Wethmar mit Personalpech / BVB mit breiter Brust

Fußball: Bezirksliga

Gelingt Kellerkind Westfalia Wethmar am Sonntag in der Fußball-Bezirksliga der lang ersehnte Befreiungsschlag? Das verfügbare Spielermaterial des Gegners FC Overberge macht dazu zumindest leise Hoffnung. BV Brambauer steht am Sonntag vor einer richtungsweisenden Partie. Der Tabellendritte empfängt in der Glückauf-Arena den punktgleichen Zweiten SuS Kaiserau zum Spitzenspiel.

LÜNEN

, 29.09.2017, 15:55 Uhr / Lesedauer: 3 min
Bleibt gesperrt: Christian Wantoch von Rekowski (l.) wird den Wethmarern für zwei weitere Spiele fehlen.

Bleibt gesperrt: Christian Wantoch von Rekowski (l.) wird den Wethmarern für zwei weitere Spiele fehlen.

Bezirksliga FC Overberge - Westfalia Wethmar Sonntag (1. Oktober), 15.15 Uhr, Hansastraße 99, Bergkamen

In der Tabelle liegen der TuS Westfalia Wethmar und der FC Overberge meilenweit voneinander entfernt. Zwölf Punkte trennen beide Mannschaften mittlerweile schon. Während sich Overberge als Tabellenfünfter zu den Spitzenteams der Bezirksliga gesellt, krebst Wethmar weiterhin sieglos im Tabellenkeller herum.

„Natürlich bin ich überrascht, dass Wethmar da unten steht. Ich habe sie als Meisterschaftsfavoriten gesehen“, sagt Daniel Frieg, Trainer des FC Overberge. Mit dem Aufstiegskampf wird Wethmar nach dem Horrorstart allerdings in dieser Saison nichts mehr zu tun haben. Vielmehr gilt es für die Westfalia, am Sonntag allmählich mal den ersten dreifachen Punktegewinn einzufahren. Nicht nur für die Tabellenlage, sondern vor allem für die Moral der Mannschaft. „Ich erwarte eine völlig andere Körpersprache als im Derby. Mittlerweile sollte endgültig jeder den Ernst der Lage erkannt haben“, wird Wethmars Trainer Simon Erling nach dem 0:4 gegen Brambauer auf der Homepage der Westfalia zitiert.

So verschieden die bisherigen Ergebnisse in der Liga auch waren, die Personalproblematik eint die Kontrahenten. Denn dünn besetzt werden sowohl Wethmar als auch Overberge am Sonntag antreten. Westfalias Neuzugang Christian Wantoch von Rekowski, der gegen Hamm die Gelb-Rote-Karte gesehen hatte, ist wegen nachträglichen Meckerns für zwei weitere Spiele gesperrt worden. Er fehlt somit in Overberge und im Heimspiel gegen den VfR Sölde.

Hinzu kommen noch Nico Stork, Gianluca Kösling, Till Kowalski und Alexander Podszuck, der sich nach längerer Zwangspause am Mittwoch im Training gleich die nächste Verletzung zuzog. Fraglich sind zusätzlich auch noch Paul Mantei und Patrick Schöpf, die beide angeschlagen sind. Dafür kehren allerdings Dennis Anderson und Bastian Quiering zurück.

Auf der Gegenseite sieht es allerdings kaum besser aus. Sechs Spieler fehlen sicher, drei Akteure sind fraglich. Verzichten muss Frieg definitiv auf Tim Eckelt, Jan Bednarek, Volkan Gül, Dustin Berndt, Jannick Haase und Malik Celiktas. Hinter Nils Rösener, Christopher Brügmann und Marco Wahle stehen Fragezeichen.

Frieg ist sich sicher: „Das wird ein umkämpftes Spiel.“ Im Kreispokal im Juli, als die Wethmarer Welt noch in Ordnung war, bezwang die Westfalia den FCO nämlich. 2:1 hieß es damals für die Erling-Elf. „Es wird auf Kleinigkeiten ankommen“, so Frieg, der sich von seiner Mannschaft noch ein Stück weit mehr Dominanz wünscht.

Brambauer - Kaiserau Sonntag, 15 Uhr, Am Freibad, Lünen

Für BVB-Trainer Jascha Keller ist die Sache klar: „Gegen Kaiserau treffen wir bislang auf die stärkste Mannschaft der Bezirksliga. Dazu kommt noch Kirchderne, die ich ebenfalls stark einschätze“, sagt er. Tabellenführer TuS Hannibal, gegen den Brambauer die bislang einzige Niederlage kassierte, ist für Keller also nicht der Ligaprimus.

Als Reifeprüfung für den Titelkampf will Keller das Spiel gegen Kaiserau jedoch noch nicht bezeichnen. „Es ist aber ein Spitzenspiel, ohne Frage“, so der BVB-Coach. Auch für Kellers Gegenüber Marc Woller, Trainer des SuS Kaiserau, der dem BVB vor allem im Offensivbereich große Qualitäten bescheinigt. Kein Wunder, der BVB hat bislang 19 Mal den Ball im Netz zappeln lassen. Treffsicherer war bislang kein Team der Liga.

Auch nicht die „Rasselbande“ (O-Ton Woller) des SuS Kaiserau (17 Tore). Rasselbande deshalb, weil das Durchschnittsalter der Gäste laut Woller an diesem Sonntag gerade einmal 21,3 Jahre betragen wird. Wenn nicht in der Offensive, dann hat der BVB also an anderer Stelle noch seine Probleme. „Die haben wir ausgemacht und werden sie hoffentlich für uns nutzen können“, sagt Woller. „Welche das sind, verrate ich aber nicht“, so Woller weiter und lacht.

Aktuell scheint den BVB nach fünf Siegen in Serie allerdings gar nichts aus der Ruhe bringen zu können. Die Vorfreude auf Sonntag ist riesig, die Trainingswoche lief nach den Vorstellungen Kellers. „Wir haben toll trainiert und sind voll fokussiert auf den Gegner“, sagt Jascha Keller. Auch in personeller Hinsicht sind die Vorzeichen aufseiten des BV Brambauer vor diesem Spiel bestens. Nur die Langzeitverletzten fallen aus. Der Gast muss hingegen zwei Spieler ersetzen. Henri Böcker und Ismail Yilmaz fehlen sicher.

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