Matti Bartsch will bis zum Rückrundenstart wieder im Stammaufgebot des VfB Lünen stehen. Als Sechser wird ihm jetzt die Aufgabe zuteil, die von ihm kritisierte Defensive zu stabilisieren.

Lünen, Werne

, 05.02.2020, 11:03 Uhr / Lesedauer: 3 min

In der Vergangenheit wurde Matti Bartsch von seinen Trainern schon auf vielen verschiedenen Positionen aufgestellt. Er lief bereits als Außenverteidiger, Spielmacher und sogar im Sturm auf: „Da war ich auch noch ein bisschen torgefährlicher“, sagt Bartsch und lacht. Seine Vielseitigkeit hat der Mittelfeldspieler aber bis heute behalten. „Ich glaube, dass ich auf der offensiven Seite ziemlich wichtig für unseren eigenen Spielaufbau bin oder eben auch als Vorlagengeber“, sagt Bartsch und ergänzt: „Und dass ich insbesondere defensiv der Mannschaft viel dabei helfe, in der taktischen Ordnung zu bleiben oder eben die taktische Ordnung wiederzufinden.“

Als Antreiber auf der Sechserposition werde Bartsch zum Rückrundenstart am ersten März die Schnittstellenfunktion zwischen der Defensive und der Offensive übernehmen - solange er nach seiner schweren Verletzung gesund und fit bleibe.

Keine dritte Operation - vorerst

In der ersten Halbzeit bei der SG Alemannia Scharnhorst am 8. September 2019 verletzte sich Bartsch zum dritten Mal binnen drei Jahren am rechten Knie. Diagnose: Schädigung am Außen- und Innenmeniskus. „Ich bin durch einen gegnerischen Körperkontakt aus dem Gleichgewicht gekommen, habe die Stabilität verloren und bin falsch auf dem Boden aufgekommen mit dem rechten Fuß“, sagt Bartsch. Dadurch sei sein Knie instabil geworden und der 24-Jährige knickte unglücklich um.

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Es wäre die mittlerweile dritte Operation an derselben Stelle für ihn gewesen. „Der Arzt hat mir gesagt, dass das nicht zwingend operiert werden muss, sondern, dass ich auch versuchen kann, es konservativ zu lösen“, sagt Bartsch. Nämlich durch ständiges Training und Stabilisierung des Knies. Eine Operation sei daher erst notwendig, wenn der Zustand des Knies sich langfristig nicht verbessere.

Bördeling ist ein „Top-Trainer“

„Konditionell bin ich zwar schon gut dabei, aber da geht auf jeden Fall noch was und kräftetechnisch auch“, sagt Bartsch. Mit dem Knie habe der 181 Zentimeter große Mittelfeldmotor zwar „ab und an Probleme, aber es wird auf jeden Fall besser und ich glaube auch, dass ich in meinem jetzigen Zustand spielen kann.“ In jedem Fall wolle er am ersten März beim TuS Neuasseln in der Stammformation von Trainer Mark Bördeling stehen, der unlängst seinen Vertrag beim VfB Lünen um ein Jahr verlängerte. Bartsch: „Dass Börde verlängert hat, hat mich gefreut. Er ist auf jeden Fall ein Top-Trainer. Ich komme auch persönlich sehr gut mit ihm aus.“

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Beim Vorbereitungsstart vor gut einer Woche freute sich der Rückkehrer vor allem auf die Mannschaftskollegen Justin Schulze-Weiling und Philipp Schulze-Twenhöven, die er seit der Zeit bei den Mini-Kickern kennt. „Das sind gute Kollegen von mir, auch mit Marcel Eichhorst mache ich außerhalb des Fußballs viel“, sagt Bartsch. „Mit Justin wohne ich zusammen in einer WG in Dortmund.“

Zu viele Gegentore

An der Hinrunde bemängelte der Dortmunder vor allem das Defensivverhalten: Zu viele Gegentore habe der VfB kassiert. Als treuer Zuschauer verpasste Bartsch kaum ein Spiel. Seine Kritik übt er auf hohem Niveau: Mit 25 Gegentreffern stellen die Lüner immerhin die viertbeste Defensive, mit 43 erzielten Toren den zweitbesten Angriff der Dortmunder Kreisliga A2. Für knapp die Hälfte der VfB-Tore ist Tim Gehrmann verantwortlich. Er führt mit seinen 21 Toren zusammen mit Evings Anil Can Mert die Torjägerliste an. „Vorne machen wir eigentlich immer unsere Tore, aber hinten müssen wir auf jeden Fall versuchen, die Anzahl der Gegentore zu minimieren“, sagt Bartsch.

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Die Chancen auf einen möglichen Aufstieg schätzt der Master-Studierende im Bereich Management Consulting Sport als gut ein, wohlwissend, dass in einer Aufstiegsrunde „alles möglich“ sei: „Gerade um Platz zwei ist halt noch alles offen, Gahmen ist einen Punkt vor uns“, sagt Bartsch. Er verfolge zwar nicht die personellen Entwicklungen anderer Vereine, wisse aber, dass sich die SG Gahmen verstärkt hat. „Letztendlich kann es mir auch egal sein, wen die geholt haben, da wir eh nicht mehr gegen die spielen“, sagt Bartsch.

Meisterschaft unwahrscheinlich

Elf beziehungsweise zwölf Punkte trennen den ungeschlagenen Spitzenreiter aus Alstedde von der SG Gahmen und dem VfB Lünen. Dass die Blau-Weißen die Meisterschaft noch aus der Hand geben, glaube Bartsch eher nicht: „Für uns ist nur wichtig, die eigenen Spiele zu gewinnen und am Ende wird man dann eben sehen, wer mehr Spiele gewonnen hat und dementsprechend auf Platz zwei oder ganz vielleicht auch auf Platz eins steht“, sagt Bartsch schmunzelnd.

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