseits extrem beliebt. Was hat den kleinsten der neun Lüner Tennisvereine schlussendlich ausgemacht?

Ich denke, es war und ist ein Mix aus Leidenschaft und familiärem Input. Wir haben aus der Not eine echte Tugend entwickelt und von Beginn an immer überregionale Events ausgerichtet, die Beachtung fanden. Bei sämtlichen Veranstaltungen blieb allen Beteiligten stets sowohl die hohe sportliche Qualität, als auch die urgemütliche Atmosphäre rund um unser Klubheim in bester Erinnerung. Dies war schon zu Zeiten des Haus-Lüggert-Pokals so und zog sich über den Autohaus-Rüschkamp-Cup und den mib-Cup bis hin zu den Westfälischen Nachwuchsmeisterschaften, die wir zuletzt drei Mal ausrichten durften.

Sie sprechen diese Großveranstaltung des Westfälischen Tennis-Verbandes an. Der hiesige Verband hat bereits heute die Zusage gegeben, dass die westfälischen Titelkämpfe in Lünen bleiben werden. Wie wichtig ist dies für den lokalen Tennissport?

Das spricht zunächst einmal für Lünen als Tennis-Standort. Unsere Freunde vom TV Altlünen scheinen sich mit ihrem Austragungsgeschick als Ausrichter der Bezirksmeisterschaften dauerhaft zu etablieren. Der Lüner SV wird in Sachen WTV-Nachwuchsmeisterschaften folgerichtig die Nachfolge des OTC antreten. Gerti Straub, die Vizepräsidentin des WTV, hat den Staffelstab bei unserer Abschiedsparty bereits an meinen Kollegen Frank Krischer, den Vorsitzenden des Lüner SV, übergeben. Dieser Vertrauensvorschuss seitens des Verbandes ist großartig. Zwei überregionale Großereignisse in Lünen, das ist fantastisch.

Die Abschieds-Party des OTC hatte einen sozialen Anstrich, denn der gesamte Abend wurde zu Gunsten von Rollstuhl-Tennisspielern ausgerichtet, was allseits höchste Anerkennung fand.

Ich darf für unseren gesamten Klub sprechen, wenn ich sage, dass wir stets ein Auge auf das Wesentliche gelegt haben. Auch haben wir stets über den Tellerrand hinaus geschaut. Wir alle sind sehr dankbar für die Super-Zeit, die wir gemeinsam erleben durften. Zum Abschied war es an der Zeit, etwas zurückzugeben. Die Rollstuhlfahrer der Breakchance-Initiative beeindrucken uns seit vielen Jahren in höchstem Maße. Die Art und Weise, wie sie unseren Abschiedsabend bereichert und uns mit ihrem Können und ihrer Lebenseinstellung für das Wichtige im Leben sensibilisiert haben, verdient jede Art von Unterstützung. Ich werde mich dafür einsetzen, dass wir uns auch zukünftig für dieses wunderbare Projekt engagieren.

Womit wir in der Zukunft gelandet wären. Nach der Verschmelzung der beiden Klubs OTC und LSV wird der Tennisschläger künftig in der Geist geschwungen.

Es ist klasse, dass es für viele von uns beim LSV sportlich praktisch nahtlos weiter geht. So ganz neu ist es für uns ja nicht, mit den LSV-Aktiven zu kooperieren, denn schon in der Vergangenheit gab es zahlreiche Spielgemeinschaften. Man kennt und schätzt sich sehr. Die Harmonie auf der Informationsveranstaltung deutete bereits auf ein tolles Miteinander hin. Darauf freuen wir uns alle. Dennoch wird auch das OTC-Herz für immer in unserer Brust schlagen. 32 bemerkenswerte Klubjahre lassen sich nicht einfach so wegwischen, ganz davon abgesehen, dass dies niemand von uns möchte.

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